Rahmen oben
Rahmen links Andrea Izzotti, dollarphotoclub.com
ADZINE – MAGAZIN FÜR ONLINE-MARKETING | KONTAKT: REDAKTION@ADZINE.DE | WERBEN BEI ADZINE: TEL 040 - 24 42 420 88 | MEDIA@ADZINE.DE


THEMEN

 Pfeil Mobile Adblocking: Wehret den Anfängen!  Pfeil Mobile-Nutzung: App oder MEW? Hauptsache einfach!  Pfeil Social Media in der Web-Analyse abbilden – wichtig ist, was auf der Website passiert

MOBILE
Mobile Adblocking: Wehret den Anfängen!

Jens von Rauchhaupt

ANZEIGE

Zwischen mobiler und stationärer Werbung gibt es aus Nutzersicht einen grundlegenden Unterschied. Sofern der User sich außerhalb eines WLANs befindet, muss er auch für das aufkommende Datenvolumen zahlen. Darum ist Werbung auf dem Smartphone ein durchaus heikles Thema. Noch ist die Adblockerquote für Mobile niedrig. Doch das könnte sich mittelfristig ändern, wenn die Branche das Problem nicht ernst nimmt.

Der WDR hat für eine Reportage getestet, wie sich die Ausspielung von Werbung auf das Datenvolumen des Nutzers auswirken kann, und kam zu einem Ergebnis, das aufhorchen lässt. Demnach würden bei einem durchschnittlichen Handyvertrag 35 Prozent des Datenvolumens für die Übertragung von Werbung verbraucht. Sofern der Nutzer sein Smartphone vorrangig unterwegs und außerhalb eines WLANs einsetzt, zahlt er bei dem Aufruf einer Webseite zwischen zwei und vier Cent allein für die Werbung.

„Bei 100 Seitenaufrufen im Monat macht das dann zwei bis vier Euro. Auch das könnte ein Grund dafür sein, dass Adblocker auch bei Smartphonenutzern immer beliebter werden“, resümiert der verantwortliche WDR-Reporter Dennis Horn.

Adblocker für Mobile in Deutschland noch kein Thema

Dominik Reisig

Doch so beliebt sind mobile Adblocker in Deutschland gar nicht, wie die WDR-Reportage suggerieren möchte. Tatsächlich werden sie bisher kaum in Deutschland eingesetzt. „Wir messen in unserem Netzwerk eine durchschnittliche Adblockerquote unter 1 Prozent, interessanterweise ist der Spitzenreiter ein französischer Publisher mit einer Adblockerquote von 10 Prozent“, sagt Dominik Reisig, CEO von AdDefend in Hamburg.

AdDefend arbeitet für einige große deutsche Verlagshäuser und unterstützt diese dabei, dass die Werbemittel trotzt installierter Adblocker durchgeschleust werden können. Reisig berichtet aber, dass sich in Asien Mobile Adblocking rasant ausbreitet, weil dort die Nutzer alternative Browser mit vorinstalliertem Adblocker einsetzten. In Deutschland sei das aber anders, weil die Installation alternativer Browser oder die Installation eigener Adblocker-Apps für viele deutsche Anwender eine zu hohe Nutzungshürde darstelle.„Mobile Adblocking hat für unsere Kunden derzeit keine Relevanz. Dennoch sollte man das zukünftige Risiko nicht unterschätzen. Zustände wie in Asien wären ein echtes Problem. Wir behalten die Entwicklungen der Adblocker im Auge und können auch heute schon Werbung trotz aktiviertem mobilem Adblocker ausliefern“, sagt Reisig.

Weichen gestellt?

Eigentlich verwunderlich, dass erst jetzt eine solche Rechnung aus Verbrauchersicht aufgestellt wird. ADZINE hat bereits vor einem Jahr auf diese Problematik aufmerksam gemacht und die technischen Hintergründe beschrieben. (Hier geht es zum Beitrag) Tatsächlich ist es ein Leichtes bei der mobilen Werbung nutzerfreundlich zu agieren, indem man datenintensive Videowerbung und Rich Media Ads per Bandwidth- bzw. WiFI-Targeting außerhalb des WLANs nicht ausliefert.

