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SOCIAL MEDIA - Recruiting

Personalrecruiting 2.0

Von Markus Krambs
14. März 2008

Verfolgt man in den letzten Wochen die Berichterstattung der Medien, so wird man immer wieder mit einem Problem konfrontiert, dass nach Ansicht vieler Experten volkswirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe verursacht: Der Fachkräftemangel. Die Brisanz der Thematik wird noch deutlicher, wenn man bedenkt, dass in diesem Zusammenhang auch oft vom "war for talents" gesprochen wird.

Stellt sich für Unternehmen also die Frage, welche Mittel sie in diesem Kampf einsetzen, um letztendlich erfolgreich am Markt bestehen zu können. Die Herausforderung liegt zum einen darin, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, und zum anderen in der Sichtung bzw. Rekrutierung passender Mitarbeiter. Nach einer Studie von ARD und ZDF sind ca. 95 Prozent aller 20- bis 29-Jährigen aktive Internetnutzer und tummeln sich in Social Networks, schreiben Blogs oder abonnieren Podcasts bzw. RSS-Feeds. Die wichtigste Zielgruppe junger Studenten und Young Professionals befasst sich also regelmäßig mit dem World Wide Web und gibt bei mehreren Umfragen an, sich in Zukunft verstärkt im Internet über Jobangebote informieren zu wollen. Grund genug für Arbeitgeber das Web 2.0 auch in den HR-Bereichen einzusetzen, um dessen Potenziale zu nutzen. Aber welcher ist der richtige Weg und wie nutze ich die angebotene Vielfalt am besten?

Derzeit existieren in Deutschland ungefähr 600 Online-Jobbörsen, von denen sich bisher nur wenige etablieren konnten. Zu ihnen zählen u.a. Monster, Stepstone oder auch jobscout24. Bei diesen Schwergewichten der Branche handelte es sich bisher um Anbieter, die nahezu alle Berufsbilder vertreten. Aber auch spezialisierte Anbieter haben sich in den letzten Jahren herausgebildet und versprechen eine größtmögliche Effizienz, indem sie sich auf einzelne Berufsgruppen spezialisieren. Am bekanntesten sind wahrscheinlich Plattformen wie job-wahl.de oder itsteps.de für den IT-Bereich, der bekanntermaßen händeringend Fachkräfte sucht. Aber auch Branchenseiten für das Hotel- und Gaststättengewerbe (z.B. hotelcareer.de oder hoteljob.com) oder das Ingenieurwesen (z.B. ingenieur24.de oder ingenieurjobs.de) sind vertreten und versprechen den Suchenden Angebote, die speziell auf ihr Berufsbild zugeschnitten sind. Ein weiterer Trend ist die Fokussierung auf lokale Gebiete. Diese Plattformen werden meist von regionalen Zeitungen betrieben und stellen gerade für den örtlichen Mittelstand eine günstige Alternative zu großen Portalen dar. Darüber hinaus versucht man den Unternehmen durch erweiterte Datenbanken gefüllt mit relevanten Bewerberinformationen den passenden Mitarbeiter durch sogenannte Matching-Vorschläge schneller anbieten zu können.

Das Rekrutieren über Web 2.0 ist jedoch weit mehr als nur das Einstellen von Anzeigen in Online-Börsen und das Versenden von Bewerberunterlagen auf elektronischem Weg. Durch Instrumente wie Blogs, Podcasts oder Social Networks kann auch am Employer Branding, also der Attraktivität des Arbeitgebers und dem wahrgenommenen Image des Unternehmens gearbeitet werden. Gerade etablierte Anbieter entdecken diese Erfolg versprechende Strategie und bieten ihren Kunden eine Rundumberatung, die auch das Thema Unternehmensattraktivität beinhaltet. Der Arbeitgeber kann sich dadurch als aufgeschlossen und modern präsentieren und einen Dialog mit der Öffentlichkeit und den potenziellen Arbeitnehmern suchen.

Eines der neusten Beispiele, das zeigt, wie man die Web 2.0-Instrumente verknüpfen und für den HR-Bereich einsetzen kann, sind virtuelle Messen, auf denen sich Anbieter und Nachfrager treffen, kennenlernen und verabreden können. Anbieter sind hier u.a. jobfair24.de und headsforstudents.de, ein junges Start-up, das nach erfolgreicher Einführung auf dem Markt ein spezialisiertes Portal anbieten will und versucht, alle neuen Web 2.0-Technologien für den Recruiting-Markt nutzbar zu machen, um so ein effektives Werkzeug für die Mitarbeitersuche darstellen zu können. Hierbei kann das suchende Unternehmen eine eigene Welt kreieren und mit virtuellen Charakteren auf die Suche nach Mitarbeitern gehen. Durch Echtzeit-Chat-Systeme, Links zu relevanten Webinhalten, Mash-ups oder Podcasts kann so in kürzester Zeit, mit einem Minimum an Kosten und völlig ortsunabhängig ein Recruiting-Event durchgeführt werden, der allen Beteiligten Erfolg verspricht.

Als Fazit kann man festhalten, dass das Web 2.0 mit seinen Möglichkeiten große Potenziale bietet, die Unternehmen bei der Suche nach Talenten zu unterstützen. Es sollte jedoch weiterhin als Kombination zu altbewährtem wie den Printmedien gesehen werden. Des Weiteren ist es sinnvoll, Kooperationen sowohl mit Spezialanbietern als auch mit allgemeinen Jobbörsen einzugehen, um ausgewählte Kanäle mit einer attraktiven Reichweite nutzen zu können.

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