ECOMMERCE

Sommerloch hemmt Online-Shoppinglaune

10. August 2015 (sb)
oneinchpunch-dollarphotoclub.com

Eigentlich ist das Sommerloch ganz angenehm. Das Wetter strahlt, das Leben wird leichter genommen, die Uhren ticken langsamer und Chefs drücken auch mal ein Auge zu. Für den Onlinehandel ist diese Zeit des Jahres aber offenbar eine Durststrecke. Eigentlich würde man davon ausgehen, dass online immer und bei jedem Wetter gekauft wird, aber offensichtlich haben wir während der wärmsten Zeit des Jahres Schöneres zu tun. Einer Erhebung des Preisvergleichs Billiger.de zufolge bekommt der Onlinehandel die Hitze sogar noch mehr zu spüren als der stationäre Handel.

Der Unterschied zwischen den Winter- und Sommermonaten ist sogar ziemlich eklatant. Laut der Erhebung ist die Nachfrage im E-Commerce alleine im Juni im Vergleich zum Januar um ein Viertel gesunken. Dieser Knick zur warmen Jahresmitte ist kein einmaliges Phänomen in diesem Jahr. Jahr für Jahr reißt die Sommerflaute Lücken in die Kassen der Webanbieter – und sorgt monatelang für Ebbe bis die Einkaufslaune ab September wieder ansteigt, wenn es in Richtung Weihnachtsgeschäft geht.

Wie stark die Klickraten im Jahresverlauf schwanken, zeigt der Vergleich der Quartale 2014: In den Herbst- und Wintermonaten (Quartale I und IV) waren die E-Shopper 20 Prozent häufiger online als in den Frühjahr- und Sommermonaten (Quartale II und III). Absoluter Spitzenreiter war der Dezember (10,4 Prozent), dessen weihnachtlicher Glanz wohl auch auf November und Januar abgestrahlt hat. Die rote Laterne bei den Klickzahlen trug der Juni 2014 (7,2 Prozent), gefolgt vom April (7,3 Prozent). Auch wenn die Zahlen für 2015 insgesamt im Online-Handel deutlich höher sind, ist der Juni auch in diesem Jahr der Tiefpunkt.

Onlineshopping: Deutlicher Einbruch im Sommer

Lorenz Petersen, CEO von billiger.de, rät, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen: „Der Online-Handel kann beispielsweise mit Sonderaktionen im Sommer eine höhere Aufmerksamkeit erzeugen oder ganz gezielt Out-of-Home-Werbung und mobile Advertising in den Sommermonaten verstärken, um seine Zielkunden zu erreichen, auch wenn sie sonnige Tage verständlicherweise lieber draußen und unterwegs verbringen als zu Hause vor dem PC.“

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Warum brechen die Zahlen beim Onlinehandel im Sommer so ein? Angesichts der starken Verbreitung von Smartphones und Tablets, mit denen theoretisch sogar am Badesee geshoppt werden kann, verwundert das ein wenig. Vielleicht machen die warmen Temperaturen, Sonnenschein und Urlaubsfeeling die Menschen einfach so zufrieden, dass es gar nicht nötig ist, sich glücklich zu kaufen. Oder sie geben ihr Geld für Eis aus.