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E-MAIL MARKETING

Social Media und E-Mail-Marketing wachsen zusammen

Von Hans J. Even
10. Dezember 2012

Facebook, Twitter, Google+ – die Konkurrenz für E-Mail-Newsletter ist zugegebenermaßen größer als noch vor einigen Jahren. Doch wer aufgrund von Social Media sein E-Mail-Marketing vernachlässigt geht ganz sicher den falschen Weg. Die E-Mail ist lebendig wie eh und je und kann mithilfe von Social Features noch erfolgreicher sein als bislang. Doch was müssen Marketing-Verantwortliche genau beachten?

Social Media löst die E-Mail ab – diese These hält sich hartnäckig und der Erfolg von Unternehmens-Newslettern beweist genauso hartnäckig das Gegenteil. Beide Kanäle erfüllen sehr verschiedene Funktionen. Sie können sich somit nicht ersetzen sondern nur gegenseitig ergänzen. Während in den sozialen Netzwerken vorrangig Aufmerksamkeit und Interesse erzeugt wird, können mit Newslettern Dienstleistungen oder Produkte besser an den Mann gebracht werden. Soziale Netzwerke sind inhaltlich und Newsletter eher werblich getrieben. Bei Facebook können beispielsweise zusätzliche E-Mail Adressen gesammelt werden, die dann für den Newsletter zum Einsatz kommen.

Die erfolgreichsten Newsletter mit den höchsten Öffnungsraten und Click-to-open-Rates beinhalten klickstarke Social Media-Elemente. Mit dem richtigen Know-how können Newsletter also noch besser als bisher zum Einsatz gebracht werden, denn die Vorzüge von Social Media können auch im E-Mail-Marketing gewinnbringend eingesetzt werden.

E-Mail ist das persönlichste elektronische Medium

Es gibt mehr als 2,9 Milliarden E-Mail Accounts auf der Welt – also mehr als alle Facebook- & Twitter-Profile zusammengerechnet. E-Mail ist somit noch immer das persönlichste aller elektronischen Medien. Vor allem Geschäftsleute, nutzen für Business-Zwecke nach wie vor hauptsächlich E-Mails. Durch Einschränkungen im Unternehmen haben sie sogar teilweise gar keinen Zugriff auf Social Media.

Ein Tweet wird schnell übersehen

E-Mails bekommen mehr Aufmerksamkeit, weil sie bewusst gelöscht werden müssen und man sie nicht ohne weiteres ignorieren kann. Ein Tweet, Post oder Blogeintrag hingegen kann sehr leicht übersehen werden und verschwindet schnell in der Timeline. Newsletter-Abonennten hingegen erwarten einen Newsletter, da sie sich aktiv dafür angemeldet und somit das Bedürfnis ausgesprochen haben, dass sie über ein bestimmtes Thema informiert werden möchten.

Internet-Nutzer im Allgemeinen überprüfen ihre E-Mails um 11 Prozent öfter als ihre Social Media-Konten. Die Zahl für Geschäftsleute dürfte deutlich höher liegen. Eine Umfrage ergab, dass 66 Prozent der Verbraucher einen Online-Kauf auf Grund einer E-Mail getätigt haben und bisher nur 20 Prozent auf Grund einer Anzeige auf Facebook.

Beobachten Sie das Social Net und Ihr Newsletter profitiert

Wer einen ansprechenden Newsletter gestalten möchte, darf nicht auf der Stelle treten. Trends zu beobachten, Themen zu identifizieren und Feedback der Zielgruppe aufzunehmen ist das A und O. Dazu kann sich Inspiration aus dem sozialen Netz geholt werden, um Newsletter fit für die Zukunft zu machen. Social Media kann für Marketingkampagnen via E-Mail eine Goldgrube sein und nicht, wie oft behauptet, ausschließlich Nachteile bringen.

Shopbetreiber können Ideen, Anregungen und auch die Kritik aus dem Social Net aufgreifen und in Newsletter-Kampagnen umsetzen. So werden Synergien auf allen Kanälen geschaffen. Erst etwas mehr als die Hälfte aller Unternehmen besitzen überhaupt ein Unternehmensprofil bei Facebook und sogar nur 2 Pro-zent bei Google+. Dabei erreichen Marken wie Nutella schon mehr als 16 Millionen Fans. Hier gibt es viel Potenzial zur Erreichung der Zielgruppen, das genutzt werden sollte.

