SEARCH MARKETING

Mit welchem Shopsystem haben Sie die besten SEO-Chancen?

Von Sascha Krenner, 10. Mai 2012

Wer seine Waren auch über das Internet anbieten möchte, kann aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Online-Shopsystemen auswählen. Vielen Händlern werden täglich zahlreiche Angebote zugesendet; in Fachzeitschriften und auf Webseiten versuchen sich die Shopanbieter gegenseitig mit ihren Vorteilen zu überbieten. Welches System ist das richtige für mich?

Diese Frage müssen die Händler individuell für sich beantworten und auf die Bedürfnisse ihres Warenportfolios und ihrer Zielgruppe abstimmen. Aber auch aus der Sicht eines Suchmaschinenoptimierers haben die unterschiedlichen Systeme eindeutige Vor- und Nachteile – diese werden meist in Werbeanzeigen und Verkaufsgesprächen der Shopanbieter nicht so ausführlich thematisiert. Eine suchmaschinenkonforme Aufbereitung der eigenen Online-Präsenz kann jedoch gerade im E-Commerce-Bereich ausschlaggebend für den Geschäftserfolg sein.

Um eine Webseite oder einen Shop optimal für die Bedürfnisse der Suchmaschinen vorzubereiten, müssen zahlreiche Faktoren und Signale berücksichtigt werden. Um den Umfang dieses Artikels nicht zu sprengen, habe ich mich im Folgenden jedoch auf eine Auswahl an relevanten SEO-Kriterien beschränkt und diese genauer analysiert. Dabei stand im Mittelpunkt, dem Leser einen guten Überblick darüber zu verschaffen, welche Shopsysteme aus SEO-Sicht die beste Wahl sind.

**Folgende SEO-Kriterien wurden in die Gegenüberstellung aufgenommen:

Sprechende URLs

Damit sind URLs gemeint, die nur Wörter mit einer direkt erkennbaren Bedeutung enthalten. Sprechende URLs bzw. Real URLs oder Search Engine Friendly (SEF) URLs helfen nicht nur Benutzern, den Inhalt auf der Zielseite besser zu erkennen. Auch Suchmaschinen bewerten für Menschen lesbare und interpretierbare URLs positiv. Aus diesen Gründen sind sprechende URLs ein unverzichtbares Feature für ein gut optimiertes Shopsystem.

Beispiel für eine weniger gute URL: www.shopname.de/index.php?catid=xyz123

Beispiel für eine bessere URL: www.shopname.de/kategorie/produktname


META-Discription

Die META-Description wird von Google als Teil des Suchergebnistreffers in den SERPs (Suchergebnisseite) ausgegeben. Dies bietet den Vorteil, dem potenziellen Käufer Eigenschaften des Produkts sowie eine Handlungsaufforderung zu präsentieren. Auch als Rankingfaktor wird die META-Description von vielen SEOs unterschätzt. Der Produktname bzw. der optimierte Suchbegriff sollte weit vorne in der Description stehen. Die Kunst dabei ist, die Inhalte der Seite im Rahmen der erlaubten 160 Zeichen so anschaulich wie möglich zu beschreiben. Mit dem Ziel, dass der Suchende direkt einen guten Eindruck erhält, was ihn nach dem Klick auf dieses Ergebnis erwartet.**

Canonical-Attribut

Das Canonical-Attribut (umgangssprachlich und nachfolgend canonical-tag genannt) ist ein sehr wichtiges Thema und man könnte mit Leichtigkeit einen separaten Artikel darüber schreiben. Das Wichtigste daran ist aber, dass man durch die Verwendung dieses Tags Google mitteilen kann, dass eine bestimmte URL-Version einer Seite die bevorzugte ist. Dieses Tag ist also ein wichtiges Instrument, um Duplicate Content auf Webseiten zu vermeiden.

Syntaktisch wird das canonical-tag folgendermassen im einer Webseite platziert:
**

Titel Tag

Das Title Tag ist ein sehr wichtiger Rankingfaktor für Google und sollte auf allen Unterseiten individuell gestaltet sein. Einen individuellen Title für einzelne Seiten erstellen zu können, hat den Vorteil, dass dort Handlungsaufforderungen wie „günstig kaufen“ oder andere Passagen zur Erhöhung der Klickattraktivität untergebracht werden können. 50 Zeichen müssen Ihnen dafür reichen, denn Google schneidet die darauffolgenden Worte automatisch ab. Selbstverständlich bietet es sich an, auch den wichtigsten Suchbegriff im Title Tag zu verwenden. Dabei sollte der Suchbegriff so weit vorne wie möglich im Title untergebracht werden.

Ähnliche Artikel

Damit ist gemeint, dass passend zu einem aufgerufenen Artikel automatisch auf weitere Angebote des Shops hingewiesen wird. Für Shopsysteme ist diese Funktion sehr wichtig – nicht nur, um potenzielle Kunden auf weitere Interessante Artikel hinzuweisen, sondern auch zur Verbesserung der internen Verlinkung. Eine gut durchstrukturierte und logisch aufgebaute interne Verlinkung kann sich wiederum positiv auf das Ranking bei Google auswirken.

Content-Ergänzung

Google bevorzugt Seiten, die relevante und tiefer gehende Inhalte zu einem Thema liefern, um die eigenen Nutzer immer mit den besten Informationen zu versorgen. Für Shopbetreiber ist das meist eine etwas umständliche Thematik. Inhalte auf Kategorie- und Herstellerseiten bieten sich an, optimierte Texte zu generischen Begriffen bzw. Produktgruppen unterzubringen, denn das sind ja meistens auch die Seiten, die man effektiv in Google platzieren möchte.