Auf dem Mobile Advertising Summit werden wir unter anderem das Thema Mobile Adblocking im Vermarkterpanel thematisieren. Der Strategieberater Mark Wächter von MWC.mobi wird dieses Panel moderieren. Wächter ist Vorsitzender der Fokusgruppe Mobile im BVDW, Co-Founder von MobileMonday und Mitglied im Board of Directors der Mobile Marketing Association sowie Vorsitzender des Fachbeirats des Masterstudiengangs Mobile Marketing an der Leipzig School of Media. Im Dezember 2015 erschien sein Buch 'MOBILE STRATEGY‘ bei Springer Gabler. Was ist seine Meinung zum Mobile Adblocking, ist die Branche in Gefahr?

Adzine: Herr Wächter, glauben Sie, dass mobile Werbung die Adblockerdiskussion verschärfen wird?

Marc Wächter

Mark Wächter: Im Medium Mobile ist das Thema Adblocking weitaus komplexer, da man Ads technisch auf Webebene, auf OS-Ebene oder gar auf Netzbetreiberebene blockieren kann. Weltweit sehen wir, dass in einzelnen Märkten alle Optionen getestet werden. In Deutschland ist bis dato nur die erste Variante im Markt. Diese ist aber wenig effektiv, da ca. 85 Prozent der Nutzung auf Smartphones und Tablets in für Adblocker relativ unzugänglichen Apps stattfindet. Die beiden marktführenden OS-Anbieter (Apple und Google) lassen Adblocker in ihren Stores und auf ihren Browsern zu. Allerdings spielt das Thema Adblocking bei weitem noch nicht die Rolle wie im Desktopbereich. Der Trend zu nativen Formaten wird aus meiner Sicht dafür sorgen, dass das auch so bleibt.

Adzine: Wird von den Publishern zu viel Werbung auf den mobilen Umfeldern zugelassen?

Mark Wächter: Mit wenigen unrühmlichen Ausnahmen haben wir im Mobile Web eigentlich nicht das Problem, dass das Inventar zugepflastert ist mit nervigen Formaten. Allerdings schließt sich die Lücke zwischen tatsächlicher Mediennutzung und dem Anteil am Advertising-Spending rasant und damit steigt natürlich auch die Gefahr, dass die Reaktanzen auf Nutzerseite steigen. Hier kann ich nur an alle Marktteilnehmer appellieren, Werbung made for Mobile zu machen: höchst relevant und unterhaltend, möglichst nativ und im Kontext des Users. Hier gibt es erfreuliche Entwicklungen wie zum Beispiel die Canvas-Lösung von Facebook.

Adzine: Ist das nicht der Moment, in dem auch dem letzten Nutzer klar sein sollte, dass werbefinanzierte Inhalte die eigentliche Form von Paid Content sind?

Mark Wächter: Ich glaube schon, dass die Botschaft angekommen ist, genauso wie auch immer mehr Menschen bewusst wird, dass sie mit ihren Daten die Nutzung von vielen beliebten Diensten bezahlen. Nur kommt gerade im Rich-Media-Bereich von mobiler Werbung noch der Effekt hinzu, dass die Werbung auch in nicht unerheblichem Maße an meinem Datenvolumen knabbert. Hier wären Lösungen analog der Accelerated Mobile Pages von Google wünschenswert: quasi mobil-optimiertes Accelerated Mobile Advertising.

Tipp: Gewinnen Sie ein Ticket für den Mobile Advertising Summit!

Konzeption und Umsetzung von Werbung auf den mobilen Screens werfen nach wie vor Fragen auf, insbesondere bei Wirkung, Formaten und Technologie. An dieser Stelle dient der Mobile Advertising Summit mit Vorträgen, Cases und Diskussionen als Plattform für Advertiser, Medien, Agenturen und Technologieanbieter. ADZINE verlost zwei Tickets für den Mobile Advertising Summit 2016. Beantworten Sie einfach folgende Frage und vielleicht sind Sie am 21. April in Berlin dabei:

"Mit welchem Targeting lässt es sich verhindern, dass datenintensive Werbung außerhalb des WLANs auf dem Smartphone ausgeliefert wird?"

