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- Editorial

Wir sind Weltmarktführer

Arne Schulze-Geißler, 29. February 2008

Dass Werbung und Marketing heute nicht mehr ohne Technologie und das dazugehörige Vokabular auskommen, ist allen klar, die das Internet als Kommunikationsplattform nutzen. Nun gibt es aber auch im Online-Marketing wiederum Spezialthemen, die wiederum Spezialisten hervorgebracht haben, und sie alle sprechen ein wunderbares Fachchinesisch. Daher habe ich eine Bitte, tun Sie im eigenen Interesse, der Presse und natürlich auch Ihren Kunden einen Gefallen. Egal in welcher Sprache, aber erklären Sie, was Sie tun und setzen Sie ganz wenig voraus.

Es ist ja gar nicht so, dass wir nicht willens sind dazuzulernen und auch neue Begriffe in unser Vokabular aufzunehmen. Nur wüsste ich dann auch gerne, was sie bedeuten. Daher halte ich es für extrem wichtig, Zusammenhänge und Hintergründe zu erklären, wenn Sie sich an die Öffentlichkeit wenden. Ich habe unsere Newsredaktion angewiesen, nichts zu veröffentlichen, was sie selbst nicht verstehen. Daher fragen wir auch bei Unternehmens-Meldungen regelmäßig nach und müssen feststellen, dass ganz oft die Presseverantwortlichen und auch die PR-Agenturen keine Ahnung haben, was sie da eigentlich rausschicken. Vielleicht symptomatisch für eine junge Branche, aber die Pressearbeit bei einigen Unternehmen ist noch in einer "very early stage".

Ein Online-Werbemarktplatz schickt nach drei Monaten Existenz eine Pressemitteilung mit dem Inhalt herum, dass sich das Angebot am Markt mittlerweile sehr gut etabliert habe. Eine solch rasante Entwicklung macht uns natürlich neugierig. Auf unsere Nachfrage nach Kunden, Anzahl von Kampagnen etc. erhalten wir allerdings keine Antwort. Dann frage ich mich als ehemaliger Controller, was für eine Art Betriebswirtschaft an der WHU unterrichtet wird, wenn die ganz ohne Kunden auskommen, aber trotzdem schon "die Nummer EINS" sind. Die gefühlte Marktführerschaft ist ein weitverbreitetes Phänomen der Branche und wenn man kreativ in der Auswahl seiner Dienste ist, dann bringt man es auch schon mal zum Weltmarktführer.

Es besteht vielerorts der Irrglaube, dass mit der Beauftragung einer Agentur das Thema PR erledigt sei. In Wirklichkeit fängt für das Management die Arbeit dann erst an, wenn ein Pressesprecher oder aber die Agentur ihren Job ernst nimmt. Wir sind darauf angewiesen, dass die Unternehmen der Branche proaktiv kommunizieren, wir freuen uns daher über viele relevante Meldungen, die unsere Leser inhaltlich weiterbringen.

Da ADZINE die führende Publikation für Online-Marketing und damit unbedingtes Leitmedium ist, sind wir im Grunde auch Weltmarktführer, was den deutschen Sprachraum angeht. Daher bieten wir Ihnen auch heute wieder zwei äußerst relevante Beiträge an. Der eine ist ein Artikel von Karsten Zunke über die Potenziale und Ansätze der lokalen Suche und der andere ein Kommentar von James Kurz aus unserer Redaktion in Köln zur Diskrepanz zwischen Medienkonsum und Online-Werbebudgets.

Viel Spaß mit Adzine!

Über den Autor/die Autorin:

Arne Schulze-Geißler, Herausgeber ADZINE

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