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Malware – Ein Risiko für das gesamte digitale Ökosystem

Von Mario Gebers, 9. Oktober 2017
Bild:  jiris, Adobe Stock

Werbeformen wie Pop-ups, automatisch abspielende Videos und erzwungene Weiterleitungen werden von Usern zwar als großes Übel wahrgenommen, wirklich schädlich sind sie allerdings nicht. Digitale Werbeformate, die Malware, auf Deutsch Schadsoftware, verbreiten, sind hingegen eine echte Bedrohung. Im Vergleich zu 2015 stieg „Malvertising“ im letzten Jahr um 132 Prozent an. Und je mehr Werbegeld digital investiert wird, desto sichtbarer werden die Risiken.

Mit Schadsoftware verseuchte Ads, die Viren und Ransomware auf digitale Geräte übertragen können, werden immer ausgefeilter; nicht selten werden sie in jenem Moment aktiviert, in dem der User die gefährdete Webseite aufruft und die Werbung ausgeliefert wird.

Sind nur die Endnutzer Opfer von Malware?

Absolut nicht, die zerstörerischen Werbeformate haben genauso negative Auswirkungen auf Publisher und Marken wie auf die Technologien, die als Auslieferungskette genutzt werden. Immer mehr Nutzer misstrauen Bannern generell und installieren vermehrt Adblocker, um sich zu schützen. Die Werbeindustrie hingegen muss deshalb noch enger zusammenarbeiten, um die Verbreitung von Malware grundsätzlich in den Griff zu bekommen. Malware ist eine existenzielle Bedrohung für die digitale Werbung.

Gibt es Handlungsempfehlungen?

Alle Teilnehmer des digitalen Ökosystems müssen gemeinschaftlich Standards etablieren und Best-Practice-Beispiele teilen, um die Bedrohungen durch Schadprogramme abzuwehren.

Eine Möglichkeit ist das Zertifizierungsprogramm der Trustworthy Accountability Group (TAG). Auch OpenX verwendet, neben weiteren anderen Maßnahmen, erfolgreich die Anti-Malware-Standards von TAG, um Publisher proaktiv vor Angriffen zu schützen. Malware-Programme werden fast täglich verändert und weiterentwickelt, um von bestehenden Antivirenprogrammen nicht erfasst zu werden. Der TAG Malware Threat Sharing Hub (ein Datenknotenpunkt zur Abwehr der Bedrohung) ermöglicht nahezu in Echtzeit den Informationsaustausch über Malwareangriffe und ist somit ein zentrales Element der Initiative.

Eine weitere TAG-Initiative ist die Arbeitsgruppe für Anti-Malware, in der rund 50 der wichtigsten Unternehmen und Organisationen des digitalen Werbeökosystems zusammenarbeiten, um der Verbreitung von Schadsoftware den Kampf anzusagen.

Als Akteur in der Anti-Malware-Arbeitsgruppe arbeitet auch The Media Trust mit der TAG und dem IAB (Interactive Advertising Bureau) zusammen. The Media Trust ist ein weltweit führendes Unternehmen für die Überwachung und den Schutz des Online- und Mobile-Advertising, die, wie TAG, auch international agieren, allerdings für den europäischen Markt eine deutlich größere Relevanz haben. Ebenso befassen sich in Deutschland zahlreiche Fokusgruppen im BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft) mit diesen Themen.

Malware ist ein ständiges Risiko, gegenwärtig hat allerdings die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die ab Mai 2018 das Datenschutzrecht innerhalb Europas vereinheitlichen soll, Priorität Nummer eins auf der „The Media Trust“-Agenda. Der Media Trust Digital Risk Management Service bereitet Organisationen für die EU-Richtlinie vor.

Mario Gebers Über den Autor/die Autorin:

Mario Gebers ist Director Business Development bei OpenX, wo er für den strategischen Ausbau und die Pflege der Publisherbeziehungen in der DACH-Region verantwortlich zeichnet. Gebers verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Bereich digitales Advertising sowie in der Positionierung, im Aufbau und in der Leitung von Vermarktungseinheiten. Zuvor war er für Business Development & Data Solutions und als Prokurist bei der ad pepper media GmbH tätig. Als zwischenzeitlicher Geschäftsleiter verantwortete er den erfolgreichen Verkauf der Geschäftseinheit mediasquares an die Ströer Digital Group.