A) Predictive Behavioral Targeting
B) In-App Retargeting
C) Bandwidth- bzw. WiFi-Targeting

Senden Sie Ihre Antwort einfach noch heute, aber spätestens bis zum 15. April per E-Mail an events@adzine.de. Die zwei Gewinner werden aus den richtigen Einsendungen per Losverfahren gezogen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

jvr@adzine.de




Anzeige

MOBILE
Mobile-Nutzung: App oder MEW? Hauptsache einfach!

Frederik Timm

Egal ob per App oder über mobile Internetseiten (MEW), ob Finanz-, Touristik-, Medienbranche oder Einzelhandel, die Nutzer wollen ein einfaches und schnelles Kundenerlebnis. Personalisierung spielt zunächst eher eine untergeordnete Rolle. Im Adobe-Bericht 2015 zur Nutzung mobiler Endgeräte hat das Unternehmen überprüft, wie häufig die mobilen Angebote der vier untersuchten Branchen Finanzen, Touristik, Medien und Unterhaltung sowie Einzelhandel genutzt werden und wie zufrieden sie mit dem Angebot sind.

Insgesamt wurden mehr als 4000 Teilnehmer aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland befragt, rund 1000 aus jedem Land. Die Teilnehmer wurden in verschiedene Altersgruppen unterteil. 72 Prozent der Befragten gehörten entweder zu den Digital Natives (44 Prozent) oder zur Generation X (29 Prozent). Zu den restlichen 20 Prozent gehören auch Baby Boomer (20 Prozent) und über 70-Jährige (7 Prozent).

Digital Natives und die Generation X gehören zwar unterschiedlichen Altersgruppen an, jedoch haben sie ähnliche Charakteristika. Gemein haben sie die intensive Nutzung von mobilen Endgeräten, wobei hier besonders das Smartphone im Fokus steht. Tablets werden hauptsächlich von den älteren Umfrageteilnehmern verwendet. Zudem sind die jüngeren Generationen experimentierfreudig, sie haben meist schon neue Technologien, wie Augmented Reality auf ihren mobilen Geräten ausprobiert. Insgesamt rücken bei ihnen die medienbezogenen Technologien stärker in den Mittelpunkt.

Neben den genannten Altersklassen unterscheidet die Studie noch eine weitere Form von Nutzern, die Power-User. Sie zählen zu der lukrativsten Gruppe beim Online-Marketing, da mobile Geräte für sie eine extrem wichtige Rolle spielen und von ihnen häufig (455 € Ausgaben in sechs Monaten) auch zum Einkaufen genutzt werden.

Android vs. iOS

Anders als in den USA und Großbritannien, wo die Befragten ungefähr zu gleichen Anteilen Android-Geräte (52 Prozent) und iPhones beziehungsweise iPads benutzen, sind in Frankreich (68 Prozent) und Deutschland (69 Prozent) wesentlich mehr Android-Nutzer vertreten. Schlechte Nachrichten für französische und deutsche Werbetreibende und Verkäufer: Unter den iOS-Anwendern besteht eine höhere Kaufwahrscheinlichkeit sowie Bereitschaft häufiger und für größere Summen einzukaufen. Auf Android-Geräten werden dagegen mehr Inhalte gesucht und geteilt als auf iOS-Geräten.

Grafik: Adobe Mobile Services und Adobe Analytics

Auch auf die Apps bezogen scheinen die Apple-Nutzer konsumorientierter. Laut dem Mobile Benchmark Report 2015 von Adobe werden 63 Prozent der Marken-Apps über iPhones und iPads abgerufen und lediglich 36,4 Prozent über Android-Smartphones oder -Tablets.

Finanzen

Gerade im Finanzbereich wachsen die Nutzerzahlen in EMEA rasant. Im Jahresvergleich ist die Nutzung von Finanz-Apps im zweiten Quartal um 84 Prozent gestiegen. Rund zwei Drittel der Befragten nannten Apps als bevorzugten Kanal für Banktransaktionen. Produktangebote und Informationen über Finanzangebote holen die meisten Nutzer jedoch über das mobile Web ein. In den USA stellen insgesamt 43 Prozent der Befragten Anträge für die Eröffnung eines Bank-, Kreditkarten-, Darlehens- oder Wertpapierkontos über mobile Endgeräte. Den Großteil machen hierbei die Digital Natives sowie die Generation X aus.

