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So wollen deutsche Autohersteller beim Super Bowl punkten

3. Februar 2017 (ft)
Bild: Adobe Stock Nicholas Piccillo

Eines vorweg: VW ist in diesem Jahr nicht mit einem Spot zum Super Bowl vertreten. Der Wolfsburger Konzern konnte lange nicht an den Erfolg des Star Wars-Spots anknüpfen und dürfte mit dem Abgasskandal aus jüngster Zeit den Ball eher flach halten wollen. Dafür versuchen Mercedes und Audi auf ganz unterschiedlichen Wegen, die Amerikaner von sich zu überzeugen.

Audi punktet nicht

Die Spots könnten dabei nicht verschiedener sein. Audi wählt in seinem Film „Daughter“ ein vermeintlich sicheres Thema: Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Dabei inszeniert die US-Agentur Venables Bell & Partners ein Seifenkistenrennen, in dem ein Mädchen seine männliche Konkurrenz aussticht. Währenddessen spricht ihr Vater aus dem Off über die noch anhaltende Ungerechtigkeit, der sich Frauen in der Gesellschaft gegenüber sehen. Der Spot konnte innerhalb von zwei Tagen mehr als 4,5 Millionen Views auf Youtube verzeichnen. Nur scheint der Spot bei weitem nicht den Geschmack der Nutzer zu treffen. Es stehen gerade mal 3.000 Likes 360.000 Dislikes gegenüber. Audi verfehlt das Fieldgoal.

Mercedes erzielt Touchdown

Schon in der Konzeption hat Mercedes einen komplett anderen Weg als Audi eingeschlagen. So setzen die Stuttgarter auf internationale Zusammenarbeit. Die Idee für den Spot „Easy Rider“ stammt von der Berliner Agentur Antoni, die Unterstützung der amerikanischen Mercedes-Lead Agentur Merkley + Partners bekommt. Für die Regie zeichnen sich die Oscar-Preisträger Ethan und Joel Coen verantwortlich.

Inhaltlich setzt Mercedes mehr auf Komik als auf eine emotionale Botschaft. So ist der Spot eine Hommage an den Klassiker „Easy Rider“ von 1969. Schon am Anfang werden in die Jahre gekommene Biker gezeigt, für die es nur einen Song in der Jukebox gibt: „Born to be wild“ von Steppenwolf. Die typische Kneipenschlägerei wird unterbrochen als ihre Maschinen von Mercedes' AMG-Flitzer zugeparkt werden. Der Fahrer des Autos ist der Stereotyp des amerikanischen Bikers und „Easy Rider“-Urgestein, Peter Fonda, der seine Harley gegen den Mercedes eingetauscht hat. Mit einem Augenzwinkern zeigt sich Mercedes hier bewusst in der Rolle des „Alteherrenautos“. Nach einer Woche auf Youtube kann das Video zwar erst mit knapp 670.000 Views aufwarten, weist jedoch eine wesentlich positivere Bilanz bezüglich der Likes auf. Für Mercedes also ein Touchdown.