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Rahmen links Bild: Dmexco Presse 2015, Bearbeitung: Tim Teichert
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Dmexco, die Neunte

Jens von Rauchhaupt

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Exakt in einer Woche wird sich die digitale Werbe- und Marketingbranche wieder in Köln auf der dmexco 2017 treffen, um wieder einmal festzustellen, dass zwei Tage für diese Mammutmesse und -konferenz eigentlich gar nicht ausreichen können. Über 50.000 Besucher verzeichnete die europäische Leitmesse der Digitalwirtschaft im vergangenen Jahr. Ob es auch dieses Jahr zu einem erneuten Besucherrekord kommen wird, ist indes gar nicht so sicher. Einigen ist der ganze Rambazamba ein wenig zu groß geworden und erstmalig wird die dmexco für alle Besucher kostenpflichtig – Frühbucher mussten 99,- Euro hinblättern. Dafür sind die Ticketpreise, entgegen der Planung, nicht weiter gestiegen. Und die dmexco hat auch dieses Jahr einiges zu bieten.

Eigentlich wollte der Veranstalter auf der Zielgeraden zum Event höhere Ticketpreise verlangen. Bis zu 399,- Euro für Spätentscheider, die beide Tage mitnehmen wollen. Doch von der geplanten Preisstaffelung ist man abgekehrt. Ein deutliches Indiz dafür, dass die dmexco im Vorfeld nicht genug Tickets verkaufen konnte. Offenbar haben sich hier die dmexco-Macher leicht verzockt. Nun gibt es eine 99-EUR-Flatrate für beide Tage. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich um die größte Fachmesse in Europa mitsamt einem äußerst voluminösen Konferenzteil handelt, ist das aus unserer Sicht ein akzeptabler Preis.

Apropos verzockt. Für einige Mediaagenturen scheint die dmexco gar nicht rentabel. Als ein „Las Vegas der Marketing-Branche“ beschrieb unlängst Christian Wilkens, Chief Digital Officer der MediaCom, in einem Meinungsartikel auf der WuV die dmexco. Für MediaCom käme ein nachhaltiger Kundendialog oder die Chance auf potenzielle Neugeschäfte in Köln zu kurz, sagte er dort. Die gesamte GroupM wird – bis auf einen Plista-Stand – nicht auf der dmexco vertreten sein. Auch von anderen Mediaagenturen hört man Misstöne. So planten die dmexco-Verantwortlichen offenbar, den gesamten Agency-Lounge-Komplex abzuschaffen, damit die Agenturen eigene Stände buchen. Am Ende entschied man sich – wohl auch aufgrund des Widerstands der Mediaagenturen – doch dagegen. Allerdings wird auch die Havas nach unseren Informationen in keiner Agency Lounge zu finden sein und Publicis ist wahrscheinlich nur deswegen vor Ort, weil man schon sehr früh eine Lounge gebucht hatte. Arthur Sadoun, Chef der Agentur-Holding Publicis, hatte ja Kosteneinsparungen verlangt und für das nächste Jahr gar seinen Niederlassungen die Teilnahmen an Award-Ausschreibungen und Messen verboten. Aber das gilt ja erst für das nächste Jahr. Publicis ist also auf der dmexco anzutreffen, genauso wie Dentsu Aegis, Plan.Net, IPG und die anderen großen Agentur-Netzwerke. Die inhabergeführte Agentur Pilot wird sogar das eigene Vortragsprogramm aus der Lounge live per Videostream auf Facebook ausstrahlen.

Kommen wir kurz zum Konferenzprogramm auf der dmexco, bei dem der Veranstalter wieder einmal keine Kosten und Mühen gescheut hat, um vor allem internationale Speaker mit Rang und Namen nach Köln zu lotsen. Darunter unter anderem: Sheryl Sandberg (Facebook), Sir Martin Sorrell (WPP), Jack Dorsey (Twitter), Suresh Vittal (Adobe), Sabine Eckhardt (ProSieben), Marc Pritchard (Procter & Gamble), Bob Lord (IBM), Bob Greenberg (R/GA), Alison Lewis (Johnson & Johnson), Susan Schramm (McDonald‘s), Tim Kendall (Pinterest) und Marc Mathieu (Samsung), um nur einige zu nennen.

Mit dem Konferenzteil will die dmexco – wie jedes Jahr – alle entscheidenden Trends und Themen, die die globale Digitalwirtschaft in den nächsten Jahren bewegen, abdecken. Das ist natürlich innerhalb von zwei Tagen unmöglich zu bewerkstelligen. Neben den Digitalstrategien für Publisher, Agenturen und Unternehmen stehen auch Automation, Artificial Intelligence und Influencer Marketing im Fokus, aber auch Voice Control und Virtual Reality werden dieses Jahr thematisiert. Abgerundet wird das Ganze mit einer Gender-Equality-Initiative der dmexco. Insgesamt werden über 570 Speaker das zweitägige Programm mit Insights zu den wichtigsten Marketing-, Werbe- und Technologiethemen füllen. Das komplette Programm der dmexco Conference 2017 ist unter http://dmexco.de/conference_programm verfügbar.

dmexco-App und Hallenplan

Mit der neuen dmexco-App 2017stellt die dmexco ihren Besuchern ein Planungstool inkl. Terminplanfunktion zur Verfügung. Einen einfachen Wegweiser mit Expo Specials wie World of Experience, Start-up Village, Girls´ Lounge und Agency Lounge & Area bietet der offizielle Hallenplan, der ebenfalls zum kostenfreien Download bereitsteht. Aus unserer Sicht ist vor allem der Online-Hallenplan überlebensnotwendig!