Laut der Studie von Adobe nennen 78 Prozent der Power-User den Aspekt Vereinfachung als wesentliches Element des mobilen Erlebnisses. Die wesentlichen Informationen sollen immer sofort zur Hand sein. Dementsprechend gibt es immer mehr Lösungen, mit denen grundlegende Kontoinformationen auch ohne vollständige Authentifizierung abgerufen werden können.

Touristik

Die Zufriedenheit mit dem Funktionsangebot mobiler Reise-Apps und -Webseiten der Befragten aller Länder lässt Raum nach oben. Im Vergleich zu dem Angebot aus anderen Branchen fällt die Touristik zurück.

Wie auch in den anderen Branchen werden zur Recherche hier häufig mobile Webseiten verwendet. Wenn eine passende Reise gefunden ist, dann verwenden in den USA 68 Prozent und in Großbritannien 65 Prozent der Befragten ein mobiles Endgerät zur Buchung. In diesem Bereich fallen die Zahlen in Frankreich (38 Prozent) und Deutschland (39 Prozent) wesentlich geringer aus.

Der für die Nutzer wichtigste Aspekt bei mobilen Touristikangeboten ist die Vereinfachung von Prozessen. Das personalisierte Erlebnis ist für sie hingegen weniger wichtig. Auch in den anderen Branchen werten die Nutzer einfache Abläufe höher als das personalisierte Erlebnis.

Grafik: Adobe Mobile Services und Adobe Analytics

Medien und Unterhaltung

Für den Verbraucher gehört die Darstellung von TV- und Videoinhalten auf mobilen Endgeräten untrennbar zum mobilen Erlebnis dazu. Laut Adobe Digital Index gewinnen mobile Endgeräte beim Abruf von Videoinhalten mit einem Anteil von mittlerweile fast 33 Prozent immer mehr an Bedeutung. Da internetfähige Geräte wie Apple TV und Google Chromecast die Anzeige auf Fernsehgeräten ermöglichen, erwarten mobile Nutzer unabhängig von der Bildschirmgröße vergleichbare Erlebnisse. Zusätzlich stellen Anbieter von Internetfernsehen, z. B. Netflix oder Amazon Prime, auch mobile Apps zur Verfügung, die das Abrufen von TV-Inhalten auf Smartphones und Tablets noch einfacher machen.

Auf die Frage, was sie von einem Angebot ihres Providers für Premiuminhalte mit Werbeeinblendungen halten würden, gaben 71 Prozent der Power-User in den USA an, dass sie den Service für ihr mobiles Endgerät abonnieren würden, gefolgt von 65 Prozent in Großbritannien und jeweils 61 Prozent in Frankreich und Deutschland.

Einzelhandel

Im Bereich Einzelhandel verbrachten die Verbraucher die meiste Zeit mit dem Vergleich von Online-Promotions. Dabei nutzten sie stichwortbasierte Suchläufe und recherchierten Produkt- und Preisinformationen. Dies trifft vor allem auf Power-User, Digital Natives und Angehörige der Generation X zu, die sich viel stärker auf Bewertungen verlassen als weniger technisch geneigte Nutzer oder ältere Altersgruppen. Wenn sie beim Zugriff auf Inhalte die Wahl zwischen mobilem Web oder einer App haben, bevorzugen mindestens zwei Drittel der Verbraucher in den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland bei der Suche nach beziehungsweise dem Vergleich von Produkten und Preisen das mobile Web.

Dennoch bleibt die Zufriedenheit mit mobilen App- und mobilen Browser-Erlebnissen im Bereich Einzelhandel insgesamt unter der 50-Prozent-Marke. Die Befragten sollten zudem angeben, wie wichtig folgende Elemente für die Gesamterfahrung mit mobilen Apps und Websites sind: digitale Coupons, Preisvergleich, Komfort, effiziente Abläufe mit möglichst wenigen Schritten und personalisierte Inhalte.

Für die Mehrheit, darunter 71 Prozent der Power-User in den USA, hat Komfort bei mobilen App-Erlebnissen den höchsten Stellenwert. Nur Deutschland bildet hier eine Ausnahme. Da die meisten Verbraucher auf ein gutes Angebot Wert legen, wurden Preisvergleich sowie der Erhalt von digitalen Coupons ebenfalls als wichtig eingestuft. Personalisierte Inhalte waren für die Käufer in allen vier Ländern am unwichtigsten.

