SEARCH MARKETING

Umgestellt: Produkteinträge auf Google Shopping nun kostenpflichtig

11. Juni 2013 (stg)

Heute führt Google seine Product Listing Ads (PLA) und Google Shopping nun final zu Google Shopping zusammen. Wer künftig bei Google Shopping mit seinen Produkten gelistet werden und auf der Suchmaschine ins Blickfeld potenzieller Käufer rücken will, muss dafür zahlen. Nach der Umstellung werden unbezahlte Produkteinträge, die über Googles Merchant Center hochgeladen wurden, nicht mehr auf Google und Google Shopping angezeigt.

Shopbetreiber müssen nun auf kostenpflichtige Produktanzeigen umstellen. Denn die kostenfreien Google-Shopping-Einträge sind ab heute passé. Vom neuen kostenpflichtigen PLA-Modell sollen Nutzer und Händler profitieren. Nutzer können  Produkte einfacher finden und vergleichen und Händler sollen Google zufolge mit den PLAs eine bessere Kontrolle darüber erlangen, wie und wo ihre Produkte gefunden werden. Um den Online-Händlern die Umstellung einfacher zu machen, hat Google zum Start des kostenpflichtigen Angebots einige Aktionen angekündigt, die den finanziellen Aufwand der Händler anfangs gering halten sollen.

Michael Hartwig

Branchenexperten glauben, dass die Produktanzeigen trotz der neuen Kostenpflichtigkeit unverzichtbar für die Händler sein werden. „Für Online-Händler darf es keine Frage sein, ob sie die Product Listing Ads nutzen oder nicht. Google Shopping liefert in der Regel große Mengen hochwertigen Traffic. Darauf kann kein Online-Händler verzichten. Wer beim Produktdatenfeed alle Register zieht, wird einen ordentlichen ROI erzielen“, glaubt Michael Hartwig, Geschäftsführer der eprofessional GmbH.

Google Shopping Beispiel bei der Suchanfrage "Bikini kaufen"

eprofessional hat ihre Ratschläge zur optimalen Nutzung von Google Shopping in einigen Tipps zusammengefasst:

Produktbilder
Insbesondere in Bereichen in denen der optische Aspekt des Produkts entscheidend ist sollte ein gutes Foto hinterlegt werden. Ein Photo das durch Produktpräsentation oder Hintergrundfarbe Aufmerksamkeit erregt kann von Vorteil sein. Google empfiehlt für die Bilder eine Mindestgröße von 400 x 400 Pixel.

Produkttitel
Google schneidet in den Suchergebnissen die Titel der Produkte nach etwa 20 bis 25 Zeichen ab. Daher ist es wichtig, bereits in den ersten 20 Zeichen die Erwartung des Suchenden zu erfüllen.

Produktziel
Mit dem Produktziel legt man fest, welche Artikel aus dem Datenfeed zusammengefasst werden. Hinsichtlich der Kampagnenstruktur ist es bei kleineren Datenfeeds unter 1.000 Produkten empfehlenswert, für jeden Artikel eine eigene Anzeigengruppe zu erstellen, die als Produktziel die jeweilige Artikelnummer beinhaltet. Sind die Datenfeeds größer, sollte man auf jeden Fall bei den Top-Produkten so vorgehen. Denn so kann der Händler auf jedes Produkt einzeln bieten. Ferner kann er anhand von Reportings genau erkennen, auf welche Suchbegriffe welche Anzeigengruppe ausgeliefert wurde und die Gebotshöhe dementsprechend optimieren.

Anzeigentexte
Für jede Anzeigengruppe besteht die Möglichkeit, einen Anzeigentext zu hinterlegen, der im Vergleich zu den normalen SEA-Anzeigentexten nur 45 Zeichen lang sein darf und dann erscheint, wenn der Nutzer per Mouse-over über den Artikel fährt. Hat der Händler für jeden Artikel eine gesonderte Anzeigengruppe mit Produktziel auf ID-Ebene angelegt, kann er für jedes einzelne seiner Produkte einen individuellen Werbetext verfassen. Der Text kann auf den Verkaufspreis aufmerksam machen und sollte den User immer zu einer Handlung auffordern.

Mischa Rürup

Mischa Rürup, COO bei intelliAd Media bewertet die Bedeutung der Product Listing Ads für den Online-Händler: „Für E-Commerce-Händler, die den Wert ihrer Produkte und Kunden kennen, sind Google Product Listing Ads genau das Richtige. Dabei sollte nicht nur der kurzfristige Return-on-Investment, sondern der ganze Customer-Lifetime-Value der Kunden betrachtet werden. Denn manche Produkte scheinen zunächst eine geringe Marge zu haben, wie z. B. Druckerpapier, generieren über die Zeit aber deutlich höhere Gewinne etwa durch die Bestellung von Druckern. Dieses Verhalten variiert wiederum stark zwischen Neu- und Bestandskunden. Unabdingbar ist dabei ein sauber aufgesetztes Multichannel-Tracking, um den Beitrag von Product Listing Ads an den Conversions korrekt zu bewerten und entsprechend die CPCs zu setzen. Die Umstellung auf rein kostenpflichtige Produktanzeigen wird die Shop-Betreiber zwar auf den ersten Blick mehr kosten. Bei genauerer und vor allem längerfristiger Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die Effizienz der Maßnahme deutlich höher ist.“