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Videowerbung mit Ton: Mehr als die Hälfte der Deutschen hasst sie

24. September 2018 (ft)
Bild: Ricardo Mencia;CC0 - unsplash.com

Outstream Ads gehören zu den größten Wachstumstreibern im Video Advertising. Allerdings stellen sie auch Herausforderungen an Werbetreibende wie kein anderes Format. Der Grund: Das Video muss auch ohne Ton eine klare Botschaft haben. Denn wie eine aktuelle Nutzerbefragung zeigt, tun Publisher gut daran, die ausgespielten Outstream Ads möglichst stumm abzuspielen. Sie riskieren mehr als die Hälfte ihrer Nutzer zu verärgern.

Die Deutschen lieben ihr Smartphone und sie lieben es, damit Videos zu schauen. Aber 52,7 Prozent hassen es, wenn auf einer Webseite unvermittelt ein Werbespot mit aktivierter Lautstärke startet. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von der Vermarktungsplattform Teads. Unter den 16- bis 24-Jährigen fühlen sich sogar 66,4 Prozent stark gestört.

Knapp über der Hälfte der Befragten ist genau das auch schon in der Öffentlichkeit und ohne Kopfhörer passiert. Etwa 40 Prozent ziehen daraus Konsequenzen und verlassen sofort die Seite, um den Ton zu stoppen. 51,8 Prozent sind etwas geduldiger und versuchen das Ad stumm zu schalten.

Die hohe Emotionalität bei diesem Thema lässt sich einfach erklären: Die Nutzer lieben Bewegbildinhalte. So kommt der neue Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten zu dem Ergebnis, dass mittlerweile mehr Menschen das Handy als wichtigstes Bildschirmgerät bezeichnen (37 Prozent) als den Fernseher (32 Prozent).

Die Nutzer sind nicht von Videoinhalten oder Video-Werbung genervt, sondern von oftmals unkontrollierten Geräuschen. Für Werbetreibende bietet es sich an, Mobile als gesonderten Videokanal zu behandeln und ihre Inhalte dementsprechend auf ein lautloses Abspielen anpassen.

Immerhin 40 Prozent der Befragten zeigt sich frustriert, wenn sie das Video nicht ohne Ton verstehen können.

Nicolas Poppitz, Managing Director Germany bei Teads, kommentiert: „Online-Videowerbung kann auch ohne Ton sehr gut wirken. Spots müssen besonders online in sehr kurzer Zeit das Interesse der User wecken. Ohne den richtigen Ansatz hilft da auch der aufgezwungene Ton nicht. Im Gegenteil, er nervt eher. Die kreative Umsetzung muss die Nutzungssituation am PC oder Smartphone berücksichtigen. Davon ist abhängig, ob sich die User entscheiden, das Video anzuschauen und bei Interesse vielleicht sogar den Ton aktiv anzuschalten.“

Für die Studie wurden insgesamt 1000 Smartphone-Besitzer im Alter zwischen 16 und 64 Jahren zu ihrer Einstellung zu Sound auf mobilen Geräten befragt.