MOBILE - MMA kommt nach Deutschland

Mobile Marketing Association (MMA) Germany soll den schlafenden Riesen wecken

Von Jens von Rauchhaupt, 22. September 2016
Adobe Stock Bild: odilepascal

Deutschland ist nach Großbritannien der größte digitale Werbemarkt in Europa. Allerdings hinken hierzulande die Ausgaben für Mobile-Displaywerbung der rasant wachsenden Mediennutzung auf mobilen Endgeräten hinterher. Mit der nun erfolgten Gründung der Mobile Marketing Association (MMA) Germany könnte sich dies mittelfristig ändern, weil in diesem Verband große Brands, ihre Agenturen, Technologieunternehmen gemeinsam mit Google und Facebook in einem Boot sitzen. Das erklärte Ziel des eigenständigen Deutschland-Chapters ist es, Innovationen im Mobile Marketing zu unterstützen und den Mobile Shift in Deutschland voranzutreiben.

Der schlafende Riese

Geht es um die Spendings für mobile Werbung ist Deutschland Entwicklungsland, jedenfalls wenn man die offiziellen Zahlen betrachtet, die ohne Facebook und den großen App-Werbenetzwerken auskommen müssen. Diese Daten stammen vom OVK für das Jahr 2015. Gerade einmal 204 Mio. Euro netto standen hier zu Buche. Danach entschied man sich seitens des OVK die Zahlen für Mobile nicht mehr gesondert auszuweisen. Offenbar wollten sich die deutschen Premiumvermarkter nicht mehr kritischen Fragen zu den mobilen Werbeausgaben stellen.

Quelle: IAB Europe AdEx Benchmark 2015 vom Juli 2016  » Vergrösserung

Mit dem MMA Germany könnte der Mobile Shift im Display-Werbemarkt mittelfristig gelingen. Denn hier sitzen weniger die Vermarkter als eher werbetreibende Unternehmen gemeinsam mit ihren Agenturen, Technologie-Plattformen und den Reichweitenriesen Facebook und Google an einem Tisch. Und es sind vor allem die Werbetreibenden, die mit Unterstützung des neuen Verbandes endlich mehr Mut und Kreativität für diesen Werbekanal entwickeln könnten. Zu den Gründungsmitgliedern zählen adsquare, Coca Cola, Facebook, Google, SAP XM, Smaato, Telefónica und Unilever. Weitere namhafte Marken, Agenturen und Dienstleister seien bereits im Gespräch mit der MMA Germany.

Den Vorsitz der MMA übernimmt Mark Wächter, der bereits vor seiner Berufung Boardmitglied der MMA war. Wächter gilt als Branchenkenner der Mobile-Marketing-Szene. Der Buchautor und Geschäftsführer der Strategieberatung MWC.mobi ist Vorsitzender der Fokusgruppe Mobile im BVDW, Co-Founder des MobileMonday und tritt auch regelmäßig als Moderator auf dem Mobile Advertising Summit in Berlin in Erscheinung. Trotz der insgesamt positiven Entwicklung im Mobile Marketing, sieht Wächter einen großen Bedarf für eine Deutschland Dependance des MMA, der ausschließlich auf das Mobile Marketing spezialisiert ist.

Die explosionsartige Zunahme der Mediennutzung auf Smartphone & Co. führt dazu, dass immer mehr Unternehmen diesen Kanal für ihre Kommunikation entdecken. Die MMA ist die richtige Plattform für Marketingverantwortliche, um Know-how und Erfahrungen miteinander zu teilen. Hiervon profitiert das gesamte Ökosystem in Deutschland und darüber hinaus.

(Mark Wächter, MMA Deutschland)

Erklärtes Ziel des Verbandes ist es, durch mobile Endgeräte entstandene Innovationen zu fördern und Unternehmen bei der mobilen Transformation im Marketing zu unterstützen. Der Verband hat 800 Mitgliedsunternehmen aus 50 Ländern, darunter Werbetreibende, Agenturen, Telekommunikationsanbieter, Technologie-Plattformen und Dienstleister.

Logo: MMA

Das Executive Committee der MMA Germany setzt sich neben dem Vorsitzenden Mark Wächter und seinem Stellvertreter Daniel Rieber von der Mobile Data Management Plattform adsquare auch Marlen Ring von Coca Cola, Marianne Bullwinkel (Facebook), Dominik Wöber (Google), René Bellack (SAP XM), Ragnar Kruse (Smaato), Arne Kirchem (Unilever) und Simon Dean (Telefónica Deutschland)

„Die Vision von Telefònica Media Services ist es, Mobile Advertising in Deutschland zu einem neuen Level an Relevanz und Effizienz für Werbetreibende und Konsumenten zu führen. Die Gründung der MMA Germany ist für uns ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie. Als einer der führenden Verbände für Marken kann die MMA die mobile Transformation beschleunigen“, so Board Member Simon Dean, Head of Media Services bei Telefónica Deutschland.

Keine Konkurrenzveranstaltung zum BVDW

Laut Wächter will der MMA in Deutschland eng mit dem BVDW zusammenarbeiten: “Durch das internationale Netzwerk, das Engagement der großen Marken und den spitzen Fokus auf Mobile Marketing ist die MMA eine wertvolle Ergänzung zu bestehenden Verbandsstrukturen. Die Partnerschaft zwischen BVDW und MMA hat in Deutschland schon seit Jahren Tradition.”

Hier geht es zur offiziellen Webseite des MMA Germany.