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MOBILE

Wer hat Angst vorm Adblocker? Wie Mobile Werbetreibende vorbeugen können

6. July 2015 (sb)
Kalim - dollarphotoclub.com

Die Diskussion um Adblocker auf mobilen Endgeräten hat in den letzten Monaten den Markt aufgewühlt. Und es bleibt wohl nicht nur bei der Theorie: Nachdem Mobilfunkanbieter angedroht hatten, Werbeanzeigen in ihren Netzen zu blockieren, Adblock Plus einen mobilen Browser für Android im Betastadium gestartet hat und Apple mit seinem Update auf ios9 voraussichtlich im Herbst die Voraussetzungen für Adblocker auf seinen Geräten schaffen will, ist die tatsächliche Einführung von mobilen Adblockern wohl auch nicht mehr aufzuhalten. Bis dahin bleibt Publishern und Werbetreibenden aber noch etwas kreative Zeit, um sich darauf einzustellen.

Laut Heiko Genzlinger, CEO von Trademob, einer Plattform für programmatische Mobile App Werbung, gilt dies vor allem für App-Anbieter. Inn-App Ad Ablocking sei gegenwärtig noch kein Thema, daher hätten diese Anbieter noch mehr Zeit sich vorzubereiten. „Im Idealfall lernen sie dabei aus den Fehlern, die im klassischen Web lange Zeit gemacht wurden, und arbeiten vereint daran, mobile Werbung schnell besser und relevanter zu machen“, kommentiert Heiko Genzlinger.

Seiner Meinung nach blockieren die meisten Nutzer Werbung nicht nur, weil sie für sie keine Relevanz hat, sondern auch weil sie die Nutzererfahrung durch sperrige und unkreative Formate stört, vor allem auf dem Smartphone. Die Etablierung von Werbeformaten, die sich nahtlos in den Content einfügen und inhaltlich zum Umfeld passen, ist laut Genzlinger insbesondere auch für Mobile der entscheidende Schritt in die richtige Richtung: „Auch mobile Publisher sollten klar auf Formate wie Native Advertising, Sponsored Content und Branded Entertainment setzen, und dabei die Erfahrungen aus dem klassischen Web beherzigen. Es kann nicht sein, dass wir im Jahr 2015 noch immer von
Pop-ups belästigt werden“.

Foto: Trademob Heiko Genzlinger, CEO Trademob

Heiko Genzlinger sieht bei der Qualität mobiler Werbung noch deutlich Luft nach oben. Zum einen liegt das seiner Meinung daran, dass das Freemium-Modell bei Apps weit verbreitet ist: Bei der kostenlosen Variante soll die Nutzererfahrung offensiv unterbrochen werden, um Anwender von der kostenpflichtigen Variante zu überzeugen. Werbung soll hier also bewusst nerven. Zum anderen kämpft mobile Werbung aufgrund der kleineren Displays oft mit dem „Wurstfingereffekt“ – also mit dem versehentlichen, ungewollten Klick. Darauf hatte Google gerade einen Vorstoß unternommen und die Usability seiner Werbeanzeigen optimiert.

Das alleine aber reiche nicht, so Genzlinger: „Wenn mobile Werbung stört, schafft sie den direkten Anreiz zur Nutzung von Adblockern. Es geht nicht nur darum, die Usability von mobilen Bannerformaten zu verbessern, um dem sogenannten Wurstfingereffekt vorzubeugen. Mobile Werbung muss in Gänze besser werden: inhaltlich relevanter, kreativer oder informativer, nahtlos eingebettet in das Nutzererlebnis“. Das Ziel muss also lauten, durch Werbung einen Mehrwert zu schaffen. Und dafür ist ein Smarthpone als Medium eigentlich bestens geeignet: Kein anderes Endgerät bietet so gute Möglichkeiten für situations- und standortbezogene, kontextsensitive Werbung an.

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