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 Pfeil Online Video ist in amerikanischer Hand  Pfeil Video Advertising: Viel Freud, viel Leid  Pfeil Werben mit Facebook Video Ads



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Online Video ist in amerikanischer Hand

Jens von Rauchhaupt

Auf welchen Werbeträgern wird in Deutschland eigentlich mithilfe des Internets Bewegtbild konsumiert? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Fest steht, die meisten Video Views erzeugen mit großen Abstand Googles YouTube und Facebook. Nicht immer sind diese Inhalte für Advertiser relevant, aber eben immer öfter. ADZINE hat mit Unterstützung von ComScore einmal exemplarisch einige Bruttoreichweiten (Video Views) eruiert.

Gleich vorweg. Die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten, weil zum Beispiel Angebote wie Netflix und Amazon Prime keinerlei Auskunft darüber geben wollen, wie viele Views ihre Angebote erzeugen. Wir haben daher exemplarisch mithilfe der ComScore-Zahlen von Facebook und YouTube und über Eigenrecherche einige Contentanbieter bzw. deren Vermarktungszahlen herausgepickt.

Damit wird klar: Google und Facebook sind in Deutschland die führenden Anbieter für Videocontent. Gemeinsam vereinen sie ca. 60 % der ausgespielten Online-Videos in Deutschland. Das Google mit YouTube und knapp 35 Mio. Nutzern das führende Videoangebot in Deutschland ist, dürfte kaum jemanden überraschen.

„Spannender ist die Aufholjagd der letzten 12 Monate von Facebook. Die Videoreichweite von Facebook stieg von 15 Mio. (Juni 2014) auf fast 28 Mio. (Juni 2015) Nutzer. Noch deutlicher wird es, wenn man die Anzahl der ausgespielten Videos ansieht. Juni 2014 wurden auf Facebook ca. 0,5 Mrd. Videos gezeigt, im Juni 2015 waren es schon knapp 2,5 Mrd. Damit liegen zwischen den beiden führenden Anbietern nur noch ca. 700 Mio. Videos pro Monat. Schaut man sich die durchschnittliche Anzahl der geschauten Videos pro User/Monat an, wird der Abstand zu den anderen Anbietern in Deutschland noch deutlicher, den mit ca. 100 Videos pro Nutzer/Monat führen die beiden US-Anbieter weit vor der deutschen Konkurrenz, die es auf max. auf 3-14 Videos pro User/Monat schafft. Es scheint also, als ob deutsche Anbieter ihre Anstrengungen stärker auf Online-Videos konzentrieren müssen, um nicht den Online-Videomarkt an US-Firmen zu verlieren.

jvr@adzine.de




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Video Advertising: Viel Freud, viel Leid

Jens von Rauchhaupt

Es bleibt wie es war und dennoch wird bald alles anders sein im Video Advertising. Die Preise sind stabil, die Nachfrage der Advertiser nach großen Volumina weiterhin hoch. Werbetreibende haben ihre Not, ausreichend Werbekontakte für ihre Videokampagnen zu erzielen. Neue Werbeformate und Connected TV helfen nur bedingt, um diese Situation zu verbessern. Das macht die Angebote von YouTube und Facebook mittelfristig umso interessanter. Neben Programmatic Selling könnte ein einheitliches Adserving die TV-Vermarktung näher an die Video-Online-Vermarktung heranführen. Die Ad Technology bildet dann die Brücke zwischen klassischem TV und Online.

Bewegtbild ist ein Fokusthema der Verlagshäuser. Ein Beispiel unter vielen: Der Premiumverlag Condé Nast hat vor gar nicht allzu langer Zeit dazu einen Strategiewechsel ausgerufen. Man wolle nun mehr auf Video setzen und scheut sich dazu nicht, eigenen Content zu produzieren. „Das Thema Digitalisierung treibt Condé Nast seit Jahren um, wir haben unsere Strukturen in Redaktion und Vermarktung schrittweise und über alle Plattformen hinweg integriert. Unsere Redaktionen arbeiten und experimentieren zwar schon lange mit Videoformaten. Aber Video ist ein Wachstumsfeld und wird sowohl auf User- als auch auf Vermarktungsseite immer wichtiger. Deshalb ist es für uns ein Fokusthema. Die logische Konsequenz daraus ist der Aufbau einer eigenen Video-Unit als Teil der Condé Nast Manufaktur“, berichtet Ines Thomas, Pressesprecherin vom Condé Nast Verlag Deutschland.

