SEARCH MARKETING

Google streicht rechte Seite der AdWords-Anzeigen

23. Februar 2016 (ft)
Bild: Alekss Dollarphotoclub.com

Google verabschiedet sich von alten Werbegewohnheiten und ändert die Anzeigenplatzierungen unter den Suchergebnissen. Die AdWords-Anzeigen, die in den Suchergebnissen am Desktop auf der rechten Seite angezeigt wurden, sind ab sofort nicht mehr verfügbar. Damit gleicht Google die Suchoberfläche der stationären Computer den mobilen Geräten an.

Google nimmt seit Langem die erste Änderung der Suchergebnisseite vor. Die kleinen AdWords-Anzeigen an der rechten Seite der Ergebnisse wurden gestrichen. Stattdessen wird nun eine vierte Anzeige vor die organischen Suchergebnisse geschaltet und drei weitere an das Ende der Seite.

Ausrichtung auf Mobile

Der Konzern richtet damit die Desktop-Anzeige seiner Suchmaschine nach den mobilen Geräten aus. Damit bietet Google den Nutzern einheitliche Suchergebnisse über alle Plattformen hinweg. Auf den mobilen Geräten zeigt die Suchmaschine keine seitlichen Anzeigen, da diese aufgrund der eingeschränkten Anzeige nicht angezeigt werden könnten. Es liegt die Vermutung nahe, dass der Konzern aufgrund der häufigen Verwendung seiner mobilen Suche mit dieser Veränderung reagiert. Durch die häufige mobile Nutzung der Suchmaschine schwindet der Fokus auf die seitlichen Anzeigen und wechselt hin zu den Anzeigen unter den organischen Ergebnissen.

Werbetreibende müssen mehr Geld investieren

Für Werbetreibende bedeutet dies einerseits die Möglichkeit für eine prominentere Position unter den Suchergebnissen, andererseits fallen auch günstige sichtbare Werbeplätze weg. Unternehmen, die bisher über die vergleichsweise günstigen Anzeigen auf der rechten Seite geworben haben, müssen nun entweder mehr Geld bezahlen oder Sichtbarkeit einbüßen, da ihre Anzeigen auf den unteren Plätzen am Ende der Suchergebnisseite stehen.

Zudem führt die zusätzliche vierte Anzeige zu größeren Herausforderungen im SEO-Bereich. Unternehmen, die es sich nicht leisten wollen, die Top4-Anzeigen zu bezahlen, müssen ihre Seiten zukünftig noch stärker optimieren um unter den ersten organischen Ergebnissen zu sein, da viele Kunden nicht weiter herunterscrollen und sich mit den ersten Positionen der Suchergebnisse zufrieden geben. Durch die vierte Anzeige ist weniger Platz für organische Suchergebnisse.

Kommentar von Marc Rüsing, Director SEA PerformicsAKM3 Düsseldorf:

Foto: PerformicsAKM3-Vivaki Mark Rüsing

Durch die Verknappung der Werbefläche von 10 auf max. 4 Anzeigen werden die durchschnittlichen CPCs durch intensiveren Wettbewerb weiter ansteigen. Werbungtreibende, die bisher auf den Positionen 5-10 profitabel geworben haben, sehen sich gezwungen, höhere CPCs zu bezahlen, oder auf Klicks und Conversions zu verzichten. Umso wichtiger wird es daher, die Google Shopping Anzeigen auszubauen, sowie die Content- und SEO-Maßnahmen zu intensivieren, um die drohenden Verluste zu kompensieren.

Insbesondere kleinere Unternehmen werden von dieser Änderung überproportional stark betroffen sein, da große Marken sich höhere CPCs in der Regel aufgrund höherer Budgets und der Kraft der Marke hinsichtlich der Conversion Rate eher leisten können. Bisher galt bei Google – frei nach „Don’t be Evil“ – eigentlich der Grundsatz der Chancengleichheit für alle. Dieser wird durch diese Änderung zwar nicht abgeschafft, dennoch führt die Verknappung zu einer Preissteigerung, und höhere Preise können sich eben nicht mehr alle leisten. Wer seine Produkte auch auf Amazon gelistet hat, sollte darüber nachdenken, mehr Budget in die Optimierung und Werbung auf Amazon und anderen Marktplätzen zu investieren. In diesem Bereichen ist derzeit noch ein sehr guter ROI zu erzielen.

Anmerkung der Redaktion: Der Beitrag wurde nachträglich um den Gastkommentar von Frank Rüsing erweitert.