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AFFILIATE MARKETING

Affiliate Marketing geht neue Wege

Von Frederik Timm, 21. September 2016
Frank Mckenna- unsplash

E-Commerce entwickelt sich in Richtung M-Commerce und auch im performancegetriebenen Affiliate Marketing gewinnt Mobile an Bedeutung. Laut dem aktuellen Zanox Mobile Performance Barometer kommen 30 Prozent der im Affiliate Netzwerk gemachten Einkäufe von mobilen Geräten. Neben Instagram und Snapchat sollen auch Blogs und Affiliate-Shops dabei helfen, besonders die junge, Mobile-affine Käuferschicht zum Einkauf über Affiliate-Links anzuregen.

Millenials ansprechen

Das Unternehmen Popsugar hat sich im Interessenbereich der weiblichen Digital Natives mit seinen Angeboten aufgestellt und kombiniert einen Mix aus Content, Affiliate Marketing und Native Advertising.

Bild: POPSUGAR Presse Brian Sugar

Für Brian Sugar, dem Geschäftsführer und Mitgründer von Popsugar, ist eines klar: „Mit dem Wechsel von Desktop zu Mobile werden Banner quasi irrelevant. Besonders für Millenials sind solche Werbeformate nicht mehr interessant. Brands müssen sich authentisch vermarkten und dafür müssen sie in den sozialen Netzwerken vertreten sein und interessanten Content bieten.“ Für ihn sind Influencer die neuen Affiliates.

Sugar hat mit Popsugar.com und Shopstyle.com eine Affiliate- und Content-Marketing-Maschinerie entwickelt, die voll auf die Generation der Digital Natives ausgerichtet ist. Ersteres bietet eine Content-Plattform, ähnlich wie Buzzfeed, die seine Besucher auf der einen Seite mit aktuellen Themen aus Bereichen wie Lifestyle, Fitness oder Mode unterhält. Auf der anderen Seite werden in den Texten Affiliate-Links eingebettet und Brands die Möglichkeit für Native Advertising geboten.

Shopstyle bietet eine Art Affiliate-Shop. Hier können Interessierte durche eine Auswahl an Produkten von den Partnerseiten von Shopstyle stöbern und werden nach dem Klick auf die jeweilige Seite weitergeleitet. Zudem bietet die Seite einen Service an, der eine kuratierte Auswahl an Produkten als E-Mail versendet. Brian Sugar erklärt dazu: „Wir haben durch Shopstyle die Möglichkeit, uns am Ende des Conversion-Funnels zu positionieren und den Unternehmen direkte Verkäufe weiterzuleiten.“

Durch seine Angebote schafft es das Unternehmen so sich an verschiedenen Punkten der Customer Journey zu platzieren und erschließt sich dadurch verschiedenste Arten der Monetarisierung.

Instagram und Snapchat nutzbar machen

Mobile gehört mehr zur Gegenwart als in die Zukunft des Online Marketings, aber trotzdem stehen Unternehmen immer noch vor Hindernissen, die einer umfassenden Mobile-Strategie im Weg stehen. Im Affiliate Marketing sind Apps wie Instagram und Snapchat immer noch schwer zugängliche Plattformen auf denen sich jedoch viele potenzielle Käufer befinden. Gerade im Bereich Mode arbeiten häufig Influencer über Instagram am Branding von Marken und präsentieren die neuesten Produkte. Zu direkten Abverkäufen führt dies jedoch nicht, da Instagram keine anklickbaren Links in den Bildbeschreibungen zulässt.

Doch es gibt bereits mehrere Möglichkeiten, um diese Hürde zu überwinden. Über den Service LikeToKnow.it können sich Nutzer anmelden und mit Instagram verbinden. Wenn Influencer nun ihre Fotos mit einem LikeToKnow.it-Tag versehen, können Interessierte das Foto liken und bekommen von dem Service eine E-Mail mit den dargestellten Produkten.

Auch Popsugar will einen Schlüssel für Instagram und Snapchat gefunden haben, um sich die beiden sozialen Netzwerke als Affiliate-Kanäle zu erschließen. Ihre Lösung ist eine App mit dem Namen „Emoticode“. Hierbei ist keine Registrierung nötig. Es handelt sich bei der App, um ein Bildanalysetool, dass Bilder auf bestimmte Codes hin, bestehend aus Emojis, Buchstaben und Zahlen, untersucht. Nutzer können also Screenshots von Snapchat oder Instagram mit dem Tool analysieren und gelangen auf die jeweils mit dem Emoticode verlinkte Seite.

Länderspezifische Unterschiede

Zu einem vollständigen Affiliate-Mix gehört neben Desktop und Mobile auch E-Mail. Das Beispiel von LikeToKnow.it zeigt, dass sich diese Kanäle durchaus auch vermischen können. Anders als in beispielsweise Frankreich bietet der deutsche Markt für Affiliates, die E-Mail-Marketing betreiben, jedoch weniger Erfolgsaussichten. Grund dafür ist die Gesetzeslage bezüglich Spam-Mails. In Frankreich erhalten Nutzer wesentlich weniger der unerwünschten elektronischen Post, wodurch die einzelne Mail an mehr Relevanz gewinnt und stärker wahrgenommen wird. Dies schlägt sich auch in den Konversionen nach Affiliate-Links nieder. Die geringe Beachtung von E-Mails hat in Deutschland zur Folge, dass Werbetreibende E-Mail-Affiliates häufig gar nicht in ihre Marketingstrategie aufnehmen.

Bild: BVDW Presse Mike Weiler

Ein Fehler, wie Mike Weiler, Vorstand des BVDW-Fachkreises für Affiliate Marketing, meint: „Wir beobachten, dass es vielen Kunden an KPIs (Key Performance Indicator) fehlt und sie deswegen teils auf E-Mail Affiliates verzichten. Dadurch kann im Zweifel ein kompletter Affiliate-Strang wegfallen.“

Bei Popsugar merkt man von länderspezifischen Unterschieden jedoch eher wenig: „Da wir in den sozialen Netzwerken agieren, sind für uns die weltweiten Märkte sehr ähnlich. In den USA haben sich Plattformen wie Snapchat zwar früher entwickelt, mittlerweile wachsen sie jedoch auch in Märkten wie Deutschland explosionsartig. Für uns ändern sich je nach Land nur die Influencer, mit denen wir zusammenarbeiten, und die Themen, die relevant sind.“