Rich Snippets

Rich Snippets sind eine allgemeine Bezeichnung für die Anreicherung der Google-Suchergebnistreffer mit zusätzlichen Informationen. Durch spezielle Auszeichnungen im Quellcode kann Google mitgeteilt werden, bei welchem Teil der Seite welche Information beschrieben sind. Es gibt einige Möglichkeiten, den Quellcode mit diesen Anreicherungen zu versehen. Google entscheidet dann individuell, welche Informationen mit im Suchergebnis auftauchen. Wer sich im Detail für das Thema interessiert, sollte sich mit den Stichworten Schema.ord, RDFa, Microdata oder allgemeiner mit dem Semantic Web beschäftigen.

Shopsysteme mit Hinblick auf ihre „SEO-Tauglichkeit“

Es gibt, wie bereits erwähnt, eine Vielzahl von Shopsystemen auf dem Markt. Ich habe mich auf drei weitverbreitete Systeme konzentriert, die alle auch in kostenlosen Varianten angeboten werden und daher von den meisten Online-Händlern bevorzugt werden: Magento, xt:Commerce Veyton und Oxid eShop.

Magento

Bei Magento handelt es sich um ein E-Commerce-System, welches Mitte 2008 das Licht der großen, weiten Internetwelt erblickte. Seit dem Start verbreiteten sich die Magento-Systeme sehr schnell. In der Community Edition ist Magento kostenlos. Wählt man diese Variante, erhält man hinsichtlich Installation und Pflege keinen Support von der Firma Magento selbst.

Das Wort kostenlos ist hier jedoch mit Vorsicht zu genießen. Im Idealfall erfordert der Shop einen eigenen Server. Auch die Anpassungen im Shopsystem erfordern mehr Aufwand als in anderen freien Shopsystemen. Ist man sich dessen bewusst, so bekommt man mit Magento ein sehr gut ausgestattetes Shopsystem mit vielen sinnvoll integrierten Features.

Die Community Edition von Magento bietet standardmäßig folgende Möglichkeiten für die Suchmaschinenoptimierung des Shops:

* Spezielle Content-Seiten können angelegt werden, auf Kategorie- und Herstellerseiten jedoch kein Textinhalt. ** Diese Funktion kann mit einem kostenlosen Plug-in nachgepflegt werden.

xt:Commerce

Ist in diesem Artikel von xt:commerce die Rede, ist Version 4 – „xt:commerce Veyton“ gemeint. Bis Version 3.x stand das Shopsystem unter GNU Public License. Bei Version 4 ist dies nicht mehr der Fall. Veyton ist in verschiedenen Versionen erhältlich. Unter anderem auch in einer kostenlosen Community Version. Die kostenpflichtigen Versionen bieten zusätzlich die Möglichkeit, mehrere Shops in einem Backend zu verwalten.

* Die Funktion kann ohne zusätzliche Kosten im Backend aktiviert werden ** Diese Funktion kann auch hier mit einem kostenlosen Plug-in nachgepflegt werden.

Oxid eShop

Auch beim Oxid eShop gibt es verschiedene Versionen. In diesem Artikel konzentriere ich mich auf die kostenlose Open Source – Community Edition des Oxid eShops. Ähnlich wie bei xt:commerce Veyton fehlt bei der Communityvariante der Support seitens des Herstellers. Für Einsteiger ist die Shopsoftware weniger geeignet. Ähnlich wie bei Magento bietet das System eine Fülle an Funktionen, die erst einmal gedanklich zugeordnet werden müssen, bevor ein effizientes Arbeiten im System möglich ist. Oxid hat im Vergleich mit den anderen Systemen von Haus aus die größte Vielfalt an SEO-Kriterien abgedeckt.

* Die Funktion kann ohne zusätzliche Kosten im Backend aktiviert werden

Fazit

Alle drei verglichenen Systeme bringen nach einer abgeschlossenen Installation einiges an Anpassungsaufwand mit sich. Für alle Shops gibt es umfassende Template-Angebote. Diese sind im Einzelnen auf ihre SEO-Konformität zu bewerten.

Wenn man die relativ aufwendige Einarbeitung ins Oxid eShop System außer Acht lässt, ist es aus SEO-Sicht die beste Wahl. Dicht dahinter folgt Magento. Auch hier sind alle Kriterien – teilweise mit Plug-ins – abzudecken. Ein Magento-System benötigt jedoch recht viele Ressourcen. Aus diesem Grund sollte es auf einen leistungsstarken Server betrieben werden. Ein zu schwacher Server beeinträchtigt den Seitenaufbau. Die Seitengeschwindigkeit ist ebenfalls ein relevanter Faktor für die Suchmaschinenoptimierung.

Über den Autor:
Der diplomierte Informationswirt (FH) Sascha Krenner ist seit Sommer 2010 Teil des plateo-Teams. Dort betreut er als Online Marketing Consultant die High-Performance-Projekte der Online Marketing Solutions AG. Während dieser Zeit hat er schon zahlreiche Webseiten renommierter Online-Unternehmen optimiert und konnte mit verschiedenen Shopsystemen Erfahrungen sammeln. Auf dem Blog der Online Marketing Solutions AG teil er diese Erfahrungen regelmäßig mit interessierten Lesern.

Sascha Krenner Über den Autor/die Autorin:

Der diplomierte Informationswirt (FH) Sascha Krenner ist seit Sommer 2010 Teil des plateo-Teams. Dort betreut er als Online Marketing Consultant die High-Performance-Projekte der Online Marketing Solutions AG. Während dieser Zeit hat er schon zahlreiche Webseiten renommierter Online-Unternehmen optimiert und konnte mit verschiedenen Shopsystemen Erfahrungen sammeln. Auf dem Blog der Online Marketing Solutions AG teil er diese Erfahrungen regelmäßig mit interessierten Lesern.