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Neues von den Supply Side Plattformen

20. September 2013 (jvr)

Im Rahmen der dmexco gab es einige Neuigkeiten von den Supply Side Plattformen (SSP), also jenen Technologieanbietern, die das Inventar der Publisher bündeln, um es den Einkaufsplattformen (DSPs) für den automatisierten Einkauf bereitzustellen. Den Anfang machen wir mit einem hartnäckigen Gerücht, das sich um United Internet Media dreht.

So könnte der deutsche Vermarkter United Internet Media demnächst AppNexus als Supply Side Platform einsetzen. Auf jeden Fall würden die Münchener derzeit AppNexus testen. Für AppNexus wäre dies der zweite große Coup in Deutschland. Seit etwa einem Jahr setzt auch die Deutsche Telekom Tochter InteractiveMedia AppNexus als SSP ein.

Rubicon Project umkreist den deutschen Markt

Derweil hat Rubicon Project ebenfalls neue Publisher-Partner gefunden. Allerdings weniger in Deutschland als eher auf internationaler Ebene. Für den Medienkonzern Viacom werden die Kalifornier eine Ad Exchange für Real-Time Advertising aufbauen. Für britische Einkäufer ist dieser Marktplatz bereits eröffnet, in Deutschland soll es 2014 losgehen. Zudem konnte Rubicon in der Tschechischen Republik punkten. Dort haben sich die fünf größten Medienhäuser – darunter interessanterweise auch Axel Springer Rengier und Sanoma Media (Praha) zusammengeschlossen, um mithilfe von Rubicon-RTB-Technologie die vermarkterübergreifende Vermarkterplattform CPEx zu starten. Jay Stevens, Senior Vice President hat gegenüber ADZINE weitere Expansions-Ambitionen in Skandinavien, Polen und Russland artikuliert. Um dieser internationalen Expansion realisieren zu können, baue Rubicon derzeit massiv seine Serverparks aus.

Pubmatic startet PubConnect

Auch Pubmatic investiert weiter in neue Produkte und wird in Europa immer umtriebiger. Im Vergleich zu Rubicon und AppNexus muss aber das Team um den charismatischen Gründer und CEO Rajeev Goel auf Feststlandeuropa noch etwas kleinere Brötchen backen. Nachdem der ebay Deal für Deutschland wohl noch keine konkrete Formen annimmt, hat Pubmatic nun den Start von PubConnect angekündigt.  PubConnect ist eine neue Technologielösung, die es Publishern ermöglicht, ihr Inventar aus allen Kanälen als „One Platform“ zusammenzulegen. Damit wird die Publikumsreichweite erhöht und aus Sicht der Publisher ganz neue Erlösquellen erschlossen.

Rajeev Goel, beschreibt die eigene Technologie als Wendepunkt im Verhältnis der Publisher untereinander. „Wir geben unseren Publishern und Inhalteanbietern die Möglichkeit, Partnerschaften mit exklusivem Inventory aufzubauen. Das wird neue Chancen von beidseitigem Nutzen bringen und zu höheren Einnahmen und besseren Inhalten führen. PubConnect verbessert unsere „One Platform“-Lösung, die bereits jetzt Publishern ermöglicht, ihre Anzeigen über alle Gerätearten, also Handy, Tablet und PC hinweg nahtlos zu verwalten. Indem sie zusammenarbeiten, werden die Publisher in der Lage sein, mit den größten Playern in der weltweiten Werbebranche zu konkurrieren.“
 
PubConnect wird typischerweise entweder bei Publishern zum Einsatz kommen, die mehr Reichweite brauchen, um die Vorgaben der Anzeigenkunden zu befriedigen, oder bei Publishern, die basierend auf den Daten ihres Publikums, ein Markennetzwerk oder eine Markenbörse aufbauen wollen. Mit der Verwendung von PubConnect werden Publisher Marken- und Performancekampagnen durchführen können und zwar zusätzlich zur garantierten Abnahme durch diverse Inventory-Quellen.

AOL startet „Marketplace“

AOL Networks startete auf der dmexco offiziell die SSP-Lösung Marketplace by ADTECH.  Der USA und UK-Start von Marketplace wurde bereits zur Adtrader 2013 bekannt gegeben. Nun folgt also auch der Launch dieser SSP-Lösung für Resteuropa. „Nach dem erfolgreichen internationalen Start im April in den USA und UK war der Eintritt in den gesamten europäischen Markt ein logischer Schritt“, sagt David Jacobs, Senior Vice President von AOL Networks. Marketplace sei nach den Bedürfnissen von Publishern konzipiert. „Als einer der größten Publisher weltweit, wissen wir von AOL genau um die Anforderungen. In einer mehr als zehnjährigen Zusammenarbeit mit Tausenden von Premium-Publishern auf der Käuferseite haben wir umfassende Erfahrungen und Einblicke gesammelt, wie sich Buchungen und die Auslastung für Publisher optimieren lassen“, so Jacobs.

Grundlegende Anforderungen von Publishern wie „Brand Protection“ mit Ausschlussmöglichkeiten für Kampagnen und Advertiser und auch eine durchgängige Transparenz seien erste Bestandteile der Plattform. Der Marketplace kann als eigenständige Lösung oder als Teil der ADTECH-Adserving-Plattform genutzt werden. Es ermöglicht Premium-Publishern eine Erweiterung und Vereinfachung ihres Vermarktungsgeschäfts. Erhard Neumann, CEO von ADTECH. „Unser Ziel ist es, die digitale Werbung so weit wie möglich zu vereinfachen. Marketplace bietet  Publishern eine komplette eigenständige Lösung und ist zusätzlich in die bekannte ADTECH Adserving Technologie vollständig integriert, so dass sie ihr gesamtes Inventar verwalten können. Wir freuen uns, bereits Firmen wie netpoint media, Jappy.de, meteo weather sowie das Schweizer Unternehmen comparis.ch zu unseren Kunden zählen zu dürfen.“

Es bleibt spannend

Auch die deutsche Supply Side Platform Yieldlab ist bei den Publishern und Vermarktern ein Thema. Während sich Spiegel Online und der Heise Verlag  ja schon im Vorfeld der dmexco zu Yieldlab bekannt hatten, sind die Hamburger auch bei weiteren Top 20 AGOF Vermarktern im Gespräch. Offenbar präferieren einige Vermarkter wirklich einen "deutschen Weg" für ihren automatisierten Mediahandel. Die nahe Zukunft wird es zeigen, nämlich dann wenn eine Gruner und Jahr EMS, Tomorrow Focus oder SevenOne Media endlich Farbe bekennen. Es bleibt auf jeden Fall spannend.