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Deutsche und Franzosen haben die wenigsten Freunde

14. October 2010 (jvr)

Zum fünften Mal in Folge veröffentlicht Universal McCann die jährliche „Wave“-Studie über die Entwicklung von Brands in Social Media aus mehr als 50 Ländern. Mit 37.600 befragten, aktiven Internetnutzern ist Wave5 eine der umfassendste globalen Studien zur Nutzung von Social Media, die zudem auch Auskunft über die länderspezifischen Unterschiede in den Social Media Gepflogenheiten gibt. Auch die fünfte Ausgabe von Wave bringt erstaunliche Ergebnisse zu Tage.

Veränderungen in der Social Media Nutzung, Quelle: Wave5

So weisen Länder mit einer geringen Internetverbreitung, wie beispielsweise China und Indien, eine umso höhere Nutzung von Social Media auf. Ganz anders verhält es sich in Deutschland: Trotz einer hohen Internetnutzung sind die Deutschen eher verhaltene Social Media User. Das schlägt sich auch in der Anzahl der "Freunde" nieder.

Während die Italiener durchschnittlich 66, US Amerikaner 53 und der statistische Weltbürger 52 "Freunde" in den Social Networks haben, kommen die Deutschen gerade einmal auf 41 Kontakte. Immerhin sind das seit der Wave4 Erhebung vor einem Jahr  (mit 14 Kontakten) deutlich mehr, dennoch bildet Deutschland gemeinsam mit Frankreich das Schlusslicht im weltweiten Freundevergleich. Die Pflege von Freundschaften sei in sozialen Netzwerken für viele Internetnutzer dennoch zu einer Routine geworden. Denn  57 Prozent der Befragten nutzen ihr Profil täglich, um sich auf dem Laufenden zu halten oder direkt mit ihren Kontakten zu kommunizieren. Facebook und Co. nehmen also eine wichtige Stellung im Alltag der User ein.

Marken bekommen Freunde dazu

Während das Interesse an offiziellen Firmenwebseiten im Befragungszeitraum rückläufig ist, nimmt das Interesse an Profilen von Unternehmen bei Facebook & Co. immer mehr zu: Hatten im letzten Jahr nur 10 Prozent der Befragten eine Marke als „Freund“, sind es nun 30 Prozent. So macht Wave5 deutlich, wie wichtig es für Unternehmen ist, mit „Freunden“ und Konsumenten in sozialen Netzwerken zu kommunizieren. Dieser Trend wird sich in der Zukunft mit dem unkomplizierten Webzugang mithilfe von Smartphones  verstärken. Daher sei laut Wave5 mit einer weiteren Zunahme von Markenfreundschaften zu rechnen, nicht zuletzt, weil die Networkseiten eine Hubfunktion im
Internet übernehmen werden. Marken müssen in solchen Hubs markant präsent sein, wenn sie ihre Zielgruppen dort abholen wollen, wo sich viele potentielle Kunden häufig aufhalten.

Die Frage war: Which of the following have you done with your social networking profile?

Wave5 macht es deutlich: Ob es um die Pflege von Freundschaften geht, das Knüpfen von Geschäftskontakten, oder die Selbstdarstellung der eigenen Kreativität – nicht jeder User hat die gleichen Interessen und Beweggründe bei der Nutzung von Social Media-Angeboten.

Universal McCann hat auf Basis der Wave5-Untersuchungsergebnisse eine Typologie der Social-Media-Nutzer entwickelt: Vom „Digitalen Dandy“, dessen expressiver Lebensstil sich zum großen Teil im Web abspielt, bis hin zum „Zögernden Zaungast“, der bisher nur erste, unsichere Schritte in die Welt der sozialen Medien gegangen ist. Auch lassen sich interessante Trends feststellen: Die Zahl der „Zögernden Zaungäste“ nimmt ab, während die Anzahl „Munterer Mitmacher“ zunimmt. Letztere nutzen soziale Medien nicht intensiv, sondern mehr selektiv, und zwar überwiegend in den Bereichen, die mit ihren persönlichen Interessen zusammenhängen.

Mehr zur Studie von Universal McCann gibt es hier