Mobile Videonutzung wächst rasant

Denn mit der Videovermarktung lässt sich vor allem im Premiumbereich richtig Geld verdienen. Bei den Premiumvermarktern läuft Video nach wie vor wie geschnitten Brot. „Wir freuen uns weiterhin über steigende Nachfrage nach unserem Videoinventar und wir bekommen ebenfalls noch Anfragen nach so großen Volumina, die wir gar nicht vollständig bedienen können“, berichtet Christoph Henning, Leiter Bewegtbild beim Spiegel-Vermarkter Spiegel QC. Der ganz große Anstieg sei aber beim Video Advertising vorbei. „Es wächst nun gleichbleibend stetig, aber rasant“, sagt Henning. Auf insgesamt 17 Mio. Video Views im Monat kommt der Spiegel Verlag mit Spiegel Online (SPON) und dem Web-TV-Angebot Spiegel.TV. Beide Angebote könnten nicht unterschiedlicher sein. Während SPON auf Short Content mit Videos von maximal 5 Minuten für den Newsbereich setzt, hält Spiegel.TV Videos und Filme von 20 bis 90 Minuten Spiellänge bereit. Entsprechend sind auf Spiegel.TV die mobilen Abrufe deutlich niedriger, sie liegen laut Henning bei etwa 15 Prozent, während inzwischen durchschnittlich 40 Prozent aller Video Views von Spiegel Online über mobile Geräte abgerufen werden. „Der Grund für das unterschiedliche Verhältnis der mobilen Zugriffe ist in der unterschiedlichen Nutzungssituation der beiden Videoangebote zu suchen“, sagt Henning.

Eine ähnliche Nutzungsentwicklung stellt man in Köln beim RTL-Vermarkter IP Deutschland fest. „Im Schnitt haben wir eine mobile Videonutzung von 30 Prozent mit hohen zweistelligen Wachstumsraten pro Jahr“, berichtet Tim Nieland, Abteilungsleiter Product Management beim RTL Vermarkter IP Deutschland. „Bei Longform-Formaten befinden sich die Nutzer im Leanback-Modus und schauen die Inhalte eher zu Hause auf der Couch. Das gilt bei uns vor allem für die Portale von RTL NOW oder VOX NOW. Bei spezifischen Angeboten haben wir aber eine mobile Videonutzung von 60 Prozent. Das gilt zum Beispiel für n-tv.de oder VIP.de“, so Nieland.

Ob Desktop, Smartphone, Tablet oder Smart-TV-Angebote wie digitaler Teletext oder auch App-Angebote, bei IP Deutschland bucht der Werbetreibende über das Fourscreen-Angebot die Kampagne für seine Zielgruppe ein, das Werbemittel – in den meisten Fällen PreRolls – wird dann über alle digitalen Endgeräten ausgeliefert, wo sich diese Zielgruppe gerade aufhält. Der RTL-Vermarkter trennt also nicht mehr zwischen den digitalen Kanälen. Warum auch: „Ein Kontakt auf dem Smartphone ist genauso viel wert wie auf dem Desktop, darum vermarkten wir Mobile nicht gesondert. Fast 50 Prozent der Fourscreen-Buchungen werden auf Mobile ausgeliefert“, sagt Nieland.

