DISPLAY ADVERTISING

Die Multiscreen-Ära verlangt nach Responsive Advertising

Von Christian Ruck, 4. November 2014

Laut einer im Juni veröffentlichten BITKOM-Studie verwenden mittlerweile 55 Prozent aller Deutschen ein Smartphone, immerhin 26 Prozent surfen demnach regelmäßig mit dem Tablet. Diese Zahlen verdeutlichen einen Fakt, vor dem auch Werbetreibende ihre Augen nicht mehr verschließen können und dürfen: Wir befinden uns in einer Multiscreen-Ära, deren Diversifizierung sogar eher noch zu- als abnehmen wird. Während es bis vor einigen Jahren reichte, Online-Werbung auf die wenigen vorhandenen Endgerätetypen abzustimmen, ist heute ein Umdenken nötig, um das mobile Werbepotenzial voll auszuschöpfen.

Mobile Advertising ist lange noch nicht da, wo es sein könnte: Kaum vorstellbar, doch für eine Vielzahl von Werbetreibenden ist Mobile noch eine Nische. In der Folge beobachten wir, wie bei großen Publishern im Display-Bereich Umsätze einbrechen, da Kunden mittlerweile Angebote vermehrt vom Tablet oder Smartphone aus abrufen. Dementsprechend schnell wird nach Lösungsansätzen gesucht. Doch statt Insellösungen für die einzelnen Geräteklassen wie Smartphones, Tablets, Smartwatches oder Convertables aus dem Boden zu stampfen, gilt es, sich auf nachhaltige Werte wie Usability, Customer Journey und zielgerichtetes Targeting zu konzentrieren. Responsive Design und Responsive Advertising sind hier die richtigen Werkzeuge. Doch was bedeutet Responsive Advertising eigentlich genau? Es geht hier um die Anpassungsfähigkeit von Werbung in Bezug auf Änderungen ihres Größenkontextes.

Die Kritik am Multiscreen-Advertising ist hausgemacht – das Potenzial jedoch riesig

Doch wieso setzen nicht bereits viel mehr Unternehmen und Agenturen auf Responsive Advertising? Zum einen fehlt es an Feldversuchen: Das Thema ist noch verhältnismäßig neu und dementsprechend dünn gesät ist die Zahl verlässlicher Experten. Zum anderen sind die Probleme hausgemacht: Durch teilweise mangelhafte Umsetzungen leidet die Usability und das wahre Potenzial des Ansatzes wird nicht sichtbar. Professionell gestaltet, erzielen Responsive Ads jedoch hervorragende Ergebnisse, beispielsweise durch erhöhte Klick- und Conversion-Raten. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Responsive Ads sind bislang der vielversprechendste Weg, um lang laufende Kampagnen zukunftssicher zu gestalten – das heißt wiederum, nicht mit jedem neuen Gerät, das auf dem Markt erscheint, Sichtbarkeit einzubüßen.

Responsive Advertising kann Komplexität reduzieren

Gerade für die Auslieferungsseite bringt Responsive Advertising viele Vorteile: Durch die Nutzung eines gemeinsamen Systems für Auslieferung und Targeting entstehen nützliche Synergieeffekte. Der Buchungsworkflow kann in der Regel stark vereinfacht werden – in den meisten Fällen mit dem Ergebnis eines deutlichen Zeitersparnisses. Responsive Advertising bringt jedoch auch mit sich, dass auch der Auslieferer das Thema vollständiger durchdringen muss als je zuvor, um keine Lösung vorbei am Ziel anzubieten. Wieder einmal wird deutlich: Multiscreen-Ära bedeutet nicht nur, dass Werbung auf Endgeräte abgestimmt werden muss, sondern auch, dass ehemals voneinander getrennte Bereiche des Onlinemarketings zukünftig viel enger im Austausch miteinander stehen müssen. Dies betrifft auch Kreativagenturen.

Neuer Ansatz für neue Ideen: Kreative müssen Responsive Design als Chance begreifen

Gerade bei den Kreativagenturen gibt es bei diesem Thema noch Nachholbedarf. Hier ist ein Umdenken nötig, weg von der Produktion der klassischen drei bis fünf Größen. Doch statt darin eine Gefahr für den eigenen Gestaltungsspielraum zu sehen oder aber sie kurzweg als reinen Mehraufwand abzulehnen, entsteht hier gerade für Konzepter eine Chance, neue, innovative Werbemodelle zu entwerfen. Responsive Advertising verlangt die Konzentration auf das Wesentliche und man darf gespannt sein, welche neuen Formate sich hieraus ergeben.

Über den Autor:
Christian Ruck ist Principal Product Manager bei ADTECH, Teil der AOL Platforms Gruppe. Im Oktober 2010 begann er als Research & Development Manager bei ADTECH und stieg schnell zum Product & Research Manager auf. Seit Februar 2014 ist Ruck verantwortlich für die gesamte Mobile-Strategie des Unternehmens und leitet sowohl die Bereiche Responsive Advertising als auch das SDK für AOL Platforms. Vor ADTECH war Christian Ruck als Software Engineering Consultant und Project Manager bei der „Finanz Informatik Solutions Plus GmbH” tätig, einem Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe. Christian hat ein Diplom in Informatik von der Hochschule Karlsruhe.

Christian Ruck Über den Autor/die Autorin:

Christian Ruck ist Principal Product Manager bei ADTECH, Teil der AOL Platforms Gruppe. Im Oktober 2010 begann er als Research & Development Manager bei ADTECH und stieg schnell zum Product & Research Manager auf. Seit Februar 2014 ist Ruck verantwortlich für die gesamte Mobile-Strategie des Unternehmens und leitet sowohl die Bereiche Responsive Advertising als auch das SDK für AOL Platforms. Vor ADTECH war Christian Ruck als Software Engineering Consultant und Project Manager bei der Finanz Informatik Solutions Plus GmbH tätig, einem Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe. Christian hat ein Diplom in Informatik von der Hochschule Karlsruhe.