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KI

Berliner Agentur Broadaly integriert KI-Plattform in Media-Prozesse

5. Februar 2026 (apr)
Bild: Phonlamaiphoto – Adobe Stock Bild: Phonlamaiphoto – Adobe Stock

Die Berliner Mediaagentur Broadaly integriert die KI-basierte Software des Technologieanbieters Mint in ihre operativen Abläufe. Damit sollen Media-Prozesse stärker automatisiert und gleichzeitig Transparenz sowie Effizienz in der Kampagnensteuerung erhöht werden. Broadaly versteht den Schritt weniger als klassische Tool-Entscheidung, sondern als Antwort auf steigende Komplexität in der Mediaplanung.

Konkret wird die Plattform von Mint in den bestehenden Adtech-Stack der Agentur eingebunden, um kampagnenrelevante Daten plattformübergreifend bündeln und Workflows zentral steuern zu können. Zum Einsatz kommen unter anderem KI-gestützte Handlungsempfehlungen sowie standardisierte Dashboards, die operative Entscheidungen im laufenden Kampagnenbetrieb unterstützen sollen.

Zentrales Reporting statt fragmentierter Plattformdaten

Bei der Integration geht es unter anderem um die Frage nach Transparenz in Multi-Channel-Setups. Kampagnen, die parallel über mehrere Plattformen ausgespielt werden, erzeugen häufig fragmentierte Datenstände und zeitverzögerte Reportings. Das soll nun vereinheitlicht werden.

Kunden erhalten dank zentralisierter Dashboards während der Kampagnenlaufzeit Einblick in Performance-Entwicklungen, Abweichungen und zentrale KPIs. Abstimmungen verlagern sich damit weg von rückblickenden Reportings hin zu einer laufenden Steuerung in Echtzeitnähe. So sollen Entscheidungsprozesse beschleunigt und die Kontrolle auf Kundenseite verbessert werden.

Effizienzgewinne im Agenturalltag?

Auch auf Agenturseite soll die Integration operative Entlastung schaffen. Die Plattform weist automatisiert auf fehlerhafte Setups, fehlende Informationen oder Unstimmigkeiten hin und umgeht, dass diese manuell und zeitverzögert in einzelnen Systemen identifiziert werden müssen. Gerade bei komplexen Multi-Channel-Kampagnen reduziert dies den operativen Prüfaufwand, heißt es.

Weniger manuelle Routinen, mehr Zeit für Qualitätssicherung und inhaltliche Beratung – das ist die Idee hinter der Kooperation. Broadaly adressiert damit ein Problem vieler Agenturen, bei dem steigende technologische Komplexität auf begrenzte personelle Ressourcen trifft.

AI als Antwort auf veränderte Marktbedingungen

Die Zusammenarbeit ist also auch vor dem Hintergrund veränderter Marktanforderungen zu sehen. Zunehmende Kanalvielfalt, steigende Datenkomplexität und Fachkräftemangel erhöhen den Druck auf traditionelle Agenturmodelle. Unter anderem könnten Mitarbeitende in Agenturen durch den verstärkten Einsatz von KI verunsichert werden, da sie fürchten müssen, dass ihre Arbeitsplätze “wegrationalisiert” werden. Broadaly positioniert sich hier bewusst als Organisation ohne gewachsene Legacy-Strukturen und sieht darin einen Vorteil.

Statt KI als Ersatz für menschliche Arbeit zu verstehen, wird sie als skalierender Faktor eingesetzt. Der Zukauf sogenannter agentischer Lösungen soll es ermöglichen, flexibel und effizient zu bleiben, ohne die Anzahl der Mitarbeitenden proportional auszubauen. In diesem Kontext fällt auch die bewusste Entscheidung für ein „Buy“-Modell gegenüber dem “Make”-Ansatz, also gegenüber Eigenentwicklungen.

KI-Einsatz im Agenturkontext

Mint positioniert sich als Anbieter auf dem Feld des sogenannten Advertising Resource Managements (ARM). Die cloudbasierte Software automatisiert Media-Workflows, vereinheitlicht Datenstrukturen und setzt spezialisierte KI-Agenten entlang der Kampagnenprozesse ein. Michael Fritz, Co-Gründer und Geschäftsführer von Broadaly, ordnet die Zusammenarbeit so ein: „Für uns ist das ein konsequenter Schritt, um Prozesse schlank, skalierbar und stärker softwaregetrieben aufzusetzen. Gerade im programmatischen Umfeld hilft uns die Technologie, schneller Muster zu erkennen und fundierter zu reagieren.“

In der deutschen Agenturlandschaft wird der Einsatz von KI bislang eher zurückhaltend kommuniziert. Dabei spielen insbesondere die Sorge um gewachsene Prozesse sowie bestehende Rollenbilder eine Rolle. Broadalys Ansatz lässt sich als Beispiel für eine junge Generation von Agenturen sehen, die sich nicht defensiv absichert, sondern KI als Bestandteil des Geschäftsmodells versteht.

Die Gründung von Broadaly geht auf ein erfahrenes Trio aus der Mediawelt zurück. Michael Fritz, Marion Witters und Christoph Wünschel starteten die inhabergeführte Agentur im Frühjahr 2025, nachdem sie zuvor gemeinsam beim Außenwerber Walldecaux tätig waren. Sie verbinden klassische Reichweitenmedien wie TV, Digital-Out-of-Home und Audio mit programmatischer Mediaplanung und betonen bewusst ein transparentes, datengetriebenes Modell in einem von etablierten Strukturen geprägten Markt.

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