Targeting hat bei Video kaum Relevanz – Frequency Capping schon

Die Nachfrage nach guten Platzierungen für die Videowerbung ist so hoch, dass Targeting und Themenumfelder eine untergeordnete Rolle spielen, wie Henning von Spiegel QC berichtet: „Den Werbetreibenden, gerade den traditionellen TV-Marken, ist das Frequency Capping wichtiger als Targetingmöglichkeiten weil das zur Verfügung stehende Inventar geringer ist als die Nachfrage. Technisch bieten wir alle Targetingmöglichkeiten an, das schmälert aber die schon ‚ohnehin geringe‘ Videoreichweite noch weiter.“ Das Frequency Capping bleibt aber auch im Video Advertising ein wichtiges Planungskriterium. Eine Herausforderung für die kleinen Publisher, die aufgrund ihrer Reichweite gezwungen sind, quasi in einer Endlosschleife dieselben Kontakte mit dem immer wieder gleichen PreRoll-Spots zu befeuern. Ein Problem, das die größeren der Zunft nicht haben. „Würden wir die Werbung ohne Frequency Capping ausliefern, würden es die Nutzer wohlmöglich nicht merken, einfach weil auf Spiegel Online und Spiegel.TV so viele unterschiedliche Kampagnen eingebucht sind, dass eine Kampagnendurchmischung automatisch stattfindet“, sagt Henning.

Pre-Roll-Preise könnten 2016 steigen

Gebucht werden vor allem InStream-PreRoll-Formate, die TKP dafür sind trotz YouTube und Facebook stabil und hoch. Die ersten Vermarkter denken daher über eine Preiserhöhung für das nächste Jahr nach, klar dazu äußern will man sich aber noch nicht. Doch den Videovermarktern wurmt es, dass einige große Werbetreibende die Preise durch Rabatte deutlich drücken, weil sie auf einen Schlag großen Volumina einkaufen.

Mit Outstream gegen die Angebotsarmut

Von diesen Sorgen können die kleinen Vermarkter und ihre Publisher nur träumen. Mit Outstream gibt es allerdings ein recht neues Videowerbeformat, das ihnen dabei helfen wird, an die großen Videobudgets der Werbetreibenden zu kommen. Vom Unternehmen Teads erstmalig auf den Markt gebracht, erfährt dieses Format auch über andere Anbieter einen wahren Siegeszug. Streng genommen ist Outstream ein InPage-Format, das sich beim Lesen eines Textes durch Scrollen mit der Maus öffnet. Der Vorteil von Outstream liegt auf der Hand. Es ist userinitiiert, das Video startet nur, wenn die Hälfte des Werbespots sichtbar ist, und besonders wichtig: Es benötigt kein Videocontent, der entweder teuer gekauft oder selbst produziert werden müsste. Damit können auch kleinere Publisher vom Boom im Video Advertising profitieren.

Viele Vermarkter mit redaktionellen Werbeträgern wie beispielsweise Axel Springer oder Spiegel Online bieten bereits die Möglichkeit, Outstream-Formate einzubuchen. Während der ein oder andere Publisher sich uns gegenüber geradezu euphorisch zu Outstream äußerte, kann es in seiner Werbewirkung nicht mit PreRolls mithalten. Für Spiegel QC ist Outstream daher eher eine Ergänzung. „Es eignet sich vor allem für Werbetreibende, die kurzfristig eine große Menge an Werbekontakten benötigen und der Vermarkter das gewünschte Volumen mit dem eigenen Videocontent nicht stemmen kann“, so Henning. Bei wichtigen KPIs können aber die Outstream-Formate nicht mit den InStream-Formaten konkurrieren. „InStream-Werbung hat im Durchschnitt eine Completion Rate von 90 %, bei Outstream bewegt sich dieser Wert bei etwa 30 %. Da die Preise bei uns zudem relativ nah an den InStream-Preisen liegen, sehe ich Outstream höchstens als Ergänzung. Wer als Vermarkter richtig in die Videovermarktung einsteigen will, dem wird Outstream langfristig nicht reichen.“

Connected TV, ein Heilsbringer für ein besseres Videoangebot?

