MOBILE

Das Smartphone: Digitaler Alleskönner für das Marketing

17. Februar 2016 (ft)
Bild: vladimirs Dollarphotoclub.com

Laut Bitkom Research wurden 2015 in Deutschland 26,2 Millionen Smartphones verkauft, ein Plus von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 51 Millionen Deutsche ist das Smartphone ein zentraler Helfer im Alltag. Und auch für das Marketing sind die Geräte inzwischen digitale Alleskönner mit unterschiedlichen Einsatzszenarien, sei es als Werbemedium, Dialog-, Service- oder Shoppingtool.Dabei spielt das Marketing über Smartphones nach eigenen Regeln.

Mobile Werbung muss relevanter und kreativer sein

Laut neuester Studie „Mobile + Me“ bei dem das Adtech-Unternehmen Quantcast über 3.000 Smartphone-Nutzern aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien nach ihren mobilen Nutzungsverhalten auf mobilen Geräten befragte, geht es den Nutzern bei der mobilen Werbung hauptsächlich um zwei Dinge: Relevanz und Kreativität. Mehr als jeder Dritte (37%) von ihnen erwarten auf mobilen Geräten mehr relevante Werbung als auf anderen Endgeräten und 40 Prozent wünschen sich mehr Kreativität.

Dass Werbetreibende auf diese Wünsche eingehen sollten, zeigen die Reaktionen der Nutzer auf Werbung. 51 Prozent der Befragten empfinden Werbung auf dem Smartphone als aufdringlicher als auf dem Desktop oder Tablet. Für ebenso viele von ihnen hat nicht relevante Werbung einen negativen Einfluss auf die Wahrnehmung der Marke. Dabei würden 59 Prozent von ihnen mobile Kampagnen stärker akzeptieren, wenn sie von Relevanz wären.

Mobile Werbung hat mehr Impact

Im Positiven kann mobile Werbung sogar noch stärkere Auswirkungen haben. So geben 64 Prozent der Befragten an, dass sie durch mobile Werbung beeinflusst worden seien, bei einem anderen Anbieter einzukaufen. Für ein Drittel (32 Prozent) von ihnen steige die Wahrscheinlichkeit sich für eine Marke zu entscheiden und diese zu kaufen, wenn ihnen ausschließlich relevante Werbung gezeigt werden würde.

Den stärksten Einfluss auf die Befragten haben kreative mobile Werbemittel. 36 Prozent von ihnen geben an, dass sie durch mobile Werbung stärker beeinflusst werden, wenn sie kreativ gestaltet ist. Die Studie geht nicht näher darauf ein, was darunter zu verstehen ist.

Im Durchschnitt kaufen die Befragten einmal in der Woche über ihr Smartphone ein und 41 Prozent von ihnen nutzen regelmäßig ihr Smartphone, um sich über ein Produkt zu informieren bevor sie es kaufen.

PC bleibt zentraler Abverkaufskanal im E-Commere

Auch wenn Mobile bereits einen großen Teil des Online-Shoppings ausmacht und gerade die Bedeutung von Werbung auf diesem Kanal immer mehr zunimmt, so kaufen Deutsche im Schnitt immernoch wesentlich häufiger über ihren Laptop oder PC ein. Laut der Performance Marketing Plattform intelliAd, werden mehr als vier von fünf Online-Einkäufe über die stationären Rechner erledigt. Die Conversion-Rate ist mit 2,8 Prozent die höchste unter den verglichenen Systemen. Der geräteübergreifende Durchschnitt liegt bei 2, 2 Prozent.

Smartphone als Shopping-Tool im Einzelhandel

Nach einer Studie des Technologieanbieters Accenture liegen Ansprüche von Smartphone-Nutzern und Angebote von Verkäufern derzeit noch weit auseinander. Die Nutzer verlangen nach mehr Interaktionsmöglichkeiten mit ihrem Umfeld, wenn sie während des Einkaufens mit dem Smartphone online sind. Nur wenige Verkäufer haben bereits darauf reagiert.

Accenture hat weltweit rund 10.100 Smartphone-Nutzer zu ihrem Konsumverhalten und ihren Wünschen vom Einzelhandel bezüglich des Angebots für ihr Smartphone befragt. Zudem haben 162 Einzelhandelsunternehmen an der Studie teilgenommen, um herauszufinden, inwieweit der Handel bisher auf die Wünsche der Verbraucher eingeht.

Den Kunden besser erreichen

47 Prozent der von Accenture befragten Kunden hätten gerne die Möglichkeit Echtzeit-Angebote des Händlers während des Einkaufs zu erhalten. Gerademal sieben Prozent der Händler können diese Nachfrage befriedigen. Eine passende Lösung könnte hier der Einsatz der Beacon-Technologie sein. Hier wird durch Sender, die sich zum Beispiel in Getränkeautomaten befinden, eine Nachricht an bestimmte Apps im Handy versendet, die lokale Angebote enthält.

Ähnlich sieht es bei dem automatischen Einlösen von Coupons und Discounts mit dem Smartphone aus. Nur 16 Prozent der Händler können auf die Nachfrage von 42 Prozent der Kunden mit Smartphone eingehen.

Mobile als Servicekanal

37 Prozent der Befragten hätten gerne die Möglichkeit ihre Einkäufe durch ihr Smartphone zu erleichtern. So wünschen sie sich eine in die jeweilige App integrierte Einkaufsliste sowie die Möglichkeit den Standort der gewünschten Waren via App einzusehen. Während 31 Prozent der befragten Einzelhändler eine Einkaufsliste für das Smartphone bieten, können nur vier Prozent bei der Standortsuche von Artikeln weiterhelfen.

Einzig die Möglichkeit, nichtmehr erhältliche Ware über das WiFi der Verkaufsfiliale nachzubestellen, bieten mit 43 Prozent mehr als es Kunden danach verlangt (37 Prozent).

Fazit

Letzteres Ergebnis zeigt, dass sich der Einzelhandel den Bedürfnissen seiner Kunden weiter anzupassen scheint. Wichtig für den Einzelhandel ist das Einbinden des Smartphones, um dem Kunden aktuelle Angebote und mehr Service zu bieten. Bezüglich mobiler Werbung auf Smartphones ist es generell wichtig, für den Kunden relevante Inhalte zu bieten und diese möglichst kreativ darzustellen.