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DMEXCO - Interview mit Dominik Matyka & Christoph Menke

Das Fazit der Dmexco-Macher 2019

Anton Priebe, 20. September 2019
Bild: Koelnmesse Dominik Matyka auf der Pressekonferenz, Bild: Koelnmesse

Der Wirbel um die Dmexco hat sich vorerst gelegt. 40.000 Digitale haben in Köln analog zusammengefunden und trafen auf 1.000 Aussteller und ein überarbeitetes Messekonzept. Im Interview erklären die Dmexco-Macher Dominik Matyka, Chief Advisor, und Christoph Menke, Director Sales & Operations, die anders als gewohnt verlaufenden Besucherströme, rekapitulieren ihre neue App, werfen einen Blick zurück auf den Future Park und begründen auch den späten Termin für 2020.

ADZINE: Hallo Dominik, hallo Christoph, eine Woche ist schon wieder rum. Erst einmal Hut ab für die gelungene Vorstellung! Wie lautet euer Fazit im Nachgang der Messe? Was hat gut geklappt und was hat nicht so gut funktioniert auf der Dmexco?

Dominik Matyka: Das freut uns natürlich, wenn es Euch gefallen hat. Wir selbst sind auch happy mit der Dmexco 2019. Ich glaube, es ist uns in diesem Jahr besonders gut gelungen, über das Motto “Trust in You” einerseits die Stimmungslage in unserer Branche zu transportieren. Andererseits haben die meisten unserer 700 Speaker und 1.000 Aussteller dieses Thema nicht nur aufgenommen, sondern sehr zukunftsgewandt diskutiert. Die Dmexco 2019 hat unseres Erachtens durch eine ernsthafte Arbeitsatmosphäre überzeugt. Wir haben zum ersten Mal in der Geschichte der Dmexco Agenda-Setting betrieben - das verstehen wir auch als unsere Aufgabe.

Gut geklappt haben viele Sachen: die App mit dem mobile Ticketing und dem digitalen Visitenkarten-Tausch, der hunderttausendfach genutzt wurde, der neue Future Park mit 175 Ausstellern, das Einbetten der CVC-Conference, die sehr positives Feedback erhalten hat, die Verlängerung des Contents ins Netz - über alle möglichen Kanäle hinweg. Zeitgleich wissen wir natürlich, wo wir nachbessern wollen. Ich freue mich jetzt schon auf die Dmexco 2020!

ADZINE: Neu war dieses Jahr der Future Park, ein Ort, an dem sich innovative Startups präsentieren konnten, für die die sonstigen Hallen eine Nummer zu groß gewesen wären. Auf den ersten Blick sah die Halle mit den Bauzäunen tatsächlich etwas aus wie eine Baustelle – war der Industrie-Flair das kreative Konzept dahinter? Wie war denn das Feedback der Besucher und insbesondere auch der Aussteller?

Christoph Menke: Genau dieser "Work in Progress"-Gedanke hat uns bei der Gestaltung des Future Parks geleitet. Und gemeinsam mit dem Lichtkonzept kam das bei Ausstellern wie Besuchern auch sehr gut an, weil es eben den Unternehmergeist vieler Startups widerspiegelt: Hier geht es nicht um den schicksten Stand, sondern die beste Idee und das ihr innewohnende Potenzial. Aber auch um den Austausch der Jungunternehmer untereinander. Für unsere Startups war es ein großer Schritt nach vorne im Vergleich zu den Präsenzen der Vorjahre, die vielfach nur aus Roll-ups, Tischen und Stühlen bestanden. Besonders die Bühnen im Future Park platzten teilweise aus allen Nähten.

ADZINE: In Halle 8, traditionell der Ort der großen Vermarkter, kamen vereinzelt unzufriedene Stimmen auf, weil es dort am Rand Freiflächen gab und die Halle angeblich nicht so gut besucht war wie die vergangenen Jahre. In Halle 6 hingegen, in der sich die Tech-Giganten wie Google und Facebook präsentierten, brummte es gewaltig. Könnt ihr diesen Eindruck bestätigen? Und spiegelt diese Entwicklung nicht unweigerlich auch einen Branchentrend wider, in dessen Zuge sich die Relevanz der agierenden Unternehmen zugunsten von Technologie verlagert?