Aus Sicht des Werbetreibenden könnten die digitalen Angebote im Smart-TV eine interessante Möglichkeit sein, um größere Volumen für die eigenen Videospots einzubuchen. Die Reichweiten sind aber hier noch begrenzt. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Bei IP Deutschland liegen die Connected-TV-Views beispielsweise bei etwa 5 Mio. im Monat. Von der Entwicklung enttäuscht sei man aber nicht, wie Tim Nieland meint. Denn IP Deutschland geht hier mit Vorsicht zu Werke: „Das Medium ist das richtige und es steckt sehr viel Potenzial in Connected TV. Allerdings gehen wir mit diesem Thema sehr restriktiv um und haben sog. Signalschutzkriterien aufgestellt, die Kabelnetzbetreiber oder TV-Hersteller erfüllen müssen. Damit vermeiden wir, dass Dritte mit Ad Skipping oder Werbeüberblendungen arbeiten.“

Publisher, die ihre Inhalte via Apps im Smart-TV zur Verfügung stellen, sind mit der Entwicklung von Connected TV weniger glücklich. „Connected TV ist gut für die Strahlkraft der Marke, allerdings sind hier die Nutzungszahlen noch nicht in dem Bereich, das sie eine große Relevanz für die Vermarktung spielen könnten“, sagt Henning, der für die Zukunft des Smart-TV-Marktes weitere Veränderungen prognostiziert. „Im Moment ist das ein riesen Tohuwabohu bei den Technologien und Standards. Es wird in der Zukunft aber vollkommen normal sein, dass der Zuschauer über eine App am Smartphone digitale Bewegtbildprogramme abruft und sie auf seinen Fernseher streamt, ganz gleich welches TV-Gerät und welches Betriebssystem die Smartphones unterstützen. Dann wird das Smartphone eigentlich zu einer Fernbedienung“, glaubt Henning.

Programmatic etabliert sich zunehmend im Video Advertising

Es ist nicht nur der Druck des US-Wettbewerbs, der über LiveRail (Facebook) und die Google Ad Exchange (YouTube) Videoinventar den Einkaufsplattformen zur Verfügung stellt, sondern auch die Nachfrageseite selbst, die vermehrt programmatisch Videokontakte einkaufen möchte. „Netflix hat uns gezeigt, dass einige Werbetreibende zukünftig nur noch zentral über ihren Trading Desk programmatisch einkaufen wollen. Wer dann nicht darauf vorbereitet ist, wird von den Advertisern nicht berücksichtigt“, glaubt Henning. Je nach Quartal wird bis zu 40 Prozent des Videoinventars von Spiegel QC entweder programmatisch über StickyADS.tv oder über den Zweitvermarkter IP Deutschland vermarktet. Auch bei IP Deutschland selbst sammelt man nach der Übernahme des Videomarktplatzes SpotXchange durch die RTL-Gruppe die ersten praktischen Erfahrungen mit Programmatic Selling. „Über SpotXchange vermarkten wir bereits über Private Deals einen kleinen Teil unseres Inventars programmatisch“, bestätigt Jens Pöppelmann, Director Media Operations bei IP Deutschland. Wie IP Deutschland und alle anderen deutschen Premiumvermarkter setzt Spiegel QC auf Private Marketplaces: „Im Videobereich nutzen wir ausschließlich Private Marketplaces und keine offene Systeme. Hier arbeiten wir mit Private Auctions und Private Deals.“

Für Henning gibt es aber noch einen zweiten Grund, warum Spiegel QC sich konsequent auf Programmatic Selling ausrichtet: „Es ist die Transparenz. Eine SSP erlaubt eine eTKP- (effektiver TKP) Optimierung. Damit erreichen wir zum Teil höhere Preise, als wenn wir alles unserem Zweitvermarkter überlassen.“ Und Henning geht noch weiter: „Eigentlich favorisiere ich eine holistische Programmatic-Lösung. Dann würden wir auch unsere Direct Sales Teams an unsere SSP anschließen und diese müssten genauso wie die Agenturen um das Inventar buhlen. Das wäre dann eine echte eTKP-Optimierung. Denn es kommt schon jetzt teilweise vor, dass wir programmatisch höhere Preise erzielen als unsere Direktvermarktung, bei der Volumendeals den Preis ganz schön drücken können.“

