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SEARCH MARKETING

Shop Corner: Lokale Suchanfragen für Online-Shops

Von Markus Hövener, 5. August 2013

Der Siegeszug des Online-Handels wird in nächster Zeit wohl noch weiter zunehmen. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass der Großteil des Gesamthandels weiterhin stationär stattfinden wird, weil zum Beispiel auch Lebensmitteleinkäufe eingerechnet werden, die primär stationär getätigt werden.

Bei Analysen für generische Suchbegriffe oder Marken lässt sich oft erkennen, dass viele Nutzer Google & Co. dafür verwenden, um stationäre Händler zu finden. Wer aber nach „schuhe hamburg“ oder „gaastra köln“ sucht, ist ja grundsätzlich auch interessant für Online-Shopbetreiber. Zugegeben: Jemand sucht in einem lokalen Kontext und somit primär einen stationären Händler. Aber vielleicht lassen sich diese Suchenden ja dazu bringen, im Online-Shop zu stöbern und sich dann doch für einen Online-Kauf zu begeistern.

Wer Filialen hat ...

... ist dabei natürlich klar im Vorteil, weil dann zumindest eine Legitimation vorhanden ist, lokale Seiten einzurichten – während das bei einem reinen Online-Shop (siehe unten) schon schwieriger ist. So stößt man bei der Suche nach „jack wolfskin köln“ auf die Seite https://www.globetrotter.de/filialen/koeln/filiale-koeln (siehe Abbildung), also eine Seite von Globetrotter, die neben dem Online-Shop derzeit an sieben Standorten über Filialen verfügen. Von dieser Seite lassen sich gute Handlungsempfehlungen für Shop-Betreiber mit Filialbetrieb ableiten:

  • Für jede Filiale sollte eine lokale Seite ausgebildet werden (also z. B. unter der URL /filialen// oder einfach nur //).
  • Die Seite sollte auf die wichtigsten generischen Suchbegriffe in Kombination mit der Stadt abzielen (also z. B. „outdoor bekleidung + Stadt“), indem diese Wörter in Seitentitel, Hauptüberschrift und Text eingearbeitet werden.
  • Jede lokale Seite sollte über eine sinnvolle Menge an Unique Content verfügen.
  • Es sollte auf der Seite lokale Informationen (Adresse, Rufnummer, Öffnungszeiten, ...) geben, die auch das entsprechende Markup nutzen (Schema.org, z. B. Local Business).
  • Es sollten im Text der Seite die wichtigsten Produktgruppen und Marken genannt werden.
    Ein Besucher der Seite kann dann entscheiden, ob er direkt in die Filiale geht, sich vorab online informiert – oder aber direkt im Online-Shop kauft.
Globetrotter-Filialseite mit Suchbegriffen

Reine Online-Shops

Leider haben nicht alle Online-Shops den Vorteil, auch über Filialen zu verfügen, was aber nicht unbedingt alle Shopbetreiber davon abhält, auch für lokale Suchanfragen gefunden werden zu wollen. Sicherlich lassen sich auch bei einem reinen Online-Shop lokale Seiten ausbilden, aber wenn diese keinen sinnvollen Inhalt bieten, verstoßen sie klar gegen Google-Richtlinien. Man muss dementsprechend eben etwas kreativer werden.

Eine Möglichkeit, für lokale Suchbegriffe gefunden zu werden, besteht darin, Produkte „lokal“ zu benennen. Wenn z. B. nach „rattan möbel hamburg“ gesucht wird, findet man den nicht in Hamburg ansässigen Shop www.rattanshop24.de, der ein „Rattanbett Hamburg“ im Programm hat. Gerade in Segmenten, in denen man sich eigene Produktnamen ausdenken kann, ist das natürlich ein nettes Potenzial.

Weitere Möglichkeiten sind in den Suchergebnissen für „laufschuhe hamburg“ in Abbildung 2 zu sehen. Zunächst fällt dort Zalando auf, wo unter der URL http://www.zalando.de/schuhe-hamburg/ eine lokale Seite erzeugt wurde. Es gibt natürlich keine Filiale in Hamburg, im Text erfährt man aber, dass es nicht um Schuhe in Hamburg, sondern um Schuhe für Hamburg geht. Das kann sicherlich kreativ genannt werden.

Zwei Shopergebnisse, die eigentlich nicht zur Suchanfrage passen

Das zweite Ergebnis – brooksrunning.de – zeigt im Snippet schon recht gut, warum Google etwas mit „Hamburg“ gefunden hat. Auf der Website gibt es einen Nachrichtenticker, in dem u. a. die Nachricht „London und Hamburg erleben emotionalen Marathon“ erscheint. Das genügt Google offenbar schon, um die Website für diesen Suchbegriff anzuzeigen.

Wer also als reiner Online-Shop auch für lokale Suchbegriffe gefunden werden möchte, sollte – wenn er die Google-Richtlinien beachten möchte – kreativ werden und Inhalte finden, die tatsächlich lokal sind. Wer also mit seinem Möbelshop für Suchanfragen wie „möbel münchen“, „möbel hamburg“ und „möbel köln“ gefunden werden möchte, kann ja für diese Städte lokale Seiten einrichten und dort wiederum Informationen anbieten, die nicht mit dem eigenen Angebot konkurrieren, also z. B. eine Auflistung ausgewählter Tischlereien, die individuelle Möbel bauen.

Fazit

Generische Suchbegriffe, aber auch Marken werden oft lokal gesucht, um einen Händler vor Ort zu finden. Dieses Potenzial können Online-Shops natürlich nutzen – auch wenn das für die leichter ist, die über Filialen verfügen. Aber auch ohne Filialen ist es möglich, für lokale Suchen gefunden zu werden. Dabei ist es aber vor allem wichtig, legitime Seiten aufzubauen, um nicht gegen Google-Richtlinien zu verstoßen.

Markus Hövener Über den Autor/die Autorin:

Markus Hövener ist geschäftsführender Gesellschafter und Head of SEO der Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Darüber hinaus bloggt er zu SEO-Themen für die Internetkapitäne , ist Chefredakteur vom SEO-, SEA- und E-Commerce-Magazin suchradar und hält Vorträge auf Konferenzen wie zum Beispiel SMX, Conversion Conference, SEOkomm und Search Conference.