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MOBILE

Online-Shops für mobile Nutzung schlecht gerüstet

7. August 2013 (stg)

Mehr als 30 Millionen Deutsche greifen regelmäßig mobil auf das Internet zu, mehr als die Hälfte von ihnen über ihr Smartphone. Damit steigt auch die Zahl der Einkäufe, die mobil über das Internet getätigt werden, erheblich – zumindest wenn die Online-Shops für mobile Zugriffe gut gerüstet sind. Doch das sind die wenigsten. Eine aktuelle Studie der UDG United Digital Group überprüfte die Mobilefähigkeit der größten deutschen Online-Shops.

Viele Shops riskieren Umsatzeinbußen, weil ihr Shop längst noch nicht den Kundenanforderungen für Zugriffe von mobilen Endgeräten angepasst ist. Dies zeigt eine breit angelegte Studie der UDG United Digital Group. Darin wurden die 46 umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland auf ihre mobile Präsenz in zehn Kategorien untersucht. Gesamtsieger der Studie ist amazon.de mit 20,7 von 24 möglichen Punkten, gefolgt von otto.de mit 18,7 und mytoys.de mit 18,6 Punkten. Das Schlusslicht bildeten dell.de mit insgesamt 12,3, cyberport.de mit 12,7 und thomann.de mit 12,9 Punkten.

Grundlegende Erkenntnis: Nur die wenigsten Shops schöpfen die Möglichkeiten aus, die für ihren mobilen Auftritt bestehen. Besonders auffällig war die fehlende Nutzung der Möglichkeiten im Bereich Responsive Design. Hierbei würden sich die Inhalte dynamisch an die Displaygrößen der unterschiedlichen Endgeräte anpassen, Bilder schneller laden und nur relevante Inhalte angezeigt werden. Hier erreichten die untersuchten Shops nur einen Durchschnittswert von 1,7 der sechs möglichen Punkte. Nur die wenigsten e-Shops verfügten beispielsweise über eine den jeweiligen Bildschirmgrößen angepasste Ansicht. Einzig Amazon, Limango und H&M nutzten Responsive Design in geringem Umfang.

24 Punkte waren das mögliche Maximum. Quelle: UDG

„Vor allem in diesem Bereich ist die mobile E-Commerce-Landschaft in Deutschland noch ausbaufähig“, fasst Matthias Thürling, E-Commerce-Specialist der UDG, zusammen. „Die Reichweite wird durch Responsive Design enorm erhöht. Responsive Webdesign dient nicht nur der besseren Anzeige, sondern es verschlankt auch den gesamten Kaufprozess, indem nur relevante Inhalte angezeigt werden und die Seiten schnell und störungsfrei laden. Ein mangelhafter mobiler Auftritt wirkt sich stark auf den Abschluss des Kaufprozesses aus. Nicht vertrauenswürdige Seiten führen häufig zu Kaufabbrüchen seitens der Nutzer“, warnt Thürling und zeigt dies an einem Beispiel aus der Praxis: Aktuelle Zahlen belegen, dass nur zehn Prozent der mobilen User den Kaufprozess schlussendlich zu Ende führen. Auf der Website sind es 20 Prozent.

Das E-Commerce-Ranking der UDG umfasste sowohl die Online-Pure-Player, also die Händler, deren Vertrieb ausschließlich über das Internet erfolgt, als auch Multi-Channel-Händler, die mehrere Absatzkanäle nutzen. Grundlage für die Auswahl der Shops war das iBusiness-Ranking der umsatzstärksten Online-Shops 2012. Als Testgeräte wurden das iPhone 4, das iPad 1, das Nexus 4 sowie das Nexus 7 eingesetzt. iPhone und iPad waren mit dem Betriebssystem iOS 5.1.1 ausgestattet, Nexus 4 und 7 mit Android 4.1. diese stellen einen Querschnitt der am häufigsten verwendeten mobilen Geräte und der unterschiedlichen Displaygrößen dar.