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Affiliate-Marketing zu Unrecht unterschätzt

Von Andreas Habel, 4. September 2007

Stellen Sie sich vor, es ist Boom-Zeit und niemand geht hin. So in etwa lautet das Fazit der TU München, die sich in einer Online-Marketing-Studie dem Thema Affiliate-Marketing angenommen hat. Die Wissenschaftler liefern den akademischen Beweis für ein riesiges Marktpotential – und reservierten Aktionismus.

Immerhin: 90 Prozent der zwischen Mai und Juni Befragten gaben an, das Internet zu Marketingzwecken zu benutzen, 85 Prozent nutzen das Netz als Vertriebsweg. Doch nur die Hälfte der Teilnehmer gab an, die angewandten Online-Marketing-Instrumente auch miteinander zu verknüpfen. Projektleiter Dipl.-Psych. Jan H. Schumann vom Lehrstuhl für Dienstleistungs- und Technologiemarketing an der Technischen Universität München, macht Handlungsbedarf aus: "Ein erfolgreiches Online-Marketing stimmt die einzelnen Tools aufeinander ab und analysiert Wechselwirkung und Kundenverhalten genau. Die Technik ist längst soweit, integrierte Maßnahmen umzusetzen." Steuerungs- und Trackinglösungen haben Potential – doch kaum jemand nutzt sie.

Zugpferde der Online-Werbung bleiben das Suchmaschinen- und E-Mail-Marketing. Affiliate-Marketing ist zwar bekannt und wird von 58 Prozent wertgeschätzt, doch nur 47 Prozent der Unternehmer nehmen es auch in Anspruch: "Für mich ist Affiliate-Marketing eine äußerst erfolgreiche Vertriebsstrategie, an der Unternehmen nicht mehr vorbei kommen. Hier werden wir in den nächsten Jahren noch ein starkes Wachstum erleben", so Schumann. Affiliate-Marketing ist nach Erfahrung der Befragten das Online-Marketing-Tool mit der höchsten Erfolgsrate, da es über reinen Traffic und die Erzeugung von Leads hinaus die meisten Abverkäufe generiert.

Bei Affiliate-Fans wuchs der Budgetanteil von 7 Prozent im letzten Jahr auf 13 Prozent in 2007. Vor allem klein- und mittelständische Betriebe setzen auf Affiliate-Marketing (49 Prozent). Großunternehmen bleiben hingegen ihrer Bannerwerbung (77 Prozent) und dem Search-Engine-Marketing treu (79 Prozent).