Auch wenn personalisierte Inhalte von den Verbrauchern als unwichtigster Faktor bewertet wurden, sind sie dennoch ein bewährtes Mittel zur Erfüllung von Komfortwünschen. Beispiele dafür sind Produktempfehlungen oder Coupons basierend auf der Einkaufshistorie, den Interessen oder dem Standort des Kunden.

Den Kunden liegt der Schutz ihrer Daten am Herzen. Doch bei einem entsprechend verlockenden Angebot wird Personalisierung schnell mit Preisvorteilen und einem hochwertigeren Erlebnis gleichgesetzt. Für die meisten Verbraucher ist das Thema Datenschutz zumindest so lange wichtig, bis ihnen eine vielversprechende Gegenleistung angeboten wird. Die Haltung „Ich gebe meine privaten Daten weiter, wenn es entsprechend honoriert wird“ ist weitverbreitet.

Mobile Payment

M-Payment wird immer populärer. In den USA und in Großbritannien finden mindestens 83 Prozent der Verbraucher diesen Dienst benutzerfreundlicher als Kreditkarten. Dieser Meinung sind auch 72 Prozent der Verbraucher in Deutschland und 69 Prozent in Frankreich – eine vielversprechende Prognose für Einzelhändler weltweit.
Nachdem 16 Prozent der Umfrageteilnehmer in das Ladengeschäft des Einzelhändlers gehen, um dort den über ihr mobiles Endgerät ausgesuchten Artikel zu kaufen, müssen Marketer dafür sorgen, dass digitale und physische Einkaufswelt nahtlos ineinandergreifen.

Deutschland und Frankreich weniger erschlossen

Auffälligster Punkt in der Studie: Insgesamt waren gut die Hälfte (55 Prozent) der Teilnehmer zufrieden mit dem Kundenerlebnis der Apps und mobilen Webseiten. Die Befragten aus Deutschland und Frankreich waren jedoch weniger zufrieden als die Teilnehmer aus Großbritannien und den USA. Dies könnte darauf hinweisen, dass die beiden europäischen Märkte weniger erschlossen sind als Großbritannien und die USA.

ft@adzine.de




Anzeige

SOCIAL MEDIA
Social Media in der Web-Analyse abbilden – wichtig ist, was auf der Website passiert

Felix Schlepper

Social-Media-Kanäle werden oft dazu genutzt, Nutzer gezielt auf die eigene Website zu leiten. Dort spielt die Musik: Verkäufe im eigenen Online-Shop oder die Generierung von Leads stehen im Vordergrund. Die Beurteilung der Effektivität einzelner Social-Media-Maßnahmen kann nur durch ein entsprechend aufgesetztes Web-Analyse-Tool und Kampagnen-Tracking erfolgen. Die Statistiken der Social-Media-Kanäle selbst spielen somit bei dieser Sichtweise nur eine untergeordnete Rolle.

Das Messen von Conversions auf der Website, die Erfassung von Besucherströmen und des Verhaltens der Nutzer sind Grundbausteine für einen erfolgreichen Einsatz von Online-Marketing-Maßnahmen. Zu beachten ist dabei allerding, dass Web-Analyse nur die unterste Ebene des Erfolgs einzelner Maßnahmen abbildet – Kanalbruch z. B. bedingt, dass die Werbemaßnahme und die Zielerreichung einander nicht zugeordnet werden können.

Die Wege des Nutzers scheinen unergründlich

Die Messung der Website-Conversions ist der erste Schritt. Der zweite Schritt ist es, zuordnen zu können, welche Social-Media-Kanäle oder -Maßnahmen effektiv und effizient zur Erreichung der Websiteziele beitragen. Ist es gekaufte Reichweite oder ist es die organische Reichweite?

Bevor vertiefend auf die Antwortmöglichkeiten zu dieser Frage eingegangen wird, eine kurze Vorüberlegung zur Kategorisierung von Reichweite: Reichweite kann in die drei Mediakategorien Earned, Paid und Owned Media eingeteilt werden.