Christoph Menke: In der Tat gab es vor der Debate Stage in Halle 8 eine größere Freifläche, die weitestgehend den behördlichen Sicherheitsauflagen geschuldet war. Für jeden Besucher der vergrößerten Debate Stage musste für den Notfall eine entsprechende, schnell zugängliche Freifläche vorgehalten werden. Nichtsdestotrotz sind wir mit der Positionierung der Debate Stage an einer der Längsseiten der Halle nicht voll zufrieden und werden die Bühne im nächsten Jahr aller Voraussicht nach wieder zentral an der hinteren Kopfseite platzieren, um auch die Sichtbarkeit vom Mittelgang aus zu verbessern. In dieser Konstellation ließen sich dann auch die Sicherheitsflächen effizienter planen.

Es überrascht nicht, dass viele große Tech-Unternehmen auf der Dmexco mit entsprechend starken Auftritten auch viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ansonsten müssen wir in Bezug auf die Besucherresonanz unbedingt differenzieren. Auch in der Halle 8 haben wir sehr gutes Feedback von kleinen und großen Ausstellern erhalten. Wir müssen aber als Veranstalter eruieren, wie wir die Besucherflüsse noch besser leiten, so dass die Pole Position der Halle 8 direkt am Haupteingang wieder besser zur Geltung kommt. Hierzu wird beispielsweise auch die Re-Positionierung der Debate Stage einen wichtigen Beitrag leisten.

ADZINE: Ihr habt dieses Jahr die App zur Eintrittskarte gemacht und sie auch mit diversen neuen Funktionalitäten ausgestattet. Wie beurteilt ihr den Schritt zur App im Nachhinein? Was habt ihr jetzt damit vor?

Dominik Matyka: Das war ein überfälliger Schritt in einer mobilen Welt. Die App bleibt ein ganz zentrales Element unserer Strategie für die ganzjährige Verlängerung der Dmexco. Wir wollen unsere Community besser vernetzen, bessere Orientierung und mehr Service bieten. Und auch möglichst ressourcenschonend arbeiten, also helfen, Papier zu sparen.

Wir bieten die App außerdem auch anderen Veranstaltern an. Damit lässt sich jedes Fachevent upgraden: über unsere Social Networking-Basis, den Scan von Badges oder vieles mehr. Der Markt benötigt keine zehn Event-Apps, die nur kurzfristig zum Einsatz kommen. Wir haben mit der Dmexco App jede Menge Basisarbeit geleistet. Für Veranstalter, die unsere App nutzen wollen, entsteht eine Win-win-Situation. Also nehmt gerne mit mir Kontakt auf. In der App oder anders.

ADZINE: Der Termin für 2020 am 23. und 24. September ist so spät gewählt wie noch nie und kollidiert mit dem Oktoberfest. Wieso habt ihr euch für die Verlagerung spät in den September hinein entschieden und glaubt ihr nicht, dass euch das größte Volksfest der Welt Teilnehmer streitig macht? Die Wiesn werden neben dem Maßtrinken ja bekanntlich auch gerne fürs Business genutzt.

Christoph Menke: Durchaus, aber es muss nicht immer eine Maß sein, ein paar Kölsch reichen dafür auch. Im Ernst: Dass jemand nicht auf die Dmexco geht, weil er die Wiesn vorzieht, halte ich für extrem unwahrscheinlich. Vielleicht nimmt aber der ein oder andere internationale Besucher ja nach der Dmexco noch einen Zug oder Flieger nach München, um sich bei einer Maß, einer Brezn und einem Hendl dort zu entspannen. Von dem etwas späteren Termin im September erhoffen wir uns einen etwas größeren Puffer zu den internationalen Sommerferienterminen. Und dadurch auch eine entspanntere Vorbereitung für Aussteller und Besucher.

ADZINE: Dominik, Christoph, vielen Dank für das Interview. Wir sehen uns 2020 in Köln!

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