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Werbefernsehen 2.0 ist im Anmarsch

16. November 2010 (jvr)

Immer mehr IP TV-Geräte finden ihren Weg ins Wohnzimmer. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Publisher, die für die unterschiedlichen Systeme ihre TV Apps anbieten. Allein für Philips NetTV gibt es inzwischen gut 260 TV Apps. Unterschiedliche Technologien bei den TV Geräten erschweren jedoch die Auslieferung von Bewegtbildwerbung über alle TV Plattformen hinweg. Eine neue Technologie von Smartclip, das Universal Television Adserver Interface (UTAI), soll nun die Bewegtbildvermarkung deutlich vereinfachen.

Problemstellung

Wer Content auf den internetfähigen TV Geräten zur Verfügung stellen will, muss für jede TV Plattform wie z.B. Philips NetTV, Panasonic VIERA Cast und Samsung Internet@TV eine eigene App programmieren. Diese technische Fragmentierung setzt sich auch im Bereich der Vermarktung der Bewegtbilder auf den TV Apps fort. „Smartclip hat ja bereits mit seinen Partnern wie Sevenload oder BILD.de Erfahrungen bei der Vermarktung von Bewegtbildern auf den TV Apps gesammelt. Wir haben dabei beobachten können, dass die Anbindung an den Adserver einen nicht unerheblichen Teil der TV App-Entwicklung in Anspruch nimmt. Daher hatten wir uns zum Ziel gesetzt, ein Framework zu entwickeln, das die Adserveranbindung in den unterschiedlichen Apps standardisiert“, berichtet Roland Schaber, COO Smartclip.

Kostenersparnisse

Mit dem neuen UTAI Standard, der von Smartclip gemeinsam mit dem Berliner Unternehmen meta.morph entwickeln wurde,  kann nun ein Werbeformat über alle TV Plattformen einheitlich ausgesteuert werden, ohne dass der Publisher für die Werbeintegration etwas neues entwickeln muss. Björn Münchau, Geschäftsführer von meta.morph: „Wir haben in den letzten Monaten mehr als zehn Hybrid-TV Applikationen für unsere Kunden entwickelt. Die Umsetzung der Schnittstelle zur Werbeausspielung hat aufgrund der unterschiedlichen Konfigurationen der Plattformen und der Adserver-Systeme auf Kundenseite jeweils einen signifikanten Anteil der Entwicklungszeit ausgemacht. Mit ersten Testkunden konnten wir bereits feststellen, dass die Zeit zur Adserver Integration durch die Verwendung von UTAI um bis zu 90% verringert werden kann.“

Werbefernsehen kann Targeting und Frequency Capping

Mit dem neuen Standard können also die Advertiser klassische TV Spots als bildschirmfüllende Pre-, Mid- und Postroll problemloser buchen und dabei alle Vorteile des Display Advertisings aus dem Internet profitieren.„Das beinhaltet auch das Reporting, Targeting und Frequency Capping“, sagt Schaber.

Roland Schaber, Smartclip

Marktaussicht

Noch hat der Markt der internetfähigen TV Geräte nicht die kritische Masse erreicht. Allein in Deutschland wurden knapp 3 Mio. IP-TV Geräte laut MEDIARISE in ihrem Marktüberblick 'Fernsehen 2012‘ verkauft. Bis Jahresende sollen laut Schaber etwa 5 Mio. internetfähige Geräte – darunter auch SetTop Boxen –  bei den Verbrauchern im Einsatz sein. „Das sind immerhin 13 % aller Empfangsgeräte. Wir gehen davon aus, dass bis 2012 gut 15 Mio., also 31 % aller TV bzw. Empfangsgeräte in Deutschland internetfähig sind“, sagt Schaber. Smartclip liefert bereits seit einem Jahr Bewegtbildwerbung auf den TV Apps aus. Dabei hat Smartclip feststellen können, dass die Nutzungsintensität bei den TV Apps weit höher sei als im klassischen Internet. „Ein Videokonsum von über 50 Minuten auf den Online Musik-Videodiensten sind keine Seltenheit“, berichtet Schaber.