Die Maßnahmen bzw. Aktivitäten, die in der Verantwortung eines Unternehmens selbst liegen, werden in der Kategorie Owned Media zusammengefasst. Hierzu gehören zum Beispiel die eigene Webseite oder Präsenzen in Social-Media-Kanälen wie Facebook oder Twitter – auch wenn den Unternehmen dort streng genommen nur ein Nutzungsrecht eingeräumt wird. Maßnahmen, die bei Drittpartnern eingekauft werden, werden als Paid Media kategorisiert. Hierzu gehört beispielsweise die Schaltung von Banner-Werbung oder von Werbeanzeigen auf Plattformen wie Facebook.

Unter Earned Media versteht man die die Reichweite, die sich ein Unternehmen durch die eigenen Aktivitäten von den Nutzern zusätzlich verdient. Hierzu zählt zum Beispiel die Reichweite, die ein Unternehmen durch den Einsatz von Share-Buttons auf der eigenen Website erzielen kann.

Die Zulieferer für Conversions kennen

Gerade bei begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen ist es wichtig, ent-scheiden zu können, in welche Maßnahme die Ressourcen investiert werden.

Hierfür ist es notwendig, die Zulieferermaßnahmen zu kennen, die Conversions auf der Website auslösen. Dazu reichen die Standardeinstellung von Web-Analyse-Tools allerdings nicht aus. Am Beispiel von Zugriffen auf eine Website, die über Facebook generiert werden, lässt sich dies nachvollziehen. Zugriffe über Facebook werden standardmäßig als Verweiszugriffe gewertet – alleine für Facebook können standardmäßig sechs ver-schiedene Datensätze entstehen, bei denen nicht ersichtlich ist, welche Zugriffe aus eigenen Aktivitäten resultieren.

Grafik: Crowdmedia

Eine Bewertung, ob die eigene organische Reichweite, die verdiente Reichweite oder die bezahlte Reichweite auf Facebook zur Zielerreichung beiträgt, ist somit nicht möglich. Um eine Bewertung vornehmen zu können, muss auf Kampagnen-Tracking zurückgegriffen werden.

Kampagnen-Tracking

Kampagnentracking hilft dabei, Besucher der Website nach ihrer Herkunft zu markieren. Um Maßnahmen gezielt auszuwerten, müssen die dort genutzten Links aktiv mit Parametern versehen werden, die dann vom Web-Analyse-Tool ausgelesen werden können.

Die Überlegung zur Herkunft der Nutzer muss für jede Online-Marketing-Maßnahme vorgenommen werden, nicht nur für Social Media. Soll also als Maßnahme Display-Werbung über einen Adserver ausgespielt werden, muss auch für diese Maßnahme geprüft werden, ob ein Kampagnen-Tracking automatisch erfolgt und/oder Kampagnenlinks für die Anzeigen zugeliefert werden können bzw. müssen.

Unterschiedliche Tools zur Web-Analyse bieten hierfür verschiedene Hilfestellungen bzw. Tools an. Für Google Analytics gibt es beispielsweise das öffentlich zugängliche, browserbasierte „Tool zur URL-Erstellung“ oder für Piwik den „Piwik URL Builder“. Für etracker kann man im Account über „Werbemittel-Link erstellen“ einen entsprechenden Tracking-Link generieren.

Kampagnenparameter machen Quellen oder Werbemittel miteinander vergleichbar. In der Web-Analyse kann das Verhalten der Besucher aus verschiedenen Kampagnen aggregiert betrachtet und verglichen werden: z. B. nach Besuchsdauer, Summe der Conversions oder nach dem erzielten Umsatz.

Praxisbeispiel: Reichweite für eine Website

Wir als crowdmedia versuchen für unsere Blogbeiträge über verschiedene Kanäle Reichweite zu generieren, um die Zugriffe auf unsere Website bzw. den Blogbeitrag zu erhöhen. Zur Generierung von Reichweite nutzen wir unterschiedliche Kanäle und Maßnahmen:

  • Facebook-Beiträge
  • Facebook-Werbeanzeigen
  • Unsere Artikel platzieren wir bei Twitter, Xing und LinkedIn.
  • Wir haben Share-Buttons auf unserer Website eingebunden, um uns Reichweite zu verdienen, und platzieren die Beiträge in unserem Newsletter.

Über die genutzten Kanäle wollen wir die Nutzer gezielt auf den Blogbeitrag leiten und damit die Reichweite des Blogs erhöhen.