Der Kunde auf allen Kanälen

Social Media wird von vielen Unternehmen noch immer lediglich als Community angesehen und hat den Status als hochwertigen Vertriebskanal noch nicht erreicht – oftmals zu Unrecht. Kundschaft ist zu einem sehr großen Teil auch in Social Media vertreten und so kann der Kanal auch als CRM eingesetzt werden. Die Zielgruppe kann hier abgefangen und die wichtigsten Themen gestreut werden. Gezielte Werbung auf Social Media Kanälen sollte aber tabu sein. Dies ist ein Kanal für offenen Dialog und nicht für Werbeblättchen.
Durch E-Mail-Marketing-Software, wie z.B. die vom Anbieter Inxmail, sind bei Newslettern kaum gestalterische Grenzen gesetzt.

Bei Social Media hält man sich hingegen an vorgegebene Layouts, die nur in sehr geringem Maße individualisiert werden können. Die Steuerung relevanter Inhalte ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im E-Mail Marketing. Dies gilt besonders in der B2B-Kommunikation, denn geschäftliche Empfänger haben nur wenig Interesse an offensiven Werbebotschaften – wichtig ist persönlicher Mehrwert!

Unsere Tipps für die Verknüpfung von E-Mail und Social Media:

  • Rufen Sie in Ihrem Newsletter dazu auf, ihn bei Facebook und Co. zu teilen. Indem Sie Ihre Empfänger dazu animieren, schaffen Sie Relevanz für das Thema und zeigen, dass Sie auch in der sozialen Welt aktiv sind. Bauen Sie eine „Share with your Network”-Funktion ein: Integrieren Sie Social Buttons der gängigsten sozialen Netzwerke unter Ihre einzelnen Artikel. So können Ihre Inhalte sozial verlängert werden und Sie bekommen eine höhere Reichweite.
  • Animieren Sie Empfänger z.B. über Gutscheine zum Teilen Ihrer Inhalte.
  • Verknüpfen Sie Ihre Newsletter-Strategie mit Ihrer Social Media-Strategie. Themen, die Sie im Newsletter aufgreifen, sollten Sie auch in Ihren sozialen Kanälen streuen. Es bietet sich an die Themen zuerst im Newsletter aufzugreifen, da so ein Exklusivitätscharakter beim Empfänger entsteht.
  • Teilen Sie nicht alles: Das Teilen oder Liken kompletter Newsletter ist als Funk-tion zu grob gefasst. Der Leser sollte die Chance haben, nur einzelne Teilberei-che und Artikel weiter zu empfehlen.
  • Optimieren Sie Ihren Newsletter für Smartphone und Tablet. Durch Responsive Design vermeiden Sie eine schlechte Darstellbarkeit Ihres Newsletters und er-höhen so die Öffnungsraten und Teilbarkeit in sozialen Netzwerken.
  • Bauen Sie im Footer-Bereich Ihres Newsletters einen Hinweis auf alle sozialen Netzwerke ein, bei denen Sie aktiv sind. Verlinken Sie dazu über das entsprechende Logo. So sehen die Newsletter-Empfänger auf einen Blick, auf welchen Kanälen Sie noch aktiv sind.
  • Bauen Sie auf die richtige Software: Professionelle Anbeiter bieten Ihnen als Tool die besten Möglichkeiten für die strategische Optimierung Ihres Newsletters.
Hans J. Even
Über den Autor/die Autorin:

Hans J. Even ist seit 1999 Geschäftsführer der Full-Service-Internet-Agentur TWT Interactive in Düsseldorf und verantwortet die Units Consulting, Business Development und Sales. Vor seiner Tätigkeit bei TWT arbeitete der Diplomkaufmann und Master of Business für führende internationale Investmentbanken und Consulting-Unternehmen in den Bereichen Corporate Finance, Strategie, Vertriebs- und Prozessoptimierung.