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CORONA

E-Commerce läuft weiter: Offline-Handelsketten beschweren sich beim Minister

25. März 2020
Bild: WDnet_Studio; CC0

Je länger die Corona-Krise anhält, desto prekärer wird die Lage für den stationären Einzelhandel. Ein kürzlicher Brandbrief an den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zeigt, dass sich die Gemüter zusehends erhitzen. Die Einzelhändler Woolworth, Roller, Takko, Tedi und Kik kritisieren in ihrem Schreiben, dass der Online-Handel in der Corona-Krise kaum beschränkt wird, während sie die Läden schließen müssen – das sei ungerecht.

"Auch wenn wir noch gewisse finanzielle Puffer haben – so können wir uns doch nicht gegen die Welle stemmen, die absehbar über uns hereinbrechen wird. Bis zum erhofften Ende der Corona-Krise werden wir nicht überleben können", mahnen die fünf Nonfood-Händler Woolworth, Roller, Takko sowie die Tengelmann-Töchter Tedi und Kik.

Sie beklagen, dass der Online-Handel und der Lebensmitteleinzelhandel weiterhin Geschäfte machen dürften, "während der stationäre Handel inzwischen weitgehend alle Standorte aufgrund behördlicher Anweisung schließen musste." Dies sei "eine große Ungerechtigkeit".

Gefordert werden pragmatische Lösungen, um die wirtschaftliche Existenz der Handelsunternehmen weiterhin gewährleisten zu können. Konkret geht es neben einem Gespräch mit Altmaier um eine Ausnahmegenehmigung, damit die Händler ihren stationären Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen zu dürfen. Dabei ginge es nicht um Profit, sondern ausschließlich um die Gewährleistung der Jobsicherheit ihrer Mitarbeiter und den Fortbestand ihres Betriebs. Auch schnell zugängliche Überbrückungskredite, finanzielle Soforthilfen und die Stundung aller Abgabenarten gehören zu den eingeforderten Sofortmaßnahmen.

Umschwung auf Online-Handel kommt zu spät

An dem Brandbrief der fünf Unternehmen zeigt sich, dass der Ausbau des Online-Geschäfts hier nur schleppend voranzugehen scheint und in diesem Fall keine kurzfristige Alternative für den Wegfall des stationären Geschäfts bietet. Damit geht es den Handelsketten nicht anders als vielen kleinen stationären Händlern.

Für die ist jedoch Hilfe in Sicht: Die Pro-Bono-Initiative „Händler-helfen-Händlern“ arbeitet derzeit mit Hochdruck an einer technischen Plattform, durch die kleine Händler ihre Filialbestände hochladen und zum Beispiel durch Taxen, Lieferdienste, Getränkelieferanten und andere regionale Logistikdienstleister versenden können.