STUDIEN & ANALYSEN

Die Werbebranche sucht verstärkt nach Personal

12. March 2020 (apr)
Bild: Clem Onojeghuo – Unsplash

Die Trendanalyse des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) registriert elf Prozent mehr Stellenausschreibungen für die Werbebranche im Jahr 2019 als noch in 2018. Insgesamt hat der Verband knapp 7.800 Jobangebote erfasst, inklusive der digitalen Berufe, wobei die Nachfrage weiterhin konstant hoch aus der Agenturlandschaft stammt (60 Prozent). Doch auch werbetreibende Unternehmen und Dienstleister suchen verstärkt Personal (31 Prozent), womit das unternehmensseitige Interesse an Werbefachleuten um mehr als ein Viertel gewachsen ist.

Bei den werbetreibenden Unternehmen tut sich vor allem der stationäre Handel hervor. Im Bereich der Medien suchen größtenteils Publikums- und Fachverlage neue Mitarbeiter. Während die Agenturen ihr Augenmerk auf Account Manager und generelle Experten für Marketing und Werbung richten, stehen bei den Unternehmen neben den Marketing-Generalisten insbesondere Grafiker und Mediendesigner sowie Anzeigenfachleute (SEA-Manager) hoch im Kurs. Die Medien konzentrieren sich auf Mediaexperten, vorwiegend für die Planung.

Die Zahl der Arbeitslosen im Bereich Marketing und Werbung ist in 2019 – trotz der hohen Nachfrage – stärker als in den vergangenen Jahren angewachsen. Erstmals seit Langem stieg die Quote um 4,4 Prozent. Für den Monat Dezember weist die Bundesagentur für Arbeit 22.508 Arbeitslose aus, im Vergleich zu 21.559 Personen im Vorjahresmonat.

Bild: ZAW Entwicklung der Jobausschreibungen für Werbefachleute ab 2009, Quelle: ZAW

Aussagekraft der Studie bleibt fraglich

Unklar ist allerdings, wie viele Jobausschreibungen der ZAW insgesamt unter die Lupe genommen hat und welche konkreten Portale berücksichtigt wurden. Der Verband bleibt an dieser Stelle schwammig und erklärt selbst: “Die Trendanalyse des ZAW umfasst die Auswertung von Jobangeboten in ausgewählten Medien, auf ausgewählten Websites und Portalen sowie in Sozialen Netzwerken.”

Die Untersuchung werde “kontinuierlich an die Medien- und Stellensituation angepasst”, weshalb Jahresvergleiche nur bedingt möglich seien – dabei zieht ZAW exakt diese Vergleiche. Daher kann die Studie wohl eher als ein Trend-Barometer angesehen werden, dessen Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind.