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DMEXCO - Nach Kündigung durch Koelnmesse

Frank Schneider und Christian Muche wehren sich gegen Dmexco-Ausbootung

13. November 2017 (jvr)
Foto: Unsplash.com / Bearbeitung: Tim Teichert Design und Kommunikation, ttdk.de

Frank Schneider und Christian Muche haben am vergangenen Freitag auf die Kündigung des Beratungsvertrages durch die Koelnmesse mit einem offiziellem Statement reagiert. Die beiden Dmexco-Berater zeigen sich nicht nur überrascht über die Art und Weise der ausgesprochenen Kündigung, sie gehen sogar von einem Fortbestand des Vertragsverhältnisses zwischen ihrer Eventagentur KDME und der Koelnmesse aus. Der BVDW, Träger und Inhaber der Dmexco Markenrechte, will die Angelegenheit lieber gestern als heute ad acta legen und richtet den Blick per Pressemitteilung nach vorn.

Frank Schneider und Christian Muche galten bis zur Kündigung durch die Koelnmesse als die inhaltlichen Mitgestalter, die in einträchtiger Zusammenarbeit mit dem BVDW und der Koelnmesse maßgeblich für den Erfolg der Dmexco mitverantwortlich waren. Innerhalb von acht Jahren ist das Konzept einer Messe mit Konferenzteil voll aufgegangen und die Veranstaltung konnte sich zu einem der weltweit größten Events der digitalen Werbebranche mausern.

Dann kam dasplötzliche Aus für Schneider und Muche. Die Koelnmesse hatte den Vertrag mit der Beratungsgesellschaft KDME und damit die Zusammenarbeit mit den KDME Geschäftsführern Christian Muche und Frank Schneider mit sofortiger Wirkung für beendet erklärt und gleichzeitig die Kooperation mit dem Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V., „über mehrere Jahre“ verlängert. Am vergangenen Freitag gab es dazu erstmals eine erste offizielle Stellungnahme von Muche und Schneider:

v.l.: Frank Schneider, Christian Muche

Nicht nur wir und unser Team sind letzte Woche von der plötzlichen und völlig unerwarteten Presseerklärung durch die Koelnmesse über die angebliche Beendigung unserer Zusammenarbeit überrascht worden. Wir bedauern außerordentlich, dass unsere langjährigen Kunden, Geschäftspartner und die Öffentlichkeit auf diese Art und Weise informiert wurden. Aus unserer Sicht ist der Vertrag mit der Koelnmesse nicht beendet, sondern besteht nach wie vor fort. Wir verwehren uns gegen den unberechtigten Vorwurf eines Vertragsbruchs und weisen anderslautende Meldungen entschieden zurück.

(Statement von Frank Schneider & Christian Muche, KDME)

Der BVDW trägt Entscheidung der Koelnmesse mit

Worauf sich der Vorwurf des Vertragsbruches gegen die KDME bezieht, ist bis dato nicht bekannt. Möglicherweise gingen aber auch die Vorstellungen und Meinungen zwischen Koelnmesse, BVDW und der Beratungsagentur KDME über die inhaltliche Ausrichtung der Dmexco auseinander. Sicher ist: der BVDW will sich thematisch stärker einbringen. Präsident Matthias Wahl in einer BVDW Pressemitteilung, ebenfalls vom Freitag, den 10.November: „Wie bereits Anfang des Jahres angekündigt, wird sich der BVDW als Träger der dmexco künftig noch stärker in die inhaltliche Ausgestaltung einbringen“

Laut Wahl hätten Christian Muche und Frank Schneider „über Jahre gute Arbeit für die Dmexco geleistet – dafür möchte ich mich stellvertretend für den BVDW bedanken.“ Wahl sagt aber auch, dass der BVDW über die Umstände informiert worden sei und die Entscheidung in dem geschilderten Kontext mitgetragen habe.

Nun droht dem Verband seitens der KDME Ungemach. Schneider und Muche kündigen im eigenen Statement rechtliche Schritte gegen den Branchenverband an.

Auch das Mitgliederrundschreiben des BVDW´s, mit dem im Übrigen keinerlei vertragliche Beziehung bestand oder besteht, am gestrigen Tage enthält unwahre Tatsachenbehauptungen gegen die wir rechtlich vorgehen werden

(Statement von Frank Schneider & Christian Muche, KDME)

Im besagten Schreiben hatte der BVDW seine Mitglieder von der Vertragsauflösung zwischen KDME und Koelnmesse informiert und den Passus der Koelnmesse wiederholt, dass die KDME gegen wesentliche Vertragsinhalte verstoßen habe.

BVDW Präsident Wahl möchte jetzt lieber nach vorne schauen: „Nun gilt es, den Blick in die Zukunft zu richten.Der Erfolg der Dmexco ist vor allem das Resultat herausragender Teamarbeit. So haben an der sehr erfolgreichen dmexco 2017 allein bei der Koelnmesse insgesamt 35 Mitarbeiter über das ganze Jahr hinweg gearbeitet. Dieses Team wird – leicht verändert und ergänzt um zusätzliche Ressourcen – auch für die dmexco 2018 arbeiten. (...)"

Am Zeitplan für die Dmexco 2018 soll sich übrigens nichts ändern. Im ersten Quartal sollen die Schwerpunktthemen für die kommende Dmexco bekanntgeben werden. Der Earlybird für Aussteller endet in diesem Jahr erstmalig am 15. Dezember.