Dabei ist es für uns wichtig, in den Daten zu sehen, welche Maßnahme oder welcher Kanal wie gut funktioniert. Bekommen wir also unsere Website-Klicks über unsere eigenen Kanäle wie Twitter, den Newsletter oder Facebook? Kommen die Klicks über Werbeanzeigen oder über verdiente Reichweite, weil Nutzer unsere Beiträge über Ihre eigenen Kanäle verbreiten?

Kampagnen-Tracking bzw. die Tracking-Links, die wie oben beschrieben generiert werden, ermöglichen es uns, genau diese Fragen mithilfe der erhobenen Daten zu beantworten. Immer wenn ein Nutzer auf einen von uns platzierten Link klickt, wird dieser über den genutzten Tracking-Link aufgerufen – die vom Nutzer aufgerufene URL enthält die von uns vergebenen Tracking-Parameter. Die Tracking-Parameter werden beim Aufruf der Seite durch das Analytics-Tool ausgelesen und in der Datenansicht bereitgestellt. Damit wird es uns möglich, im Analytics auszulesen, über welche Kampagne, welche Quelle bzw. welchen Kanal und welches Medium der Nutzer auf unsere Website gekommen ist.

Grafik: Crowdmedia

Budgetentscheidungen treffen und Ressourceneinsatz planen

Können die Zulieferer für Conversions klar definiert und effiziente und effektive Maß-nahmen klar erkannt werden, können die Daten hervorragend dazu genutzt werden, Budgetentscheidungen zu treffen und den zukünftigen Ressourceneinsatz zu planen.

Gerade bei gekaufter Reichweite über Werbeanzeigen ist die zusätzlich Segmentierung der Daten – im wahrsten Sinne des Wortes – Geld wert. Wird für eine Kampagne in unterschiedlichen Kanälen Werbung geschaltet, können die Auswirkungen der Werbeanzeigen in unterschiedlichen Kanälen im Web-Analyse-Tool miteinander verglichen und das Budget in den effizienteren Kanal, in die besser funktionierenden Werbeanzeigen umgeschichtet werden. Für viele Unternehmen stellt sich stets die Frage, in welchen Kanal die begrenzten Ressourcen am besten investiert werden sollen. Auch hier bieten die erhobenen Daten eine fundierte Entscheidungsgrundlage.

Tipps, Tricks & Hinweise

Kampagnen-Tracking und damit die mögliche Gegenüberstellung von Kanälen bringt elementare Vorteile mit sich, was Budgetentscheidungen und Ressourcenplanung betrifft. Es gilt allerdings einige Dinge zu beachten:

  • Nur eine konsistente Nutzung der Parameter ab Tag 1 ermöglicht eine einfache Vergleichbarkeit der erhobenen Daten.
  • Bei den eingesetzten Parametern muss auf Groß- und Kleinschreibung geachtet werden – unterschiedliche Schreibweisen führen zu unterschiedlichen Datensätzen.
  • Aus fehlerhaften Tracking-Parametern oder einer nicht konsistenten Nutzung der Parameter resultierende Daten lassen sich nicht rückwirkend korrigieren.

Für den Einsatz von Tracking-Parametern gilt die alte Weisheit: Gut geplant, ist halb gewonnen.

Auf Kampagnen-Tracking verzichten heißt Potenziale verschwenden

Nur wenn Unternehmen Kampagnen-Tracking konsistent und stetig nutzen, können sie von den dargestellten Vorteilen profitieren und damit die Anstrengungen in Social Media effizienter steuern – sowohl was die finanziellen als auch die personellen Ressourcen angeht. Genau genommen gilt dies nicht nur für Social Media, sondern für das gesamte Online-Marketing. Genau einsehen zu können, welche Kanäle oder Maßnahmen im Vergleich am besten zu Conversions führen, sollte für jedes Unternehmen eine Selbstverständ-lichkeit sein.

Felix Schlepper

Autor/in:

Felix Schlepper, seit Juni 2013 als Online-Marketing-Berater für die crowdmedia GmbH tätig, begleitet Kunden von den strategischen Überlegungen, über die Initialisierung und das Aufsetzen einzelner Maßnahmen, bis hin zur Erfolgskontrolle und Weiterentwicklung der Online-Marketing-Maßnahmen.

insider@adzine.de




Anzeige

Rahmen rechts
Rahmen unten