MOBILE - Studie zur Parallelnutzung TV und Internet

Parallelnutzung hauptsächlich während der Werbung

19. Februar 2015 (hc)

Die Mediaagentur Initiative Media veröffentlicht die zweite Ausgabe der Studie „My Screens“. In der Studie untersucht Initiative die Entwicklung der Parallelnutzung von TV und Zweitbildschirmen. Im Vergleich zur ersten Erhebung Anfang 2014 ist die Parallelnutzung über alle Zielgruppen demnach um 6 auf insgesamt 74 Prozent gestiegen. Das Ausmaß der Nutzung von Zweitgeräten ist der Studie zufolge sehr hoch. So gaben 9 von 10 der Befragten an, während der Werbung zu einem weiteren Screen zu greifen.

Besonders Smartsphones und Tablets werden als Second Screen genutzt. Hier überholt das Smartphone mit einer Parallelnutzung von 47 Prozent (11 Prozent mehr als in der Vorstudie im August 2014) den Laptop, dessen Parallelnutzung nur noch 38 Prozent erreicht gefolgt vom Tablet-PC mit 20 Prozent und vom stationären PC mit 20 Prozent. Die Intensität der Parallelnutzung hängt stark davon ab, was die Menschen im TV gerade sehen. Besonders niedrig ist die Parallelnutzung bei Nachrichten und Spielfilmen. Aber auch hier misst Initiative Media immernoch etwas über 60 Prozent. Talkrunden, Serien oder Reality-Formate liegen bei der Parallelnutzung mit Nutzungsquoten zwischen 74 bis 80 Prozent im Mittelfeld. Bei Werbung greifen 9 von 10 der Befragten zu einem weiteren Screen.

Der Studie zufolge werden parallel zum Fernsehen am häufigsten Informationen mit konkretem Bezug zu den Inhalten recherchiert, die sie gerade im TV sehen (70 Prozent) oder kaufen Online ein (68 Prozent). Im Vergleich zur letzten Erhebung hat Online Shopping um 5 Prozent zugelegt. An dritter Stelle liegt das Kommunizieren mit anderen über verschiedene Kanäle, etwa WhatsApp, Social-Media-Kanäle, E-Mail oder SMS. Wird konkret etwas recherchiert, was gerade im TV gesehen wurde, so werden am häufigsten Hintergrundinformationen gesucht (69 Prozent). Jeder Dritte gibt an, sich zumindest selten über Produkte aus der Werbung zu informieren (37 Prozent) oder diese zu kaufen (26 Prozent).

Grafik: Initiative Media Entwicklung der Anteile der Mulitscreener nach Altersgruppen im Vergleich zum Vorjahr.

Die höchste Parallelnutzung weisen die 14 bis 29-Jährigen auf. Sie legten seit der ersten Erhebung um 13 Prozent-Punkte zu. Bei den 50 bis 59-Jährigen sind es immernoch 61 Prozent.

Meike Schnoor, Head of Initiative Research: „Die Nutzung weiterer Bildschirme parallel zum TV ist mittlerweile zur Normalität geworden. Wir sind allerdings von der Dynamik überrascht. Im Vergleich zur letzten Studie, die nicht lange zurückliegt, ist sowohl die Anzahl der Parallelnutzer als auch die Nutzungsintensität deutlich gestiegen. Das liegt vor allem an der zunehmenden Verbreitung von Tablets und Smartphones. Auch inhaltlich hat sich einiges verändert. Der zweite Bildschirm wird nicht mehr überwiegend zur Kommunikation mit anderen genutzt. Häufiger kommen die Zweitgeräte mittlerweile zur Recherche nach TV-Inhalten oder für Online-Shopping zum Einsatz. Das eröffnet neue Perspektiven für die Werbungtreibenden."

Initiative Media stützt sich auf die Ergebnisse der 2. Erhebung der Studie „My Screens“. Als Basis wurden 1.055 Online-Interviews mit Deutschen im Alter von 14 – 59 Jahren geführt, die Smartphone, Tablet-PC, Laptop oder stationären PC parallel zum TV mindestens einmal pro Halbjahr nutzen. Die Studie wurde mit dem Initiative-eigenen Connections Panel erhoben und erscheint regelmäßig.