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SEARCH MARKETING

Artikelverzeichnisse: gute oder schlechte Links?

Von Markus Hövener
18. Januar 2008

Die Verlinkung einer Website ist insbesondere für Google ein wichtiger Faktor bei der Bestimmung des Suchmaschinen-Rankings. Je mehr andere Websites auf die eigene Website verlinken, desto besser. Und wenn auf der Seite, die auf die eigene Site verlinkt, auch noch die Suchbegriffe auftauchen, für die man selber gefunden werden möchte, ist das noch besser.

Leider hat man nicht immer Einfluss darauf, wie andere Websites verlinken. Wenn man sich z.B. in Web-Verzeichnisse einträgt, kann man eine Beschreibung vorgeben und hat somit einen direkten Einfluss, welche Wörter im Umfeld des Links zu finden sein werden. Aber wenn andere Blogs oder redaktionelle Medien verlinken, ist die Einflussnahme schon sichtlich schwieriger.

Viele Websites setzen daher gerne auf Artikelverzeichnisse. Diese Websites funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Tausche Link(s) gegen Text. Ein Webmaster kann einen Artikel bei einem Artikelverzeichnis einreichen, der dann auf der Website des Verzeichnisses erscheint. Der Autor kann dabei festlegen, welche Wörter auf welche Zielseiten verlinkt werden sollen.

Ein Beispiel finden Sie in der Grafik: Hier hat ein Website-Betreiber einen Artikel zum Thema Schüssler-Salze verfasst. Der Artikel erscheint im Artikelverzeichnis 0am.de und verfügt über einen Link, bei dem der Suchbegriff "Schüssler-Salz" verlinkt ist und der Link auf eine Seite zeigt, die auf den jeweiligen Suchbegriff optimiert ist.

Artikelverzeichnisse

Artikelverzeichnisse gibt es sehr viele: Die Website liefert dem Interessierten eine gute Übersicht aller nach PageRank (Grad der Verlinkung) sortierten Verzeichnisse. Der Aufwand, alle verfügbaren Artikelverzeichnisse zu nutzen, wird aber i.d.R. sehr hoch sein: Es ist nämlich nicht möglich, einen Artikel in alle Verzeichnisse einzutragen. Die Verzeichnisse prüfen jeweils automatisiert ab, ob der jeweilige Artikel schon in einem anderen Verzeichnis eingetragen ist. Alle Verzeichnisse haben ähnliche Kriterien für Texte (ca. 200 Wörter pro Artikel) und liefern eine ähnliche Anzahl an Links (meistens zwei oder drei). Nach der Eintragung eines Artikels wird man via E-Mail darüber informiert, dass der Artikel live ist.

Dass derartige Dienste kostenlos sind, liegt daran, dass die Betreiber der Artikelverzeichnisse Werbesysteme wie Google AdSense nutzen, um mit den Besuchern ihrer Website Geld zu verdienen. Denn die im Verzeichnis eingetragenen Artikel tauchen auch gelegentlich in Suchergebnissen auf. Der Artikel dient also nicht nur dem Linkaufbau, sondern kann (wenn auch in geringem Umfang) qualifizierte Besucher auf die eigene Website locken, falls der Besucher des Artikelverzeichnisses auf einen der Links im Artikel klickt.

Was meint Google?

Google hat sich nie direkt über Artikelverzeichnisse geäußert. Prinzipiell ist ja auch keine Regel verletzt worden: Es wurden weder Links gekauft noch getauscht zwei Praktiken, gegen die sich Google in letzter Zeit ausgesprochen und im Fall der gekauften Links sogar Abstrafungen durchgesetzt hat. Ein Dorn im Auge des Suchmaschinen-Giganten sind Artikelverzeichnisse aber wohl dennoch. Denn Artikelverzeichnisse unterwandern das Prinzip der organischen Verlinkung. Google hätte am liebsten eine Welt, in der die Anzahl der Links direkt in Verbindung mit der Popularität der jeweiligen Websites steht. Leider nur wissen Website-Betreiber, wie wichtig Links sind, und nutzen daher u.a. Artikelverzeichnisse, um mehr Links auf die eigene Website zu schalten.

In jedem Fall müssen Unternehmen, die auf Artikelverzeichnisse setzen, keine große Angst vor Abstrafungen haben. Gemäß dem Prinzip, dass eine Website für Links anderer Websites verantwortlich sein kann, ist es eher wahrscheinlich, dass Google (wie bei gekauften Links) die Quelle der Links in diesem Fall die Artikelverzeichnisse abstraft oder abwertet. Falls es dazu kommen sollte darüber wird oft spekuliert wäre die gesamte Arbeit, die in das Texten geflossen ist, wertlos. Ebenso würden sich die Rankings der eigenen Website verschlechtern, da die Links der Artikelverzeichnisse nicht mehr zählen würden

Fazit

Insgesamt ist das Risiko relativ beherrschbar. Unternehmen sollten aber nicht primär auf die Verlinkung über Artikelverzeichnisse setzen, da es nicht unwahrscheinlich ist, dass Suchmaschinen gegen Artikelverzeichnisse vorgehen und die Links dann ihren Wert verlieren. Links aus anderen Quellen (z.B. Branchen-Portale, Blogs, redaktionelle Medien) sollten mindestens einen gleichwertigen Anteil an den Links haben, getreu dem Motto: Setze nicht alles auf ein Pferd!

Über den Autor/die Autorin:

Markus Hövener ist geschäftsführender Gesellschafter und Head of SEO der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Darüber hinaus bloggt er zu SEO-Themen für die Internetkapitäne , ist Chefredakteur vom SEO-, SEA- und E-Commerce-Magazin suchradar und hält Vorträge auf Konferenzen wie zum Beispiel SMX, Conversion Conference, SEOkomm und Search Conference.