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ONLINE MEDIA

Metapeople-Gründer Tim Ringel verlässt Reprise Digital und führt die Kreativagentur Spring

Anton Priebe, 4. September 2019
Bild: Reprise Digital

Tim Ringel ist seit dem 1. September neuer Global CEO von Spring Studios. Der 43-Jährige kommt von der globalen IPG-Tochter Reprise Digital, die er innerhalb von zweieinhalb Jahren nach diversen Verschmelzungen innerhalb der Holding zur Full-Service-Agentur für Performance Marketing umstrukturiert hatte. Jetzt soll der gebürtige Duisburger von New York aus Media und Kreation in den Spring Studios zusammenbringen und vor allem eins: expandieren.

Spring Studios ist eine Kreativagentur für Kunden aus dem Fashion-, Beauty-, Lifestyle- und Luxury-Segment, die aber auch Events wie die New Yorker Fashion Week hostet. Die Agentur arbeitet für Marken wie Louis Vuitton, Ferrari oder Canada Goose und beschäftigt 300 Mitarbeiter in New York, London und Mailand.

Kreativ- und Mediaarbeit hat Ringel in der Vergangenheit bereits geleistet. Seine jetzige Aufgabe wird darin bestehen, die Bereiche Media und Kreation zusammenzuführen. “Die Trennung von Kreation und Media ergibt gar keinen Sinn. Das wird durch die Holdings künstlich getrennt, um mehr Geld zu verdienen”, so der CEO. “Die Realität in der digitalen Welt sieht ganz anders aus. Du willst heute gar keine Dollar mehr gegen Ads tauschen, sondern deine Kunden mit gutem Content aktivieren.”

Die Ursache für diese Entwicklung läge darin, dass Marken im Zuge der aufstrebenden Social-Media-Giganten und des Direct-to-Consumer-Trends heutzutage viel näher am Konsumenten seien als zuvor. Vor einigen Jahren meinte Ringel noch, dass sämtliche Brand-Budgets in Performance wandern würden – durch die aktuellen Entwicklungen sei der Trend aber wieder umgekehrt. “Die Budgets kommen zurück, aber anders als zuvor. Es geht allein darum, sich als authentische Marke zu positionieren. Und das geht nur durch Content.”

Der Grund für den Wechsel zur Kreativagentur sei jedoch hauptsächlich sein unternehmerischer Geist. Von IPG trennt sich Ringel im Guten. Dort habe er sehr viel gelernt – unter anderem wie das TV-Geschäft funktioniert. Nun möchte er sich als geschäftsführender Gesellschafter aber wieder seinen Wurzeln widmen. “Ich bin aus Herzen Unternehmer und möchte wieder mehr Zeit als solcher verbringen.” Dafür biete Spring jede Menge Potential. Man sei zwar in einigen europäischen Märkten aktiv, einen Berührungspunkt zu Deutschland gebe es aber noch nicht. Das soll sich jedoch bald ändern. Auch Frankreich und China stünden auf dem Programm.

Das Skalieren von Unternehmen liegt dem frisch gebackenen Spring-CEO im Blut. Ringel hat bereits 1999 die Performance-Marketing-Agentur Metapeople gegründet und später an Netbooster verkauft (heute unter Artefact bekannt), bevor er zu Reprise ging und dort das internationale Geschäft vorantrieb. Die Reisen werden durch den Jobwechsel allerdings nicht weniger. Zwar hatte Ringel die 200 Tage im Jahr aus Metapeople- und Netbooster-Zeiten bei IPG schon auf 100 reduziert. Darunter wird er aber wohl im neuen Job nicht kommen.

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