Adzine Top-Stories per Newsletter
ECOMMERCE - Mobile

Smartphones gefährden den Einzelhandel

28. Mai 2013 (stg)

Die Mobile Life Studie 2013 vom Marktforschungsunternehmen TNS zeigt, dass mobile Endgeräte auch im Kaufprozess immer wichtiger werden und wie der Handel das Phänomen Showrooming für sich nutzen kann. 68% der deutschen Smartphone-Nutzer schauen zuerst in den Geschäften und kaufen später den Artikel (oft günstiger) im Internet ein. Der Einzelhandel soll den Mobile E-Commerce dahingehend nutzen, um Zeit und Geld des Kunden zu sparen, sodass er nicht zwangsläufig den Laden verlässt.

Die Studienergebnisse von Mobile Life basieren auf 38.000 Interviews in 43 Ländern. In Deutschland wurden rund 1.000 Handy- und Smartphone-Nutzer nach ihren Erfahrungen beim „Showrooming“ befragt. Beim „Showrooming“ suchen Konsumenten Geschäfte auf, um Produkte zu begutachten und zu testen, kaufen diese dann aber anschließend  entweder im Internet oder in anderen Geschäften. Die Entwicklung der letzten Jahre ist zu einer erheblichen Bedrohung des stationären Einzelhandels geworden. Laut „Mobile Life“ gestehen ein Drittel der weltweiten Handy- und Smartphone-Nutzer ein, selbst „Showrooming“ zu betreiben. In Deutschland liegt dieser Anteil bereits bei 68 Prozent.

Walter Freese

„Die Auswirkungen digitaler Entwicklungen, wie die mobile Nutzung des Internets und das zunehmende Online Shopping, treffen in einer Art und Weise aufeinander, die eine sehr reelle Gefahr für den stationären Handel darstellt. Dennoch besteht für den Handel und die die Hersteller die Chance, diese Gefährdung zu entschärfen, wenn die mobilen Trends genutzt werden”, sagt Walter Freese, Head of Mobile bei TNS Infratest.

Die Kunden nutzen ihr Handy oder Smartphone schon heute für eine Vielzahl und Vielfalt an Aktivitäten, die vom Preisvergleich über Produktrecherche via QR- oder Bar-Codes bis hin zum Checken unabhängiger Bewertungen in Social Media reicht. Dieses Verhalten beinhaltet das Risiko für den Einzelhändler, dass durch externe Informationen der Kunde das Geschäft verlässt, ohne etwas zu kaufen.

Location Based Services stehen bei Konsumenten hoch im Kurs

Mobile Life 2013 zeigt aber auch Lösungswege auf. Es besteht bei den Konsumenten ein großes Interesse an mobilen Coupons, an zusätzlichen Beratungsleistungen und Location Based Services (LBS). Mehr als ein Fünftel der Smartphone-Besitzer weltweit ist sehr daran interessiert, während des Einkaufes mobile Coupons zu erhalten (z.B. über Gettings). Ähnlich viele haben Interesse an Apps, die sie dabei unterstützen, sich während ihres Einkaufes und im Geschäft zurechtzufinden.

Carsten Theisen

„Mobile mag wie der Feind wirken, der dem Einzelhandel eine Unzahl an (neuen) Wettbewerbern beschert. Der Schlüssel für Marken und den Handel liegt jedoch darin, Möglichkeiten zu finden, den Einkauf im Geschäft zu der bequemen Option schlechthin zu machen. Alles was dem Verbraucher hilft Zeit und Geld zu sparen und ihm die Überforderung nimmt, hilft die Abwanderung von Kunden zu reduzieren. Die Kenntnis und das Verständnis darüber, wie Konsumenten ihr Mobiltelefon im Path-to-Purchase nutzen, hilft den Verantwortlichen das Angebot über alle Kanäle hinweg zu optimieren. Für den mobilen Kanal kann das durch Apps, mobile Coupons oder einfach durch mehr Informationen gelingen. Damit können Einzelhändler beginnen, ihre Kunden schrittweise zurück an Ladentheke und Kasse zu bringen“, so Carsten Theisen, Head of Digital Centre bei TNS Infratest abschließend.

Verhältnis von mobilen Internetzugängen und der Nutzung dieser im Handel.