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Twitter will Mobile, Programmatic Buying und Branding zusammenbringen

28. Mai 2014 (hc)

Die Omnicom Media Group hat einen 230 Millionen US-Dollar schweren Deal über zwei Jahre mit Twitter geschlossen. Im Rahmen des Deals soll der Omnicom Trading Desk Accuen an MoPub angeschlossen werden. MoPub ist ein Werbenetzwerk und Marktplatz für mobile Werbung, das Twitter im vergangenen September für geschätzte 350 Mio. Dollar akquirierte. Twitter hat bereits in der Vergangenheit mit anderen Agenturnetzwerken ähnliche Werbevereinbarungen getroffen, zuletzt im April mit Starcom MediaVest über ein Volumen von 200 Mio. Dollar, ebenfalls für eine Laufzeit von zwei Jahren.

In der Vereinbarung werden Anzeigenpreise festgeschrieben und der Zugang zu Auftragsbeständen für Omnicom-Agenturen geregelt. Außerdem bekommt Omnicom in Zukunft bevorzugten Einblick in neue Werbeformate und Entwicklungen. Auch seien gemeinsame Forschungen laut dem Wallstreet Journal vereinbart worden.

Derzeit stellt Twitter über die MoPub Exchange nur Mobile-Inventar von Dritt-Publishern dem automatisierten Mediahandel (Programmatic Buying) zur Verfügung. Dies soll sich aber schon bald ändern. Adam Bain, President von Twitter: „Das ist die erste Vereinbarung mit einer Holdinggesellschaft, die wir im Bereich Mobile-Anzeigen abgeschlossen haben. Das ist großartig für uns, weil durch den Austausch jetzt hochkarätige Werbefachleute zu uns kommen werden […] Wir haben die Öffnung von Twitter für programmatische Käufe noch nicht angekündigt, aber es ist nur natürlich, und wir müssen das tun.”

Holger Mews

TV-Gelder im Fokus

Twitter will sich offenbar weiter als „Mobile Company" etablieren. Ein wichtiger Antriebspunkt ist für das seit 2013 börsennotierte Unternehmen die Monetarisierung über Werbegelder. Insofern ist der Schritt, das Mobile-Ad-Network MoPub weiter auszubauen nur folgerichtig, glaubt auch Branchenexperte Holger Mews, Senior Vice President of Programmatic Trading beim DSP und Technologieanbieter Adform: „Twitter versucht über seine Positionierung vor allem an die TV-Gelder heranzukommen, angesprochen werden sollen vor allem Branding-, TV-, Entertainment- und Konsumgüter-Budgets. Daher ist der Vorab-Deal mit einem der großen Trading-Desks auch hier folgerichtig, denn an die großen Werbebudgets kommt man nur über die Agenturnetzwerke heran. Es bleibt jedoch die Frage offen, wie man die drei Hype- und Trendthemen Mobile, Programmtic und Branding zusammenbringen will.“