Nahverkehr ist für alle Ticketinhaber kostenlos!

Am Ende ein kleiner, aber doch wichtiger Hinweis zum Schluss: Die dmexco-Tickets erlauben die kostenlose Nutzung des Kölner Nahverkehrs!

Korrektur: Nicht heute in einer Woche, sondern morgen in einer Woche, also vom 13. bis 14.September, findet die Dmexco 2017 in Köln statt.

jvr@adzine.de




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Dmexco Sneak Peak: Das sind die Ankündigungen rund um die Messe

Frederik Timm

Die dmexco ist neben einem großen Klassentreffen der digitalen Werbebranche auch die Zeit für große Ankündigungen und Veränderungen. Bereits im Vorfeld der Messe werden neue Produkte, Updates und Erweiterungen vorgestellt. Wir haben uns die Zeit genommen und ein paar dieser Ankündigungen zusammengefasst, um ein kleines Sneak Peak zur dmexco zu verschaffen.

Improve Digital errechnet Opportunitätskosten

Die Publisher-Plattform Improve Digital macht schon gut zwei Wochen vor der dmexco von sich reden und stellt nach eigenen Angaben den ersten Opportunity Cost Calculator der Branche vor. Das Tool soll das Problem der Opportunitätskosten im Programmatic Advertising lösen. Publisher haben dadurch die Möglichkeit, den Einfluss garantierter Kampagnen auf ihre Umsatzentwicklung zu kontrollieren.

Torben Heimann, Managing Director DACH bei Improve Digital, sagt über das neue Tool: “Der Opportunity Cost Calculator gibt unseren Kunden ein besseres Verständnis dafür, was Käufer bereit wären, für ihr Inventar zu bezahlen. Dies ermöglicht eine faktengestützte Optimierung ihrer Pricing-Strategien. Für Video Content Provider ist dies besonders interessant, da die Video-TKPs hoch sind und die Opportunitätskosten somit ebenfalls sehr hoch ausfallen können. Außerdem wird das meiste Videoinventar mit garantierter Auslieferung verkauft. Wenn man weiß, ob diese garantierten Deals tatsächlich auch die höchsten Umsätze erzielen oder ob der Markt das Inventar auch zu einem höheren Preis gekauft hätte, kann man seine Umsätze stark steigern.”

Meetrics will mit ADAM Suite überzeugen

Der Ad-Verification-Anbieter Meetrics gibt pünktlich zur dmexco eine Erweiterung seines Ad Attention Managers (ADAM) bekannt. Das Produkt wird durch drei Neuerungen ergänzt und zu einer Suite ausgebaut. Die drei Funktionen Netreach, VAST 4.0 und erweiterte Fraud Detection.

Mit Netreach soll es möglich sein, innerhalb der Audience Verification zu jeder Zeit Reportings zur Nettoreichweite einer Kampagne zu ermitteln und dabei die Sichtbarkeit der Kontakte zu berücksichtigen. Durch die Integration des Videostandards Vast 4.0 bietet Meetrics nun außerdem eine produktiv einsetzbare Viewability-Lösung, die auf dem neuesten IAB-Standard für Video Ads basiert. Die erweitere Fraud Detection soll schließlich dabei helfen, auch Betrugsszenarien zu erkennen, bei denen komplexe Verfahren zur Verschleierung der tatsächlichen URL verwendet werden.
Auf der dmexco möchte Meetrics nun die Neuerungen erstmals im großen Rahmen vorstellen.

Criteo baut Geschäftsfeld aus

Für das Technologieunternehmen für Commerce Marketing Criteo stehen Lösungen und Trends rund um das eigene Commerce Marketing Ecosystem im Fokus der diesjährigen dmexco. Das Unternehmen münzt das diesjährige Motto der Messe „Age of Transformation“ auf die eigenen Zunftspläne um und präsentiert sich nicht mehr nur als Retargeting-Anbieter, sondern als Multi Product Company. Dabei stehen nun Lösungen im Vordergrund, mit denen nicht nur Händler, sondern auch Markenhersteller zusätzliche Abverkäufe und Umsätze erzielen sollen. Ziel sei es weiterhin, messbare und skalierbare Performance zu liefern. Dafür werden Käufer mit den Marken und Produkten zusammengebracht, die sie brauchen und lieben.