Werbetechnologie als Behelfsbrücke zur klassischen TV-Vermarktung

Doch wie geht es nun weiter? Noch immer sind klassische TV-Vermarktung und Online Video Advertising zwei Parallelwelten, die einfach nicht zusammenfinden wollen. Christoph Henning glaubt aber, dass die Tage der klassischen TV-Vermarktung gezählt seien: „In zehn Jahren wird es das klassische TV-Werbegeschäft, wie wir es kennen, nicht mehr geben. Digital-TV wird mit dem klassischen Geschäft verschmelzen. Die Targetingkriterien, die Digital bietet, sind so granular, dass die Werbetreibenden diese unbedingt nutzen wollen.“ Henning berichtet, dass die Mediaagenturen sich bereits auf diese neue Ära einstellen: „Die Mediaagenturen stellen sich inzwischen neu auf. Es werden Units gebildet, die nicht mehr zwischen Print, TV und Online unterscheiden, sondern stellen markenbezogene Teams auf, die für den Kunden gattungsübergreifend planen.“

Und tatsächlich suchen auch die Vermarkter der privaten TV-Sender an technischen Lösungen, um diese Vorteile aus der Online-Vermarktung in die „alte Welt“ hinüberzutragen. „Wir überlegen schon, wie wir perspektivisch die Prozesse und Systeme für klassische TV- und Digital-Vermarktung vereinheitlichen und synchronisieren können“, sagt Pöppelmann von IP Deutschland. Allerdings schränkt er auch gleich ein: „Werbung für lineares Fernsehen wird auch zukünftig nicht direkt über einen Adserver ausgeliefert. Man kann das aber dem Adserver ‚vorgaukeln‘. Wenn man die TV-Reichweite in Online-Reichweite, also in Ad Impressions umrechnet, wissen wir, welches Volumen im klassischen TV möglich ist. Dieses Volumen können wir dem Adserver dann virtuell zur Verfügung stellen.“ Über diese Behelfsbrücke könnten die Vermarkter zumindest im digitalen Fernsehen nach Online-Kriterien Bewegtbildwerbung ausspielen.

jvr@adzine.de




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SOCIAL MEDIA
Werben mit Facebook Video Ads

Thomas Hutter

Videos auf Facebook gewinnen stark an Popularität, mehr als 4 Milliarden Video Views zählt die Plattform pro Tag und hier sind nur die Nativ-Videos, also die Videos, die direkt auf Facebook hochgeladen wurden, eingerechnet. Somit ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Werbetreibende Facebook für Bewegtbild entdecken. Gemäß den kürzlich publizierten Meldungen von Nanigans und Kinetic Social beläuft sich der Anteil der Videoanzeigen in den Facebook-Werbebudgets der Nanigans-Kunden auf 16 % bzw. 27 % bei Kinetic. Der Zuwachs bei Nanigans zu Q1 betrug 23 % bzw. 40 % für die Mobile-Platzierungen.

Warum sind Facebook Video Ads für Werbetreibende so interessant?

Videos auf Facebook sind aus mehreren Gründen für Werbetreibende interessant:

Videoformat: Bewegte Bilder transportieren Botschaften effizient und fesseln mit Emotionen.

Mobile-Werbung: Mit einem Smartphone- und Tablet-Anteil von mehr als 65 % der ausgespielten Videos können Nutzer den ganzen Tag über gut erreicht werden. Während andere Werbeformen häufig auf Mobile-Geräten keine tollen Leistungen erbringen, genießen Videos eine hohe Akzeptanz.

Tiefer Nervfaktor: Im Gegensatz zu den bei Werbetreibenden beliebten PreRoll-Ads auf YouTube starten Facebook Video Ads ohne Ton und müssen nicht weggeklickt werden, entsprechend entsteht keine typische Unterbrechung im Nutzungserlebnis.

Hohe Reichweite: Mehr als 27 Mio. Menschen in Deutschland nutzen Facebook, davon mehr als 20 Mio. täglich. Die mögliche Reichweite kann problemlos mit den konventionellen Massenmedien wie TV, Radio oder Print mithalten.

Genaues Targeting: Hochinteressant ist Facebook für alle, die eine genaue Vorstellung über ihre Zielgruppe haben. Die Selektionsmöglichkeiten sind, um es einfach auszudrücken, schlicht und einfach phänomenal vielschichtig und erlauben eine quasi chirurgische Präzision. Neben demografischen Daten, Geo-Targeting, Verbindungen, Interessen, Verhaltensweisen und Verbindungen bietet Facebook diverse weitere Möglichkeiten wie beispielsweise Custom Audiences (Abgleich mit eigenen Daten wie E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Mobile Advertising IDs oder Daten über die Websitebesucher) für die gezielte Nutzeransprache. Zusätzlich können Lookalike Audiences (Zwillingszielgruppen, also Menschen, die bestehenden Kunden ähnlich sind) erstellt werden.

