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STUDIEN & ANALYSEN

Device-Nutzungsanalyse: Mobile schlägt Desktop

Von Jens T. Möller, Analyst
14. März 2019
Bild: Jevanto Productions - Adobe Stock

In Zusammenarbeit mit der GfK analysiert ADZINE regelmäßig die Internetnutzung in Deutschland. Auch wenn die mobile Nutzungszeit im Laufe des vergangenen Jahres saisonalen Schwankungen unterlag, zeigt sich doch: Das Nutzerverhalten bleibt Mobile First.

Über das Crossmedia Visualizer Panel der GFK wurde im Zeitraum zwischen Februar 2018 und Dezember 2018 das digitale Nutzungsverhalten der deutschen Bevölkerung analysiert. Das GfK-Panel umfasst Personen, die das Internet mit PCs/Laptops nutzen ODER das Internet mit einem mobilen Endgerät aufsuchen. Damit kann die GfK Rückschlüsse auf das Mediennutzungsverhalten der deutschen Online-Bevölkerung von insgesamt 53,7 Mio. Personen ab 14 Jahren ziehen.

Um die Auswertung nicht zu kompliziert zu machen, beschränkt sich die vorliegende Mobile vs. Desktop Analyse neben einer Gesamtbetrachtungen der Desktop, App und Mobile Web Nutzung (Abbildung 1) noch auf die Nutzungszeiten pro User aus diesen fünf ausgewählten Hauptkategorien:

  1. Messaging und Kommunikation (Abbildung 2)
  2. Shopping (Abbildung 3)
  3. News und Information (Abbildung 4)
  4. Social Media (Abbildung 5)
  5. Gaming (Abbildung 6)

Monatliche Nutzung in Stunden je Einzelnutzer

Kanalübergreifend zeigt sich eine überwiegend mobile Nutzungsaktivität der deutschen Digitalbevölkerung, die jedoch im letzten Quartal 2018 leicht abnimmt (-1,2 Prozent). Dennoch verbringen Deutsche im Schnitt mehr als 42 Stunden mit Angeboten aus den fünf untersuchten Bereichen. Auch wenn die Nutzung stationärer Geräte zum Ende des Jahres um etwa 10 Prozent zunimmt, bleibt die Desktop-Nutzungszeit bei vergleichsweise geringen 14,4 Stunden.

Die höchste Nettoreichweite aller untersuchter Angebote verzeichnet dabei der Messenger-Dienst Whatsapp (82,8 Prozent), gefolgt von Facebook und dem Google Playstore.

Bild: GfK/ADZINE Abbildung 1  » Vergrösserung

Messaging und Kommunikation

Die GfK-Analyse zeigt, dass User Kommunikationsdienste wie den Facebook Messenger oder Whatsapp hauptsächlich über Mobile Devices nutzen. Im Untersuchungszeitraum nahm die durchschnittliche mobile Nutzungszeit um etwa sechs Prozent zu und stieg auf rund 12 Stunden an. Auf stationären Devices wie dem Desktop-PC verbrachten Nutzer dagegen nur 2,4 Stunden im Monat, um mit anderen zu kommunizieren. Wenig überraschend weist die GfK Whatsapp als den Kommunikations-Primus aus. Im Dezember 2018 kommt der Messenger-Dienst auf eine Nettoreichweite von knapp 75 Prozent. Auf stationären Geräten greifen Nutzer dagegen am häufigsten auf klassische E-Mail-Anbieter zurück.

