Plattformdruck und Budgetshift – BCN stellt Organisation neu auf
10. März 2026 (jh)Der Crossmedia-Vermarkter Brand Community Network (BCN) stellt seine Organisation neu auf und reagiert damit auf strukturelle Veränderungen im Werbemarkt. Das Unternehmen will Abläufe effizienter gestalten, technologische Services ausbauen und seine Angebote stärker auf daten- und performanceorientierte Werbemodelle ausrichten. Im Zuge des Umbaus sind auch Stellenstreichungen vorgesehen.
BCN ist ein Vermarktungs-Joint-Venture der Medienhäuser Hubert Burda Media, Funke Mediengruppe und Mediengruppe Klambt. Der Vermarkter bündelt Werbeangebote aus den Portfolios der beteiligten Verlage und vermarktet diese über Print- sowie digitale Kanäle. Mit der Neuausrichtung reagiert das Unternehmen laut eigenen Angaben auf veränderte Marktbedingungen und die zunehmende Verlagerung von Werbebudgets in digitale Plattformökosysteme. Künftig soll die Organisation stärker auf datenbasierte, technologische und kreative Services ausgerichtet werden.
Vier Servicebereiche im Zentrum der neuen Struktur
In Zukunft will BCN demnach seine Organisation entlang von vier zentralen Servicefeldern strukturieren. Dazu zählen Vermarktungsservices mit stärkerem Fokus auf Daten, Automatisierung und Performance sowie der Ausbau kreativer Dienstleistungen. Zu diesen kreativen Angeboten gehören unter anderem Kreativ-Konzepte, Influencer Marketing, Branded Content sowie Social Media und Performance-Kampagnen.
Darüber hinaus soll die eigene Automatisierungsplattform stärker skaliert werden und als Technologie-Service zur Verfügung stehen. Die Automatisierungsplattform “Smart Stack” bildet die technologische Basis der BCN-Vermarktung. Über das System lassen sich Werbekampagnen zentral planen, buchen, aussteuern und auswerten. Parallel plant BCN, bestehende Targeting-Angebote weiterzuentwickeln, um Reichweiten- und Wirkungsmodelle im Open Web zu stärken. Die Neuausrichtung baut weiterhin auf der bestehenden Vermarktungsstruktur der drei Medienhäuser auf. Gleichzeitig will BCN seine Position in der Print-Vermarktung beibehalten und digitale sowie crossmediale Services stärker ausbauen.
Personelle Anpassungen im Zuge der Transformation
Mit der organisatorischen Neuausrichtung gehen auch Veränderungen in einzelnen Unternehmensbereichen einher. Nach Angaben des Unternehmens sind insbesondere Bereiche betroffen, in denen die Nachfrage von Werbekunden im Zuge der Marktveränderungen zurückgeht. Welche dies konkret sind, wird nicht genannt. Derzeit führe BCN Gespräche mit dem Betriebsrat über die sozialverträgliche Umsetzung der Maßnahmen sowie über einen Sozialplan, heißt es. Eine offiziell bestätigte Zahl, wie viele Mitarbeitende die Stellenstreichungen betreffen, gibt es bislang nicht.
„Die Entscheidung für einen Stellenabbau ist das Ergebnis eines sorgfältigen Abwägungsprozesses und unvermeidbar, um BCN für die Zukunft handlungsfähig zu halten. Allen betroffenen Kolleginnen und Kollegen gelten unsere Wertschätzung und unser Dank“, so die Geschäftsführer in einem gemeinsamen Statement. Der organisatorische Umbau soll nach Unternehmensangaben bis Ende April 2026 abgeschlossen sein. Gleichzeitig bleiben zentrale Verantwortliche im Unternehmen unverändert in ihren Funktionen.
Werbemarkt unter Druck
Hintergrund der Neuorganisation ist ein tiefgreifender Wandel im Werbemarkt. Neben einer angespannten konjunkturellen Lage verlagern sich Werbebudgets zunehmend in digitale, algorithmisch gesteuerte Plattformen. Vor allem große Plattformökosysteme üben dabei wachsenden Druck auf klassische Vermarktungsmodelle und das Open Web aus.
“Für BCN bedeutet dies ein rückläufiges Werbevolumen in klassischen Gattungen, einen starken Shift in daten- und performancegetriebene Kanäle sowie höheren Preisdruck und kürzere Entscheidungszyklen”, erklärt Susanne Müller, Geschäftsführerin Märkte bei BCN. “Diesen Wandel nehmen wir an und richten das BCN konsequent neu aus. Als themenreichster Vermarkter Deutschlands mit Zugang zu allen relevanten Lebenswelten von Konsumenten haben wir eine einzigartige Ausgangsposition: Wir unterstreichen unsere crossmediale Kompetenz, entwickeln unsere Organisation zu einem noch markt- und serviceorientierteren Dienstleister und bauen unsere kreativen und technologischen Möglichkeiten weiter aus – basierend auf unseren starken Medienmarken und langjährigen Kundenbeziehungen.”
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