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SEARCH MARKETING

Wie funktioniert die Webseitenoptimierung auf Voice Search?

Von Siwen Zhang, 27. September 2017
Bild: revac film's&photography; CCO - pexels.com

Das Suchverhalten der User verändert sich kontinuierlich und passt sich den technologischen Entwicklungen an. Während vor zehn Jahren der Internetzugriff nur vom Rechner zu Hause möglich war, ist heute das mobile Surfen längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Mit der Verbreitung von digitalen Assistenten wie Siri, Alexa, Google Assistant oder Cortana beginnt eine neue Ära des Suchens: Voice Search.

Laut einer Studie von Google nutzten bereits 2014 55% der Jugendlichen und 41% der Erwachsenen in den USA Voice Search mehr als einmal am Tag. Seit 2008 haben sich die Sprachsuchen bei Google um das 35-Fache gesteigert! Und der Trend geht weiter. Die großen Player wie Google, Amazon und Microsoft setzen momentan einen klaren Fokus auf die digitalen Assistenten und forcieren Tag für Tag die weitere Entwicklung.

Es lohnt sich daher, sich mit dem Thema Voice Search auseinanderzusetzen und die Bedeutung für das eigene Unternehmen zu identifizieren.

Voice-Search-Optimierung und SEO gehören Hand in Hand

Auch wenn Voice Search noch in seinen Anfängen steckt und momentan nicht für jedes Unternehmen relevant ist, sollten sich Marketingverantwortliche frühzeitig auf diese Entwicklung einstellen und die Voice-Search-Optimierung in die Suchmaschinenoptimierung integrieren. Voice Search wird sich weiter verbreiten, daher kann eine Optimierung schon heute sicherstellen, dass der Anschluss zur Konkurrenz nicht verloren geht – oder Voice Search vielleicht sogar zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird.

Hat man sich nun vorgenommen, die Website auf Voice Search zu optimieren, so gibt es vier Hauptbereiche, die man beachten sollte:

Bereich 1: Technik

Optimierung der mobilen Website

Da die meisten Sprachsuchanfragen über mobile Devices getätigt werden, ist natürlich die Optimierung der mobilen Website die absolute Grundlage für Voice Search. In den letzten Jahren hat Google einen starken Fokus auf die Verbesserung der mobilen Webseiten gelegt und bevorzugt in seinen Suchergebnissen ganz klar Seiten, die darauf optimiert sind.

Geschwindigkeit ist alles

Einer der wichtigsten Faktoren ist die Ladegeschwindigkeit. Nicht nur bei Desktop, sondern vor allem bei Mobile ist der Page Speed ein entscheidender Rankingfaktor. User, die über die Spracheingabe suchen, sind in den meisten Fällen unterwegs oder mit etwas beschäftigt und wollen schnell eine Antwort. Daher gilt, je schneller die Seite lädt, desto besser.

Strukturierte Daten nutzen

Strukturierte Daten helfen Suchmaschinen, die Inhalte einer Website besser zu verstehen, und erhöhen ebenso die Chance, dass Inhalte der Website als Antworten auf Voice Search ausgegeben werden.

Schema.org bietet eine Vielzahl an Kategorien und Themengebieten für strukturierte Markups, die von den großen Suchmaschinen anerkannt sind.

Bereich 2: Keywords

In Sätzen denken statt in einzelnen Suchbegriffen

Der große Unterschied zur Desktopsuche ist, dass User bei der Sprachsuche in vollständigen Sätzen suchen. Anstatt einzelner Begriffe wie „Höhe Eiffelturm“ würde die Suchanfrage bei Voice Search eher „Wie hoch ist der Eiffelturm?“ lauten.

Um auf Voice Search zu optimieren, muss man deshalb in ganzen Sätzen und Fragen denken. Es sind nicht mehr die Keywords, die es zu berücksichtigen gilt, sondern eher die natürliche Sprache des Users.