Bild: GfK/ADZINE Abbildung 2  » Vergrösserung

Shopping

Auch wenn im E-Commerce die meisten Kaufabschlüsse über stationäre Geräte zustande kommen, zeigen die Zahlen doch deutlich, dass Nutzer ihre Recherchezeit vor allem mobil auf den Online-Marktplätzen und -Shops verbringen. Im Dezember 2018 verbrachten die Deutschen durchschnittlich 4,4 Stunden auf Online-Shopping-Plattformen über Mobile Devices. Seit Oktober stieg die Nutzungszeit dabei nur leicht (+ 2,8 Prozent) an. Im selben Zeitraum stieg dagegen die Nutzungszeit von Shoppingdiensten auf stationären um 17 Prozent auf 3,71 Stunden an. Es ist naheliegend, dass die Vorweihnachtszeit für diesen Anstieg verantwortlich ist. Die höchste Nettoreichweite im mobilen Online-Shopping weist die GfK Amazon mit über 62 Prozent im Dezember 2018 aus, gefolgt vom Google Playstore mit circa 60 Prozent. Auf den stationären Geräten liegt die Nettoreichweite von Amazon derweil bei 57 Prozent.

Bild: GfK/ADZINE Abbildung 3  » Vergrösserung

News und Information

Im Verlauf von 2018 hat sich das Bild für die digitale Informationssuche deutlich verändert. Seit Juni 2018 verbringen Nutzer zunehmend weniger Zeit an ihren mobilen Geräten zwecks Informationssuche und Nachrichtenkonsum. Im Gegensatz dazu nimmt die Nutzungszeit auf stationären Geräten besonders im letzten Quartal stark zu (+12,8 Prozent).

Die Top-Nettoreichweiten für Dezember 2018 zeigen, die zunehmende Bedeutung des Smartphones für den digitalen Nachrichtenkonsum. So sind hier mit Bild.de, Chip.de und Focus Online drei Nachrichtenplattformen vertreten, während auf stationären Geräten eher E-Mail-Anbieter wie GMX und Web.de oder DHL die Top-Reichweiten ausmachen. Auch die Analyse des digitalen deutschen Nachrichtenkonsums zeigt die zunehmende Bedeutung von Mobile für News.

Bild: GfK/ADZINE Abbildung 4  » Vergrösserung

Social Media

Die sozialen Netzwerke hatten seit Mitte 2018 mit sinkenden Nutzungszeiten zu kämpfen. Mobile bleibt dabei der vorwiegend genutzte Distributionskanal für Social Media. Im Dezember 2018 verbrachte ein durchschnittlicher deutscher User circa 8 Stunden mit Social Media über ein mobiles Endgerät. Auf PCs betrug die Nutzungszeit 5,8 Stunden. Facebook erreicht mobil mit 66,9 Prozent die höchste Nettoreichweite. Der Social-Media-Riese wird zusammen mit Instagram, Pinterest und Twitter vorwiegend mobil genutzt.

Bild: GfK/ADZINE Abbildung 5  » Vergrösserung

Gaming

Mobile Games boomen. Mit knapp 20 Stunden ging die durchschnittliche Nutzungszeit von mobilen Games im letzten Quartal zwar um 6,3 Prozent zurück, allerdings bleibt das Smartphone für Nutzer die erste Wahl, wenn es um das schnelle Spiel geht. Auf stationären Devices spielen Deutsche dagegen lediglich knapp 6 Stunden im Monat – vollwertige Spiele wie Fortnite, Fifa und Co. sind von der Messung ausgenommen.

Bild: GfK/ADZINE Abbildung 6  » Vergrösserung

Take-aways

  • Kommunikationsdienste werden überwiegend über Mobile Devices genutzt.
  • Die höchste Nettoreichweite im mobilen Online Shopping hat Amazon mit über 62 Prozent.
  • Der Konsum von News und Informationen ist relativ ausgeglichen, mit leichter Verschiebung zu stationären Geräten gegen Ende des Jahres.
  • Der Social-Media-Konsum bleibt bei leichten saisonalen Schwankungen konstant.
  • Im Dezember 2018 wurden Online Games durchschnittlich circa 20 Stunden auf mobilen Endgeräten gespielt.
  • Insgesamt ist Mobile der meist genutzte Kanal für den Konsum digitaler Inhalte.

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