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Bigpoint entlässt 120 Mitarbeiter

25.10.2012 | Von adz.sg

Das Wachstum des Hamburger Spieleentwicklers ist laut Hamburger Abendblatt anscheinend vorbei. Wurden zu Beginn noch 150 neue Mitarbeiter gesucht, werden nun 120 Mitarbeiter, davon 80 in Hamburg entlassen. Der Gründer Heiko Hubertz wechselt zudem am Ende des Jahres in den Aufsichtsrat.


Heiko Hubertz

Im Internet hat es bereits einige böse Vorahnungen gegeben, 120 Beschäftigte des Spieleentwicklers, davon allein 80 in der Hansestadt verlieren ihren Arbeitsplatz. "Wir müssen heute leider 80 Arbeitsplätze streichen", sagte der Gründer Heiko Hubertz gestern Mittag zum Hamburger Abendblatt. Obwohl die Boomphase der Online-Gaming-Industrie zu Ende ist, kommt der Zeitpunkt der Entlassung dennoch überraschend, da die Erfolgsstory von Bigpoint immer weiter zu gehen schien. Die Verwunderung wird immer größer, wenn man bedenkt, dass Bigpoint im Januar noch 150 neue Mitarbeiter suchte.

Das Unternehmen war in wenigen Jahren auf mehr als 800 Beschäftigte angewachsen, 70 Onlinespiele in mehr als 150 Ländern und einer Kundschaft von 290 Millionen Spielern sind vorzuweisen. Der weiter steigende Erfolg beim Softwareentwickler bleibt aus und auch der Chef und Gründer, Heiko Hubertz, wechselt im Januar des nächsten Jahres in den Aufsichtsrat und wird nur noch beratend tätig sein. Als Gründe nannte der 36-Jährige dem Hamburger Abendblatt, seinen Wunsch mit der langjährigen Freundin endlich die Familienplanung zu starten.

Der Manager, der schon als Schüler erste eigene Spiele programmierte, konnte in den vergangenen Jahren den Umsatz stets vervielfachen. "Diese Zeiten sind nun erst mal vorbei", sagte Hubertz dem Abendblatt, Es gibt immer mehr Firmen, die in diesem Segment mitverdienen wollen. Auch auf dem Smartphone werden Spiele, wie Farmerama nicht mehr gehypt. „In diesem Markt verdient man praktisch nichts."

Die Nutzer können Abenteuer-, Fantasy- oder Bauernhofspiele kostenlos spielen. Nur der weltweit funktionierende Verkauf von virtuellen Gegenständen, wie Schwerter oder Tiere, bringt dem Unternehmen die größten Einnahmen. "Doch der Standort in San Francisco ist extrem kostspielig", sagte Hubertz. In der Branche wurde gemunkelt, dass Bigpoints Niederlassung am Pazifik im vergangenen Jahr einige Millionen Dollar Verlust angehäuft haben soll. Im Silicon Valley heißt es nun auch für etliche Mitarbeiter Abschied nehmen: "Wir trennen uns in Kalifornien von 40 Leuten und schließen die Entwicklungsabteilung", so Hubertz dem Hamburger Abendblatt.

Der gebürtige Schleswig-Holsteiner wird sich nun allerdings kaum zur Ruhe setzen. Laut Hamburger Abendblatt lebt Hubertz sich zunächst wieder in Hamburg ein und will nach eigenen Worten viel reisen, fremde Kulturen kennenlernen und dann auch die eine oder andere Idee wieder an die Elbe mitbringen: "Ich kann mir gut vorstellen, wieder etwas Neues auf die Beine zu stellen.“



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