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TV-Streaming in Deutschland nimmt weiter an Fahrt auf

31. August 2020 (jm)
Bild: Kelly Sikkerma - Unsplash

TV-Inhalte werden längst nicht mehr nur klassisch via Kabel oder Satellit konsumiert. Zuschauern bietet sich durch internetfähige Smart TVs und Streaming Devices wie Amazons Fire TV, Googles Chromecast oder Apple TV abseits des klassischen TVs eine nie dagewesene Vielfalt an Bewegtbildinhalten. Dabei steigt der Anteil derjenigen, die überwiegend TV-Streaming-Angebote konsumieren, kontinuierlich an. Und auch die Corona-Pandemie hat die TV-Nutzung der Deutschen maßgeblich verändert. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle “TV-Streaming-Report 2020”.

Für die Studie befragte das Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag von Zattoo 1.000 Deutsche in einer Online-Befragung zu ihren TV- und Streaming-Gewohnheiten. Der Report wurde das dritte Jahr in Folge veröffentlicht und zeigt, dass Internetfernsehen mittlerweile zu einer beliebten Alternative zu klassischen Empfangswegen wie Kabel oder Satellit geworden ist. Demnach nutzen 29 Prozent der Befragten bereits das Internet, um ihr Fernsehprogramm zu empfangen. Ein Drittel der Teilnehmer gibt zudem an, in über der Hälfte ihrer Fernsehzeit TV-Streaming-Angebote zu nutzen. 2019 lag dieser Anteil noch bei 21 Prozent. Ein weiteres Drittel nutzt bis zu 50 Prozent ihrer TV-Zeit für Internetfernsehen, das verbleibende Drittel nutzt überhaupt keine Streaming-Angebote. 44 Prozent der Befragten können sich dabei vorstellen, zukünftig Fernsehen ausschließlich über das Internet zu streamen.

Zudem sind Smart-TVs das beliebteste Device für das TV-Streaming. Im Vergleich zur letzten Erhebung kann die Nutzung hier um neun Prozentpunkte zulegen und beträgt nun 56 Prozent. Damit sind Smart-TVs beliebter als Laptops oder PCs, die bisher die bevorzugten Geräte waren. Zusammen mit Streaming-Devices streamen somit bereits circa 70 Prozent der Befragten ihr Fernsehen auf dem großen Bildschirm. Aber auch die TV-Streaming-Nutzung über Smartphone nimmt zu. Jeder dritte Teilnehmer streamt demnach über das eigene Smartphone TV-Inhalte.

Warum das TV-Streaming über den großen Bildschirm so beliebt ist, lässt sich relativ einfach durch die Statistik der Fernsehgeräte in deutschen Haushalten erklären. Unter denjenigen, die mindestens einen Fernseher im Haushalt haben, besitzen zwei Drittel einen mit dem Internet verbundenen Fernseher – knapp die Hälfte sogar direkt als Smart-TV und 13 Prozent über ein Streaming-Device wie den Amazon Fire TV Stick. Dadurch ergibt sich durchaus eine klassische Lean-Back-Situation für den Verbraucher. Gerade diese Ausgangssituation bietet für Werbetreibende die Möglichkeit, ihre Zielgruppen in altbekannter Weise zu erreichen. Zattoo selbst bietet darüber hinaus eine werbefinanzierte Version, bei dem Pre-, Mid- oder Post-Rolls sowie Display-Anzeigen gebucht werden können.

Corona-Krise hat die die Nutzung von TV-Angeboten im Internet verändert

In einer gesonderten Umfrage befragte Zattoo zudem 400 Nutzer der eigenen Plattform, wie sich die Corona-Pandemie auf das TV-Verhalten ausgewirkt hat. Dabei zeigt sich, dass sich das Nutzungsverhalten durch die privaten und gesellschaftlichen Einschränkungen maßgeblich verändert hat. Demnach haben 30 Prozent der Befragten angegeben, dass sie nun öfter Streaming-Angebote nutzen als noch vor der Krise. Zwei von drei Deutschen schauen mehr Video-on-Demand-Inhalte, die Mediatheken der TV-Sender wurden von 44 Prozent der Befragten häufiger verwendet. Zudem geben 70 Prozent der deutschen Zattoo-Nutzer an, dass sie häufiger Live-TV schauten als Alternative zu Aktivitäten, die während der Lockdowns nicht möglich waren.

Takeaways

  • 28 Prozent der von Zattoo und Kantar Befragten nutzen das Internet, um ihr Fernsehprogramm zu empfangen.
  • Smart-TVs sind das beliebteste Device für das Streaming von TV-Inhalten. Zusammen mit Streaming-Devices streamen damit bereits circa 70 Prozent der Befragten ihr Fernsehen auf dem großen Bildschirm und nicht mehr via Laptop oder PC.
  • Auch die Streaming-Nutzung via Smartphone nimmt zu.
  • Die Corona-Krise hat zudem die Nutzung von TV-Angeboten im Internet deutlich, aber kaum überraschend, verstärkt.