Ein weiteres wesentliches Thema ist das kürzlich in Deutschland gestartete Produkt „Criteo Sponsored Products“. Kern sind Native Product Ads, die auf den Webseiten der Online-Shops angezeigt werden. In der Praxis funktioniert das Produkt ähnlich wie Produktempfehlungen, wie sie auch bei Amazon oder anderen Händlern gemacht werden.

„Spätestens seit der der Übernahme von Whole Foods durch Amazon ist klar, wie dringend der Handlungsbedarf für Retailer ist. Sie müssen intelligente Lösungen finden, mit denen sie Daten kanalübergreifend nutzen können. Nur so bestehen sie auf Dauer gegen den US-Giganten. Handeln Retailer alleine, wird das jedoch sehr schwer, weshalb Händler bereit sein sollten, Veränderungen zu wagen und Allianzen einzugehen“, sagt Alexander Gösswein, Managing Director Central Europe Criteo.

Adsquare wirbt mit Datenallianz

Allianzen sind Trendthema von 2017. Auch die Mobile First Data Exchange Adsquare gab im Vorfeld der dmexco den Launch der Data Alliance bekannt. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Datenanbietern mit dem erklärten Ziel, Werbetreibenden zuverlässige mobile Zielgruppendaten zur Verfügung zu stellen, ohne dass diese Einbußen bei der Reichweite hinnehmen müssen.

Hierfür will Adsquare deterministische Daten aggregieren, die überwiegend von App Publishern kommen, diese validieren und sie um qualitativ hochwertige Third-Party-Daten anreichern. Die Segmente der Data Alliance werden sowohl über das eigene Self-Service Tool “Audience Management Platform” zur Verfügung gestellt als auch direkt über DSPs und DMPs buchbar sein. Durch den Launch der Allianz tritt Adsquare erstmal als Kurator und Aggregator von Daten auf.

Für Tom Laband, Geschäftsführer und Mitgründer von Adsquare, ist der Launch ein wichtiger strategischer Schritt: „Aktuell sind Werbetreibende hierbei an einzelne Anbieter und ihre Walled Gardens gebunden und können Audiences nur in Kombination mit vorgegebenen Umfeldern buchen. Die Adsquare Data Alliance holt Daten aus den Silos und stellt sie in gebündelter Form für Programmatic Advertising zur Verfügung.”

Performance-Agentur Metapeople setzt auf Künstliche Intelligenz

Für die Duisburger Digital-Marketing-Agentur Metapeople birgt dmexco 2017 die Möglichkeit, sich erstmals als digitaler „One-Stop-Shop“ zu präsentieren. Mit einem datengesteuerten Ansatz und Artificial Intelligence (AI) will die Agentur seine Kunden fortan von der Idee über die Strategie bis zur konkreten Umsetzung der Kampagnen begleiten.

Durch den Zusammenschluss der Metapeople-Muttergesellschaft NetBooster in Paris mit der französischen AI-Agentur Artefact entstehe die weltweit erste Digital-Marketing-Agentur, die mit Hilfe von AI, Datenanalyse und Kampagnenautomatisierung ein ganzheitliches Lösungsangebot aus einer Hand realisieren könne. Knapp 1.000 Mitarbeiter in 13 Ländern unterstützen so künftig führende Marken in allen Branchen bei der digitalen Transformation.

The Trade Desk rückt Transparenz in den Vordergrund

Die Programmatic-Einkaufsplattform The Trade Desk sieht die Transparenz als eine der wichtigsten Herausforderungen im automatisierten Einkauf von digitalem Mediainventar. Das Unternehmen stellt diese Diskussion deshalb bewusst in den Mittelpunkt seiner diesjährigen dmexco-Präsenz. Zuletzt hat The Trade Desk mit der Ankündigung, die Ads.txt-Initiative des IAB Tech Lab zu unterstützen, von sich hören gemacht. Das erklärte Ziel: Die weltweite Market Place Quality auf ein neues Level heben.

Neue Taktiken für einen transparenten und holistischen Mediaeinkauf werden zudem im Seminar „Transparency isn’t a feature – it’s an attitude“ behandelt. The Trade Desk Europachef Sacha Berlik adressiert mit seinen Inhalten insbesondere Mediaagenturen, aber auch Marketingverantwortliche aus Unternehmen, die Antworten auf Fragen zur Market Place Quality sowie Brand Safety suchen und sich auf eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Agentur und Kunde einlassen möchten.

Und abseits der Stände?

Auch abseits der Stände und neuen Produkte bietet die dmexco in Seminaren Programm. Neben Trendthemen wie die Rolle von künstlicher Intelligenz und Machine Learning im Marketing, die von internationalen Playern – in diesem Fall Adobe – diskutiert werden, findet auch die Adblocker-Debatte ihren Platz im Programm. Hierzu versuchen unter anderem Jesper Doub, Geschäftsführer von Spiegel Online, Eva Maria Bauch, Geschäftsführerin Gruner + Jahr Digital Products, und Stefan Betzold, Managing Director BILD Digital, zusammen mit Thomas Mendrina, General Manager International von Sourcepoint, anhand von Case Studies die Fragen der Monetarisierung trotz Adblocker-Nutzung zu klären.

ft@adzine.de




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