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ONLINE VERMARKTUNG

Werben zwischen Link und Zielseite – mit Links Geld verdienen

29. October 2010 (jvr)

Immer wieder suchen wir bei Adzine nach neuen Online Werbemodellen, die wir Ihnen kurz vorstellen möchten. Der Dienst Adfly, der zum US amerikanischen Unternehmen Infostreet gehört, bietet beispielsweise ein recht exotisches Werbemodell an. Seine Besonderheit: Angemeldete „Adfly-Linkshrinker“, die einen Link über das Adfly Portal verkürzen, erhalten beim Userklick auf ihren Link einen Revenue Share.

Schnell, einfach, günstig?

Adfly rühmt sich mit einer einfachen Handhabung und will mit seinem Dienst vor allem kleine Advertiser ansprechen, die sich keine Gedanken über das Ad Management bzw. Adserving machen wollen. Nachdem der Advertiser auf Adfly einen Account eingerichtet hat, muss er die Kontigente der geplanten Visitors für das richtige Land festlegen, sein Creative hochladen und die URLs der Landing Page für die Kampagne angeben. Adfly leitet nur solche Visitors weiter, die in ihrem Browser Cookies zulassen und Flash und Javaskript aktiviert haben. Eigentlich strahlt dieses Werbemodell aufgrund seiner Einfachheit einen gewissen Charme aus. Denn für gerade einmal 3,- US Dollar TKP kann der Advertiser ein Interstitial Ad ausliefern lassen, welches beim Rezipienten wenigstens für 5 Sekunden sichtbar ist. Für einen ernsthaften Werbeeinsatz bedarf es aber an ein Heer von Usern, die über diesen Dienst ihre Links verkürzen.

Mühsam ernährt sich das Adfly Eichhörnchen. Quelle: Account auf Adfly.

Nachdem man sich bei Adfly angemeldet hat, kann der User seine Links auf der Adfly-Plattform verkürzen. Damit ist er ein Linkpublisher bzw. „Linkshrinker“, der dann bei Twitter, Facebook oder den Communities seiner Wahl diese Adfly-Links verteilen kann.  Diese Links sind bares (Klein-)Geld wert. Denn bevor der Internetnutzer nach dem Klick auf der Zielseite gelangt, wird seine digitale Reise durch ein großflächiges Interstitial Ad unterbrochen. Zurzeit verdient ein Linkshrinker 1,86 US Dollar pro TKP bei Werbeeinblendungen für Besucher aus Deutschland.

Ein typisches Interstitial, das derzeit über Adfly ausgeliefert wird.

Shrinken und Verlinken

Ob die Auszahlung über ein Paypal Konto tatsächlich reibungslos verläuft, lässt sich indes von dieser Stelle nicht sagen. Nur soviel: Ein Adzine Redakteur testet derzeit diesen Dienst privat, konnte aber mit 11 Adfly-Links und 64 Klicks gerade einmal knapp 0,10 US Dollar generieren. Ausgezahlt wird aber erst ab 5,- US Dollar. Da heißt es tüchtig „Shrinken und Verlinken“. Ein Blick ins Forum zeigt, dass der Dienst bisher noch nicht besonders gut angenommen wird. Gerade einmal 1913 Mitglieder nehmen dort an Diskussionen teil. Daraus lässt sich schließen, dass zu wenig User sich als Linkshrinker angemeldet haben und somit die Advertiser mit Adfly kaum Reichweite erzielen können. Allerdings sei erwähnt, dass dieser Dienst erst seit dem Sommer 2010 wirklich aktiv ist.

Vielleicht was für Twitter

Der Adfly Linkshrinker erhält ein Reporting, das ihm die einzelnen Klicks pro Adfly-Link und das Herkunftsland des klickenden Users ausweist. Genau diesen Dienst will auch Twitter demnächst mit seinem eigenen Linkverkürzer, dem t.co-Service anbieten. Daher könnte Twitter sich diese Idee von Adfly zueigen machen und endlich mit Werbung etwas mehr Geld verdienen. Freilich müssten sich die Twitteruser an diese Werbeform erst gewöhnen. Ob Twitter das seinen Usern zumuten will ist eher unwahrscheinlich, aber nicht gänzlich abwegig.