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ONLINE MEDIA

Online Marketing Rockstars – Derber, harder, louder und vor allem: größer!

Von Jens von Rauchhaupt, 8. März 2017
Bild: pexels.com Trinity Kubassek

Harder, louder und vor allem bigger ... mit diesen Maximen arbeiten die Online Marketing Rockstars (OMR) seit jeher und auch 2017 konnte die Veranstaltungscrew um Philipp Westermeyer wieder deutlich eins draufsetzen. Zwar war der Start, sprich die Registrierung aufgrund des hohen Andrangs (ausverkauft) und kleineren technischen Schwierigkeiten, auch für uns Journalisten etwas holprig, doch was die Besucher am Ende bekamen, wird 2018 nur schwer zu toppen sein. Die Entwicklung der OMR ist nicht nur gut für den Veranstalter, sie ist noch besser für den Branchenstandort Hamburg.

Knapp 27.000 Besucher und damit 10.000 mehr(!) als im Vorjahr pilgerten am vergangenen Donnerstag und Freitag nach Hamburg in die Messehallen, um sich … ja, was eigentlich? Zumindest um sich inspirieren zu lassen, möglicherweise sich zu schulen, das eigene Netzwerk zu vergrößern und nicht zuletzt: um jede Menge Spaß zu haben. Das internationale Speaker-Line-up des Konferenzprogramms war mit Gary Vaynerchuk, YouTube-Star Casey Neistat, musical.ly-Europachefin Verena Papik, Trivago-Gründer Rolf Schrömgens, Cambridge Analytica CEO Alexander Nix sowie Iron-Maiden-Frontmann Bruce Dickinson prominent besetzt. Die Bühne des mit über 5.500 Menschen gefüllten Konferenzsaals war dabei so überdimensioniert, dass sich die Speaker darin schon fast etwas verloren – zum Glück gab es die riesigen Leinwände mit Livebildern bei Burger und Zuckerlimo.

OMR Presse Gut besucht war dieses Jahr die OMR-Messe mit 200 Ausstellern

Auch die Anzahl der Messeaussteller hatte im Vergleich zum Vorjahr wiederum deutlich zugenommen. Dieses Jahr waren es 200. Es ging in den Messehallen zu wie in einem Bienenschwarm. Und natürlich poppt zwangsläufig die Frage auf: Wird die OMR in Hamburg der dmexco in Köln langfristig den Rang ablaufen? Die Show stiehlt sie den Kölnern allemal, doch darüber überhaupt zu diskutieren, ist eigentlich müßig. Die OMR ist eine andere Art von Veranstaltung, eben auch ein Festival. Sicherlich wird der Messeteil mittelfristig der dmexco etwas schaden, aber die Ausrichtung der OMR ist insgesamt eine andere. Hier geht es mehr um Erfolgsstorys und das Näherbringen von Online-Marketing und seinen Trends, um mehr Spaß, mehr Fun. Dass OMR-Macher Philip Westermeyer in einem gestrigen Interview mit der Absatzwirtschaft unterstreicht, knallhartes Business zu betreiben, mag dem nicht entgegenstehen. Fakt ist: Das Feilschen um Jahresvereinbarungen wird es in Hamburg erst einmal nicht geben, alles andere, und vielleicht noch viel mehr, schon. Allerdings waren auch die Masterclasses auf der OMR allesamt gut besucht und das könnte in der Tat der dmexco zukünftig ordentlich Besucher nehmen. Denn viele Marketingabteilungen schickten bisher ihre Angestellten nach Köln zu den dmexco-Seminaren. Die OMR Masterclasses bieten hier eine ernstzunehmende Alternative. Bei der OMR sieht man einen Vergleich mit der dmexco auf jeden Fall gelassen: „Uns ist klar, dass mittlerweile Vergleiche zur dmexco angestellt werden. Aber wir schauen nur auf uns. In Deutschland ist auf jeden Fall Platz für beide Events. Der Rückenwind durch die Branche hilft ja auch in Köln und in Hamburg, zu wachsen“, sagte uns OMR-Redakteur Martin Gardt im Nachgang.

Ein bisschen Southby-Feeling

Hamburg profitiert von den OMR ungemein. Glücklicherweise hat die hiesige Hotelbranche das Festival noch nicht so richtig auf dem Schirm wie jene aus Köln, die inzwischen unverschämte Preise zur dmexco abruft. Mit der OMR rückt die Hansestadt endlich – wenn auch für kurze Zeit – mehr in den Fokus der Digitalbranche. Das liegt neben den interessanten Top-Speakern auch an den knapp 80(!) Side-Events, die im Rahmen der beiden Veranstaltungstage unter dem OMR-Label gelaufen sind. „Das ist ein Stück unseres Veranstaltungskonzepts“, sagte Philipp Westermeyer zum Start des Mediacom Side-Events bei Google. „Wir wollen mit der OMR eine Plattform bieten. Wir sehen uns ein bisschen als Open Source für die Branche. Firmen und Organisationen sollen bei uns einfach andocken können. Das wollen wir im nächsten Jahr noch ausbauen“, so Westermeyer bei seiner Begrüßung an der ABC Straße. Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich daraus noch weit mehr und die OMR mobilisiert eine ganze Stadt. Damit wäre weniger der Vergleich mit der dmexco als eher der mit der SXSW (kurz Southby) im texanischen Austin angebracht. Nicht völlig abwegig. Westermeyer prognostiziert für 2018 eine Besucherzahl von 40.000 Menschen. Alle Hamburger können dabei beruhigt sein, dass die OMR auch weiterhin an der Waterkant bleibt. Denn an dem Gerücht, die Rockstars zukünftig in Berlin ausrichten zu wollen, scheint nichts dran. „Das mit Berlin hatte ich auch schon gehört, aber nicht aus unserem Team. Wir lieben Hamburg, Philipp Westermeyer hat hier seine neue Heimat gefunden und die Stadt unterstützt uns auch. Derzeit gibt es keinen Grund zu gehen und 2018 steigt das OMR Festival ja am 22. und 23. März auch wieder in der Hamburg Messe“, so Martin Gardt von der OMR.

Zum Schluss spenden

Nein, an dieser Stelle wollen wir nicht den Überraschungsgig der Fanta4 oder die Konzerte der Beginner, Chefboss, Das BO und auch nicht über den Chor „Die Hamburger Goldkehlchen“ berichten, eine andere Sache hat es uns besonders angetan. Die OMR arbeitete mit einem bargeldlosen Bezahlsystem, das über das Aufladen des Handgelenk-Badges funktionierte. Leider hatte das Bezahlsystem am ersten Tag seine Aussetzer, so dass am ersten Tag bis 17 Uhr die gesamte Verpflegung kostenlos war. Sei es drum. Am Ende des zweiten Festival Tages konnten sich die Besucher den Restbetrag wieder auszahlen lassen oder das Geld für eine Spende auf dem Badge belassen. Noch wissen die Veranstalter nicht, wie viel Geld für eine Spende an eine noch zu benennende Organisation übrig bleiben wird, denn viele Besucher können über ein Online-Tool das verbliebene Geld auf ihr Konto zurücküberweisen. Aber allein die Idee ist einfach klasse und es bleibt zu hoffen, dass hier einiges an Geld für einen guten Zweck zusammenkommt.