SEARCH MARKETING

Google macht bei Adwords mobil

7. Februar 2013 (stg)

Google modernisiert Adwords, sein Keyword-Werbebuchungsprogramm für Textanzeigen. Adwords ist neben Adsense, das inhaltsbezogene Anzeigen auf Partnerseiten schaltet, der Hauptumsatzbringer des Suchmaschinenkonzerns. Das Update soll das Targeting mobiler Kampagnen erleichtern.

Mithilfe des Adwords-Updates sollen Werbungtreibende potenzielle Kunden nicht nur über deren Suchworteingabe, sondern auch kontextrelevant (Tageszeit, Gerätetyp (PC, Tablet, Smartphone), geographischer Standort des Users) mit den passenden Anzeigentexten, Links und Apps beschicken können.

Laut Unternehmensblog sind das die neuen Vorteile:

  • Suchmaschinen-Nutzer wollen Resultate, die zu ihrem aktuellen Kontext (Gerät, ihrem Ort und der Uhrzeit) passen. Für Werbetreibende soll eine Kampagne zu unterschiedlichen Preisen für verschiedene Geräte, Orte und Uhrzeiten optimierbar sein.
  • Anzeigen sollen automatisch an den jeweiligen Kontext angepasst werden und geräteübergreifend mit den passenden Texten, Links oder Apps verknüpft werden, ohne dass Werbetreibende immer wieder eigene Kampagnen anlegen müssen
  • Anrufe oder App-Downloads können sofort getätigt werden

Aber es gibt auch Einschränkungen. Die Geräte-Kategorien „Desktop“ und „Tablet“ sollen zusammengelegt werden. Werbetreibende können ihr Targeting dadurch nicht mehr auf Tablet-Nutzer beschränken. Hinzukommt, dass der festgelegte Gebotspreis für Anzeigen auf Desktop-Geräten und Tablets in Zukunft als Ausgangsbasis jeder Kampagne gilt. Will man also auf Smartphones werben, muss man zugleich einen Gebotspreis für Desktop-Geräte und Tablets angeben.

Jens Bargmann

Update hat auch Nachteile

“Googles neuestes Adword-Update bringt für Agenturen und Werbetreibende Vor- und Nachteile. Erfreulich ist, dass sich mobile Kampagnen sehr viel einfacher aufsetzen und managen lassen. Gewinner sind vor allem kleinere Unternehmen, die einfach nicht über die Ressourcen verfügen, um gesonderte Suchmaschinen-Kampagnen für mobile Nutzer zu fahren. Das Nachsehen haben jene, die bereits Endgeräte-spezifische Kampagnen aufgesetzt haben. Diese Unternehmen werden nun weniger Analyse- und Steuerungsmöglichkeiten für ihre mobilen Kampagnen haben. Der entscheidende Nachteil des neuen Updates ist, dass kein Unterschied mehr gemacht wird zwischen Tablets, PCs und Laptops. Dabei ergeben gesonderte Tablet-Kampagnen durchaus Sinn. Einer unserer Kunden, eine Automarke, hat beispielsweise herausgefunden, dass die Adwords für eines seiner Spitzenmodelle besonders gut bei den solventen Tablet-Nutzern ankamen. Mit dieser Erkenntnis hat er die Tablet-Kampagnen hochgefahren und die Gebots-Strategie entsprechend angepasst. Kunden wie diese werden nun neue Strategien entwickeln müssen.“, sagt Jens Bargmann, Country Director DACH von Marin Software.