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Spekulationen um Yahoo!

13. September 2011 (jvr)

Die Gerüchteküche um den Internet-Dinosaurier Yahoo! brodelt. Nach dem Rauswurf von CEO Carol Bartz reißen die Spekulationen um die Zukunft des Internetkonzerns nicht ab.

Laut dem US amerikanischen Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg versucht AOL derzeit Geldmittel einzusammeln, um Yahoo! akquirieren zu können. Dafür führe der AOL-Chef Tim Armstrong Gespräche mit Private Equity Unternehmen, Investorenbanken wie Allen & Company, aber auch großen Anwaltskanzleien.  Das Branchenmagazin Mediapost glaubt, dass ein solcher Deal eher unwahrscheinlich sei. AOL hat einen Marktwert von 1,6 Mrd. US Dollar, während die Analysten Yahoo! auf 18,2 Mrd. US Dollar bewerten. Derzeit stünde aber AOLs Armstrong stark unter Erfolgsdruck, da die Besucherzahlen trotz der Zukäufe wie Huffington Post und Techcrunch nur moderat um 3 Prozent gestiegen seien.

Das Online Marketing Fachblatt Adexchanger glaubt hingegen an den Verkauf einzelner Yahoo!-Units. Dazu beruft sich der Adexchanger auf einen Bericht im Wall Street Journal. Demnach müsse Yahoo! gar nicht die Kontrolle über das eigene Unternehmen verlieren, um wieder auf die Erfolgsspur zu kommen. Das Problem läge vielmehr in einem Fehlen einer einheitlichen Strategie. Bevor ein neuer CEO kommt, müsse also der Verwaltungsrat genau diesen Mangel beseitigen und sich auf eine einheitliche Strategie festlegen. In einer Personalfrage gibt sich die Konzernleitung aber eindeutig: Nach ihrem ersten Rauswurf als CEO schied Carol Bartz am Freitag auch aus dem Verwaltungsrat aus.

Adexchanger spielt jedenfalls für Yahoo! schon einmal verschiedene Szenarien durch: So sei es denkbar, dass Yahoo! den eigenen Marktplatz für Display Anzeigen „Right Media Ad Exchange“ (RMX) veräußern könnte, um im gleichen Atemzug festzustellen, dass der Verlust des eigenen Filetstückes keine gute Option für den Konzern wäre. Daher drehen die US amerikanischen Kollegen den Spieß gleich noch einmal um und empfehlen Yahoo! den Zukauf der „innovativeren“ Echtzeit-Anzeigenplattform AppNexus. Ein besonders heikler Vorschlag. Schließlich hat AppNexus Gründer Brian O'Kelley auch den Right Media Marktplatz (RMX) entwickelt, den Yahoo! 2007 dann für 850 Mio. US Dollar gekauft hatte. Zudem ist Wettbewerber Microsoft als Investor bei AppNexus beteiligt. Und so scheinen wieder alle Möglichkeiten auf Microsoft zu deuten.