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SOCIAL MEDIA

Facebook: Werbetreibende erwarten mehr

Von Frederik Timm, 21. Juni 2017
Bild: Adobe Stock; Bearb: ADZINE MrVander

Erst Mitte Juni hat Facebook neue Steuerungsmöglichkeiten im Audience Network für Advertiser vorgestellt. Jetzt werden Stimmen lauter, dass die Änderungen noch nicht weit genug gingen. Facebook bemüht sich zwar, auch durch die Akkreditierung weiterer unabhängiger Messanbieter, den Forderungen der Werbetreibenden nachzukommen, es bleiben allerdings noch Wünsche offen.

Mit dem neuen Update will Facebook das Kampagnenmanagement rund um In-Stream Ads und Instant Articles erleichtern. Facebook stellt den Advertisern neue Steuerungsmöglichkeiten im Audience Network, bei den Instant Articles und den In-Stream Ads in Aussicht. Nicht verwunderlich, denn schließlich machen Instant Articles mittlerweile über ein Drittel der Klicks auf Facebook aus, wie Facebook Product Manager Harshit Agarwal Anfang Juni in einem Blogpost berichtet.

Vorgestellte Änderungen

Transparenz schon vor Beginn der Kampagne: Werbetreibende sollen durch die Änderung nun schon vor Beginn einer Kampagne sehen können, bei welchen Publishern ihre Werbemittel möglicherweise ausgestrahlt werden. Derzeit befindet sich die Funktion noch im Testbetrieb mit einer ausgewählten Testgruppe. Bei positivem Testverlauf soll das Feature im Laufe des Jahres ausgerollt werden.

Blockieren nun auch auf Kontoebene: Um den Vorgang des Blockierens bestimmter Facebook-Umfelder zu vereinfachen, werden Werbetreibende ihre Blockierlisten auf Kontoebene anwenden können. Bisher mussten Blockierlisten in jeder Kampagne oder Anzeigengruppe einzeln erstellt werden. Bereits im Juli 2017 will Facebook diese Funktion für Instant Articles einführen. Im Verlauf des Jahres folgt das Rollout für In-Stream Ads auf Facebook.

Auswahlmöglichkeiten für Videoplatzierungen im Audience Network: Dieses Feature hat bisher noch keine genaue Timeline für die Veröffentlichung. Es soll Werbetreibenden ermöglichen, auszuwählen, wie sie ihre Videoanzeige platzieren wollen, In-Stream, Native oder als Interstitial.

Es wäre mehr drin

Natürlich können sich Werbetreibende über die Veränderungen freuen, allerdings bleiben an einigen Stellen die Fragen zurück: Warum nicht gleich so? Warum erst jetzt?

Bild: Performance Media Presse Christina Voigt

Christina Voigt, Geschäftsführerin der Mediaagentur Performance Media, erwartet jedenfalls mehr: „Die Neuerungen bringen einige begrüßenswerte Verbesserungen und zusätzliche Optionen für den Advertiser mit sich. Ein Quantensprung ist das aus Sicht der Werbungtreibenden aber noch nicht. Die Sichtbarkeit einer Liste mit möglichen Auslieferungsorten vor Livegang ist bereits seit langer Zeit Marktstandard. Wir erwarten im Rahmen der Transparenzoffensive von Facebook weitere Veränderungen.“

Dass der manuelle Aufwand an einigen Stellen reduziert wird, sei zwar positiv, stelle aber für Werbetreibende nur eine geringe Zeitersparnis dar. Aus Sicht der Werbekunden besitzt ein anderes Thema deutlich mehr Gewicht, führt Voigt aus: „Neben anderen Playern ist auch Facebook ein 'Steuerungssilo' – eine einheitliche Steuerung über alle Medienumfelder hinweg ist somit nicht konsequent möglich. Aufgrund von unterschiedlichen Steuerungsmechanismen im Bereich der DSPs, Facebook, Google, Amazon etc. ist ein Mehraufwand weiterhin gegeben.“

Allerdings sieht Christina Voigt den Mehraufwand für Facebook unter Berücksichtigung der Leistungswerte generell gerechtfertigt.

Offene Wünsche

Auch wenn die Veränderungen ein Schritt in die richtige Richtung sind, bleiben noch einige Wünsche offen. Christina Voigt fallen noch drei weitere Features ein, mit denen Facebook Werbetreibenden entgegenkommen würde:

  1. Kein Zwang zur Parallelbuchung von Facebook und Audience Network (diese Option steht bisher nur einigen Werbetreibenden nach Whitelisting zur Verfügung). Im Gegensatz zu Facebook bietet Amazon in der AAP die Buchung von Amazon-Daten außerhalb des Umfeldes ohne die Verpflichtung, Amazon selber zu belegen.
  2. Neben der Möglichkeit des aktiven Ausschließens wäre auch ein aktives Anwählen wünschenswert sowie die nachgelagerte Option, die tatsächlichen Auslieferungsorte zu analysieren.
  3. Zulassung diverser unabhängiger Adverification-Tools bei gleichem Messvorgehen.