Digital Marketing

Digitaler Wandel setzt Marketingentscheider unter Druck

15. November 2016 (jvr)
Adobe Stock Bild: JumalaSika ltd

Im Vergleich zum Vorjahr sinkt in Deutschland der Einfluss des Marketings auf die generelle Unternehmensausrichtung um acht Prozentpunkte auf 55 Prozent. Dennoch sehen sich 60 Prozent der deutschen Marketingentscheider vermehrt in der Verantwortung, den Gesamtumsatz ihres Unternehmens weiter anzukurbeln. Dies ist das Ergebnis des aktuellen „Digital Roadblock Report 2016“, den das Marktforschungsinstitut Edelman Intelligence im Auftrag von Adobe umgesetzt hat.

Hoher Handlungsdruck – Wenig Einfluss

Im Rahmen dieser europäischen Studie wurden mehr als 1.300 Marketingverantwortliche in Deutschland, Frankreich und Großbritannien befragt. Der fortschreitende digitale Wandel stellt die deutschen Marketer demnach vor einer echte Herausforderung:

Die Marketer berichten von einem schwindenden Einbindung in die Unternehmensentscheidungen, gleichzeitig wächst auf Ihnen der Druck, den digitalen Wandel in die Marketing-Realität zu überführen. Die Flinte werfen die befragten Marketer deswegen aber nicht ins Korn. 53 % der Marketing-Entscheider bleiben optimistisch, die anstehenden Herausforderungen des digitalen Wandels erfolgreich meistern zu können.

Prinzipiell fühlen sich 63 Prozent der deutschen Marketingverantwortlichen schon heute bestens für alle Herausforderungen des digitalen Wandels gerüstet. Mehr als jeder Zweite (54 Prozent) würde sich in seinem Unternehmen sogar als Treiber des digitalen Wandels bezeichnen. Für 76 Prozent stellen die Veränderungen im Marketing nach wie vor vielmehr eine erfolgversprechende Möglichkeit als etwa eine Bedrohung dar. Nur 40 Prozent der deutschen Marketer machen sich ernsthaft Sorgen, ob ihre Fähigkeiten wirklich ausreichen, um die anstehenden Herausforderungen des digitalen Wandels zu meistern.

„Marketingentscheider stehen heute zunehmend unter Druck, den digitalen Wandel in zählbare Unternehmenserfolge umzumünzen. Intern, was die Umsatzerwartungen angeht. Extern mit Blick auf die gestiegenen Kundenerwartungen an das kanalübergreifende Markenerlebnis. Wirkliche Sorgen, dass sie diesem Druck nicht standhalten könnten, brauchen sich die Marketer jedoch nicht machen. Da teile ich ganz und gar den gezeigten Optimismus der Befragten. Nie waren die Voraussetzungen besser als heute, die individuellen Erwartungen der Konsumenten zu erfüllen und die Unternehmenserfolge mit Hilfe des Marketings weiter voranzutreiben“, kommentiert der Suchmaschinenexperte Marcus Tandler die Umfrageergebnisse.

Gestiegene Kundenanforderungen verändern das Marketing

Im Fokus der Veränderungen sehen die befragten Entscheider in erster Linie ihre Kunden und deren gesteigerten Anforderungen an das Marketing. Knapp drei Viertel der deutschen Konsumenten erwarten vom Marketing besseren Content. Fast genauso viele (70 Prozent) wünschen sich auf jeden Post und jede Anfrage eine sofortige Antwort. Wichtig sind ihnen nicht zuletzt mobil optimierte Inhalte auf dem Smartphone sowie eine maßgeschneiderte personalisierte Ansprache. Für knapp zwei Drittel der deutschen Marketer gestaltet sich das heutige Marketing damit komplett anders als noch vor wenigen Jahren.

„Das Marketing spielt für den Umsatz und den gesamten Unternehmenserfolg eine wichtige Rolle. Schließlich kennt keiner die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden besser als ein Marketer, der die entscheidenden Kundeninformationen im Zeitalter des Data-Driven Marketings stets im Blick hat. Und genau darum geht es, wenn Unternehmen eine erfolgreiche, umsatzsteigernde Kundenbeziehung aufbauen wollen: den Kunden individuell auf dem richtigen Kanal, zum richtigen Zeitpunkt und mit dem richtigen Angebot ansprechen. Marketingverantwortliche sollten daher von Anfang an in die Unternehmensstrategie miteinbezogen werden. Hier zeigt unsere Studie eine kontraproduktive Entwicklung auf“, so Andreas Helios, Sr. Group Manager Enterprise Marketing Central Europe bei Adobe Systems.