Das KI-Schwergewicht Open AI plant, in den kommenden Wochen Werbung in bestimmten Versionen von Chat GPT zu testen. Das betrifft zunächst die kostenlose Version sowie das neue, kostengünstige Abonnement Chat GPT Go. Der Test beginnt mit angemeldeten erwachsenen Nutzerinnen und Nutzern in den USA. Kostenpflichtige Tarife wie Plus, Pro, Business und Enterprise sollen weiterhin werbefrei bleiben. Wann auch in Deutschland Werbung eingeführt wird, ist derzeit offen.
Nach offiziellen Angaben von Open AI ist die Entscheidung Teil der Strategie, den Zugang zu leistungsfähiger künstlicher Intelligenz auszuweiten. Das Unternehmen verweist darauf, dass KI inzwischen ein Niveau erreicht habe, auf dem ein persönlicher digitaler Assistent vielen Menschen beim Lernen und Arbeiten helfen könne. Gleichzeitig sei die Frage des Zugangs entscheidend dafür, ob KI bestehende Unterschiede verringere oder verstärke. Dies wird jedoch nicht der einzige Grund dafür sein, ein neues Standbein für die Finanzierung des Dienstes aufzubauen.
Open AI bietet Chat GPT bislang in einer kostenlosen Version sowie über mehrere Abonnementmodelle an. Das neue Angebot Chat GPT Go kostet acht Euro pro Monat und bietet beispielsweise Studierenden erweiterte Nutzungsmöglichkeiten, unter anderem bei der Anzahl der Nachrichten, Bildgenerierung, Datei-Uploads und Speicher. Das Abo wurde seit August in 171 Ländern eingeführt und ist nun überall dort verfügbar, wo Chat GPT angeboten wird, also auch in Deutschland.
Details zu den Werbeanzeigen in Chat GPT
Die geplante Werbung soll laut Open AI klar gekennzeichnet und strikt von den Antworten des Systems getrennt sein. Die Anzeigen sollen keinen Einfluss darauf haben, welche Inhalte der Chatbot generiert. Zudem verspricht das Unternehmen, keine Chatverläufe oder personenbezogenen Daten an Werbetreibende weiterzugeben. Nutzerinnen und Nutzer erhalten die Möglichkeit, personalisierte Werbung auszuschalten und die für Anzeigen genutzten Daten zu löschen. In einem Mockup zeigt Open AI, wie die Ads aussehen könnten. Sie demonstrieren klassische Sponsored Products wie zum Beispiel eine Sauce über einen Online-Händler während der Essensplanung, aber auch die Möglichkeit, mit einem Hotelanbieter von der Anzeige direkt in den Chat zu wechseln.
Zu Beginn ist vorgesehen, Werbung am Ende von Antworten einzublenden, wenn auf Basis des aktuellen Gesprächs ein relevantes gesponsertes Produkt oder eine Dienstleistung existiert. Sensible oder regulierte Themen wie physische oder psychische Gesundheit sowie Politik sollen von Werbung ausgenommen bleiben. Konten von Personen unter 18 Jahren sehen während der Testphase ebenfalls keine Anzeigen.
Open AI begründet die Einführung von Werbung mit dem Ziel, künstliche Intelligenz breiter zugänglich zu machen und zugleich das Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer zu wahren. Die Verweildauer in Chat GPT soll dabei kein Optimierungsfaktor sein. Zugleich steht der Schritt im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Druck im KI-Sektor. Bemerkenswert ist der Kurswechsel auch mit Blick auf frühere Aussagen von Open-AI-Chef Sam Altman, der Werbung in Chatbots einst als „letzten Ausweg“ bezeichnet hatte.
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