Letztlich geht es um die Suchintention

Egal wie die Keywords lauten, wichtiger ist, welche Intention hinter der Suchanfrage steckt. Welche Antwort möchte der User erhalten, wenn eine bestimmte Sprachsuche getätigt wird? Nur wenn man die Suchintention des Kunden verstanden hat, kann man ihm eine befriedigende Antwort geben. Das gilt nicht nur für die Voice-Search-Optimierung, sondern ist ein fundamentaler Grundsatz in der gesamten Websiteoptimierung.

Bereich 3: Content

Die Fragen der User integrieren

Zunächst ist es für die Voice-Search-Optimierung natürlich essenziell, dass die Fragen der User auch auf der Website aufgegriffen werden. Im Idealfall schon als strukturierte Daten markiert, damit Suchmaschinen die entsprechenden Inhalte sofort erkennen können.

Fragen beantworten

Die Fragen sollten nicht nur auf der Website integriert sein, sondern selbstverständlich auch beantwortet werden. Q&A-ähnliche Elemente können auf einer entsprechenden Seite eingebunden werden, um alle Fragen zu einem Thema für den User übersichtlich darzustellen und damit auch für die Beantwortung von Voice-Search-Fragen relevant zu sein.

Bereich 4: Local

Optimierung des Google MyBusiness Accounts

Da viele Sprachanfragen einen lokalen Bezug haben, lohnt es sich für Unternehmen mit lokalen Geschäften, den Google MyBusiness Account optimal aufzubereiten. Basisinformationen wie Adresse, Telefonnummer oder Öffnungszeiten sollten aktuell gehalten werden. Auch illustrierende Bilder sind von Vorteil.

Bewertungen entscheiden über die Reihenfolge

In welcher Reihenfolge die Restaurants bei einer Suchanfrage wie „Welche Restaurants gibt es in meiner Nähe?“ ausgegeben werden, entscheidet mitunter die Anzahl der Bewertungen, die ein Geschäft über seinen Google MyBusiness Account eingesammelt hat. Unternehmen sollten ihre Kunden dazu aufrufen, Bewertungen bei Google zu hinterlassen. Ebenso darf nicht vernachlässigt werden, auf negative Rezessionen zu reagieren.

Fazit: It’s all about the User

Wie relevant Voice Search schon heute ist, hängt stark vom Unternehmen und dessen Branchenumfeld ab. Gerade für Unternehmen mit lokalen Filialen ist Voice Search besonders spannend. Jedes Unternehmen muss daher eine individuelle Voice-Search-Strategie finden, die damit beginnt zu verstehen, welche Intentionen die Kunden haben, wenn sie die Sprachsuche nutzen.

Die meisten Sprachanfragen haben aktuell noch einen informativen Hintergrund. Obwohl wir bei Suchanfragen mit kommerziellen Absichten noch am Anfang stehen, wird dieser Bereich in den kommenden Jahren auch mit der stetigen technologischen Weiterentwicklung deutlich zunehmen.

Je weiter die Entwicklung von Voice Search und die der intelligenten Assistenten fortschreitet, desto mehr werden die User ihr Suchverhalten entsprechend anpassen. Unternehmen müssen die Website somit analog zu den sich ständig verändernden Useransprüchen kontinuierlich verbessern.

Obwohl die Optimierung auf Voice Search die Ausrichtung der Keywords und des Contents verändert, so bleibt doch der fundamentale SEO-Grundsatz weiterhin derselbe: Am Ende geht es immer um den User und die Befriedigung seiner Bedürfnisse.

Siwen Zhang Über den Autor/die Autorin:

Siwen Zhang verantwortet als Director Search Engine Optimization den Bereich Suchmaschinenoptimierung und ist seit 2009 bei explido»iProspect. Zu ihren Schwerpunkten gehören neben Schulungen und Beratungen sowie Strategieentwicklungen für Großunternehmen auch das Thema internationales SEO für multinationale Konzerne. Zhang trägt die fachliche und personelle Verantwortung für die strategische Weiterentwicklung der SEO-Abteilung bei explido»iProspect über alle Standorte hinweg.