ECOMMERCE

Social Media im Länder- und Branchenvergleich

27. Mai 2014 (stg)

Wer sich im Netz erfolgversprechend positionieren möchte, kommt an Social Media nicht vorbei. Zwei Drittel der deutschen Internetnutzer sind in sozialen Netzwerken aktiv, 69 Prozent davon sogar täglich. Für Onlinehändler stellt das Tag für Tag eine hohe Reichweite in Aussicht. Schließlich sind die Wege im Internet kurz und der Ausflug vom sozialen Netzwerk in den Onlineshop ist stets nur einen Klick entfernt. Preisvergleicher Idealo wollte daher wissen, welche Social Media Kanäle von Onlinehändlern bevorzugt genutzt werden.

Deutschland ist Social Media-Spitzenreiter.

Idealo wollte wissen, welche Social Media Kanäle von Onlinehändlern bevorzugt genutzt werden, wie sich die Händler im europäischen Vergleich unterscheiden und ob es branchenspezifische Besonderheiten in der Wahl der Kanäle gibt. Dazu wurden die Top 50 idealo Partnershops aus verschiedenen Ländern und Branchen hinsichtlich ihrer Social Media Präsenz untersucht:

Europavergleich: Spitzenreiter Facebook, Schlusslicht Instagram

Im Ländervergleich positioniert sich Facebook über die Nationen hinweg als die meistverbreitete Plattform bei den untersuchten Onlinehändlern. Eine Ausnahme hiervon bilden die britischen Shops, bei denen Twitter knapp vor Facebook liegt. Umso erstaunlicher ist es, dass der Kurznachrichtendienst von britischen Händlern insgesamt dennoch seltener eingesetzt wird (74 Prozent) als von den deutschen und spanischen Shops (jeweils 80 Prozent), die sich damit in Punkto Facebook- und Twitter-Nutzung den ersten Platz im Ländervergleich teilen.

Twitter hat nur in UK die Nase vorn

Den letzten Platz der von Händlern genutzten sozialen Netzwerke bildet länderübergreifend das Foto- und Videoportal Instagram. Lediglich in Großbritannien werden Blogs noch seltener eingesetzt (28 Prozent) als Instagram (30 Prozent). In Polen (Instagram und LinkedIn: jeweils 4 Prozent) und Italien (Instagram und Blog: jeweils 10 Prozent) steht Instagram zwar an letzter Stelle, aber immerhin nicht als alleiniges Schlusslicht da. Polen ist zudem das einzige Land unserer Studie, in dem Google+ von mehr Händlern genutzt wird (40 Prozent) als Twitter (30 Prozent). In Italien werden die beiden letztgenannten Netzwerke zu gleichen Teilen von den betrachteten Shops eingesetzt (jeweils 60 Prozent). Gleiches gilt für Deutschland (jeweils 80 Prozent).

Branchenvergleich: Generalisten und Elektronikhändler führend in den sozialen Netzwerken

Betrachtet man die Ergebnisse nach Branchen, sticht Facebook auch dabei weitgehend als wichtigstes Netzwerk hervor. Bemerkenswert ist jedoch, dass die betrachteten Generalisten und die Shops der Bereiche Elektronik und Mode in gleichem Maße auf Twitter und Google+ vertreten sind wie auf Facebook. Generell weisen die Händler dieser drei Branchen eine stärkere Präsenz in sozialen Medien auf als die untersuchten Shops der Bereiche Kinder und Automobil. Insgesamt betrachtet sind Generalisten und Elektronikhändler am stärksten in den meisten Medien vertreten.

Social Media findet in der Automobilbranche eher wenig Beachtung.

Händler für KFZ-Zubehör setzen kaum soziale Medien abseits von Facebook (70 Prozent) ein. Instagram und Pinterest finden in der Branche, die sich klassischerweise eher an ein männliches Publikum ausrichtet, in unserer Studie überhaupt keine Verwendung. Hingegen ist von den Shops aus den Branchen Mode und Kinder jeweils die Hälfte auf Pinterest vertreten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass ein Großteil der privaten Pinterest Nutzer laut einer aktuellen Studie weiblich ist. Außerdem liegt es in der Natur dieser Netzwerke, dass sie sich besonders für die Präsentation von Produkten wie Accessoires, Kleidung oder Spielzeug eignen, bei denen die Optik eine große Rolle spielt.
 
In Punkto Social Recruiting ist Xing bei den deutschen Händlern branchenübergreifend beliebter als das US-amerikanische Pendant LinkedIn, mit Ausnahme der Automobilhändler, wo beide Medien gleichauf liegen. Beide Karrierenetzwerke werden in den meisten Fällen jedoch ausschließlich für das Anlegen eines Unternehmensprofils genutzt. Inhalte werden, abgesehen von Stellenausschreibungen, kaum von den Händlern geteilt.

Facebook bekommt zunehmend Konkurrenz im E-Commerce

Aber das Netzwerk ist hierzulande nicht außer Konkurrenz - Twitter und Google+ sind Facebook dicht auf den Fersen, wenn es um die Präsenz der untersuchten Onlinehändler geht. Generell kann eine Kombination der Kanäle sinnvoll sein, beispielsweise um das virale Potenzial eines Tweets zur Bewerbung eines relevanten Blogposts zu nutzen.