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MOBILE

Warum Werbetreibende um In-App Advertising nicht mehr herumkommen

Von Arndt Groth, 11. April 2018
Bild: spql, Adobe Stock

Es ist zehn Jahre her, seit Apple 2008 die digitalen Türen zu seinem App Store öffnete und Apps zu einem festen Bestandteil unseres Alltags wurden. Wir verlassen uns nicht mehr nur auf unsere Smartphones, sondern auch ganz speziell auf mobile Apps in nahezu allen Situationen – vom Navigationsgerät für den Weg zur Arbeit bis hin zur Erinnerungsfunktion für den Einkauf auf dem Nachhauseweg. Daher ist es für Werbetreibende wichtiger denn je, das Verhalten von mobilen App-Nutzern zu verstehen und dieses Verhalten mithilfe einer ansprechenden In-App-Werbekampagne sinnvoll zu nutzen.

App-Nutzung boomt

Mobile Apps steigern nicht nur die mobile Nutzung, sondern treiben auch den weltweiten Medienkonsum voran und werden dadurch zu einem wichtigen Werbekanal für Marken und Agenturen. Mehr als 25% der gesamten Medienzeit und 89% der mobilen Zeit verbringen Nutzer laut eMarketer in Apps. Da immer mehr Zeit In-App statt in anderen Medien verbracht wird, ist Mobile das einzige Medienformat mit wachsenden Nutzungszahlen.

Nutzer haben im Durchschnitt 80 Apps auf ihrem Smartphone installiert und verwenden laut AppAnnie 40 dieser Apps pro Monat. Da mobile Endgeräte im Gegensatz zu Computern oder Laptops meist nur von einer einzigen Person genutzt werden, sind die Apps eng mit dem persönlichen Leben und den täglichen Gewohnheiten des Smartphonebesitzers verbunden. Dies macht Apps zu einem idealen Ort für Werbetreibende, um effektive und persönliche Werbekontaktpunkte zu schaffen.

In-App birgt großes Potential für Werbetreibende

Die In-App-Umgebung ist nicht nur ein Ort, um Konsumenten zu finden; sie bietet auch die Möglichkeit für ausgefeiltes Data Tracking, Targeting und Geo-Lokalisierung und ist damit anderen digitalen Werbeformen überlegen. Werbetreibende können dadurch präzise Zielgruppen erreichen, indem sie das Konsumentenverhalten im Zeitverlauf verfolgen. In-App-Werbung ist außerdem nicht von Ad-Blocker-Technologien betroffen und die Tracking-Funktionen stellen sicher, dass Werbeanzeigen tatsächlich von der gewünschten Zielgruppe gesehen werden.

Mobile-Web-Werbung ist immer noch weitestgehend an Cookies gebunden, die von Browsern zunehmend blockiert werden. Werbetreibende müssen sich jedoch nicht vor dem zerkrümelnden Keks fürchten – in der In-App-Umgebung ist die aktive Nutzerkennung an die Geräte-ID jedes einzelnen mobilen Gerätes gebunden. Dies ermöglicht echtes personenorientiertes Targeting. Darüber hinaus sind Geräte-IDs im Durchschnitt 21 Monate verwendbar – etwa 630 Mal länger als ein durchschnittliches Cookie.

Cookies sind ein Auslaufmodell und Adblocker werden immer häufiger in Browser integriert, da die Nutzer versuchen, störende Werbung zu vermeiden und ihre Privatsphäre zu schützen. Zu den Anfangszeiten des Internets war Werbung oft aufdringlich und hatte einen schlechten Ruf durch die Unterbrechung der User Experience. Daraufhin stieg die Nachfrage nach Adblocking-Technologien, die heute für Werbetreibende und Publisher gleichermaßen ein Hindernis darstellen. Doch selbst mobile Adblocking-Software kann In-App-Werbung nicht vollständig verhindern, was wiederum Apps für Werbetreibende noch attraktiver macht.

Da Apps First-Party-Daten auf Opt-in-Basis sammeln können, sind sie auch in der Lage, wertvolle Targetingparameter wie Geschlecht, Alter, GPS-Standort, Gerätetyp, Betriebssystem und Mobilfunkanbieter zu übermitteln – all dies gibt Werbetreibenden die notwendigen Werkzeuge an die Hand, um ihr ideales Publikum noch genauer zu erreichen.

Wie Werbetreibende In-App bestmöglich nutzen können

Mit einer so großen Auswahl an Apps für unterschiedliche Zielgruppen und Zwecke ist In-App-Targeting eines der effektivsten kontextbezogenen Targeting-Tools. In Kombination mit Konsumentendaten können bestimmte Zielgruppen an genau den Orten angesprochen werden, an denen sie den Großteil ihrer Zeit am Smartphone verbringen.

Einer der wichtigsten Vorteile von In-App- Advertising ist die Möglichkeit, Werbeanzeigen harmonisch in die App-Inhalte zu integrieren. Dadurch werden Werbeanzeigen zu relevanten Ideen, Angeboten oder Vorschlägen, die das Nutzererlebnis verbessern anstatt zu stören. Daher sollten Werbetreibende bei der Auswahl eines Anzeigenformates für eine In-App-Kampagne berücksichtigen, wie Nutzer Werbung im App-Zeitalter erleben.

Insbesondere Gaming-Apps sind ein sehr effektives Medium für In-App-Werbung, da sie die Konsumenten in einer entspannten Situation erreichen, wenn sie offen für neue Ideen sind. Diese Apps haben außerdem eine hohe Marktdurchdringung und sind beliebt bei Erwachsenen jeden Alters und Geschlechts, sodass sie eine effiziente Möglichkeit für Werbetreibende darstellen, unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen.

Video, insbesondere in Gaming-Apps, ist zu einem der effektivsten Werbeformate für Werbetreibende geworden, um Kontakt zu den mobilen Konsumenten herzustellen. Mobile Videoanzeigen erzielen eine höhere Kundenbindung und eine höhere Markenerinnerung als jedes andere Display-Anzeigenformat. Und da die Nachfrage nach mobilen Videos immer weiter zunimmt und die eCPMs noch nicht ausgereizt sind, ist In-App-Video – insbesondere Rewarded Video und interaktive Videoanzeigenformate – eine der kostengünstigsten Videoinventarquellen für Werbetreibende.

Die Bedeutung von Apps für die Reichweitensteigerung von Werbekampagnen kann nicht länger ignoriert werden. Werbetreibende sollten daher beim noch unausgeschöpften Wert mobiler User und ihrer App-Nutzung zugreifen, indem sie in App-Kategorien und Anzeigenformate investieren, die die Konsumenten am meisten lieben.

Arndt Groth Über den Autor/die Autorin:

Treffen Sie Arndt Groth auf dem Mobile Advertising Summit 2018. Smaatos Präsident Arndt Groth ist einer der versiertesten Digitalexperten Deutschlands. Der ehemalige CEO der PubliGroupe, Ex-BVDW-Präsident und dmexco-Mitgründer ist seit September 2017 beim Mobile Advertising Spezialisten Smaato für das globale kommerzielle Geschäft verantwortlich.