Call-to-Action und Verlinkung: Bei Facebook Video Ads können ein Call-to-Action-Button sowie eine Verlinkung hinzugefügt werden. Somit sind zu Branding und Awareness weitere Ziele möglich.

Aussagekräftige Statistiken: Facebook bietet sehr ausführliche Statistiken. Werbetreibende erhalten detaillierte Informationen zum Konsumverhalten im Zusammenspiel mit dem verwendeten Video. Neben Klickzahlen werden verschiedene Metriken wie automatisch/geklickt ausgespielt, durchschnittliche Betrachtungslänge, prozentuale Betrachtungslänge, Anzahl der Video Views zu 25 %, 50 %, 75 %, 95 % und 100 % generiert.

Remarketing inkludiert: Spannend ist auch die inkludierte Remarketing-Funktionalität. Es können automatisch Zielgruppen mit den Personen aufgebaut werden, die das Video länger als 3 Sekunden oder länger als 95 % der Laufzeit gesehen haben. Somit können in einer zweiten Phase weitere Werbeanzeigen, z. B. mit weiterführenden Informationen zu dem gezeigten Produkt, gezielt an die Menschen ausgespielt werden, die bereits das Video dazu gesehen haben.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Preise für Video Ads sind sehr günstig und bewegen sich häufig im Bereich von wenigen Cents.

Mehrere Anzeigenvarianten

Videoanzeige ist nicht gleich Video. Je nach Werbeziel bietet Facebook unterschiedliche Varianten für den Einsatz von Videos in Werbeanzeigen.

Videoabrufe/Interaktion mit Seitenbeiträgen: Die beiden Varianten unterscheiden sich nur gerade in der Optimierung in Bezug auf die Zielsetzung. „Videoabrufe“ und „Interaktion mit Seitenbeiträgen“ werden für „Branding/Awareness“ verwendet. Während „Videoaufrufe“ auf möglichst viele Einblendungen durch den Adserver optimiert werden, richtet sich „Interaktion mit Seitenbeiträgen“ an die Nutzer, die dazu neigen, mit Beiträgen zu interagieren. Beide Varianten werden bei den meisten Nutzern automatisch abgespielt. Am Ende des Videos kann ein Call-to-Action mit Verlinkung hinzugefügt werden.

Klicks auf die Website/Website Conversions: Ist die Zielsetzung „Klicks auf die Website“ oder „Website Conversions“ zu generieren, wird das Video Link Ad verwendet. Auch hier wird das Video automatisch abgespielt, unterhalb des Videos ist aber bereits von Beginn an ein Linktitel, eine URL und ein Call-to-Action-Button mit Verlinkung angezeigt.

Gefällt mir“-Angaben auf der Seite: Auch für die Gewinnung von neuen Fans für eine Facebook-Seite können Videos im Page Like Ad eingesetzt werden. Auch hier wird ein Call-to-Action-Button in Form des „Gefällt mir“ angezeigt. Klickt der Betrachter auf den „Gefällt mir“-Button, wird er Fan der verlinkten Facebook-Seite.

App-Installationen/-Interaktion: Liegt die Zielsetzung beim Generieren von App-Installationen (Mobile Apps auf iTunes oder PlayStore oder Facebook-Apps auf dem Desktop), werden die App Install Ads eingesetzt. Heißt die Zielsetzung, die Nutzung der App anzukurbeln, werden Ads für App Interaction und Engagement eingesetzt. Beide Werbeanzeigentypen erlauben die Einbindung von Videos.

Beispiele der Anzeigenformate

Unterschiedliche Abrechnungsvarianten

Bei Facebook stehen unterschiedliche Abrechnungsvarianten zur Verfügung. Bei Branding-Kampagnen kommen normalerweise diese drei Möglichkeiten zum Einsatz.

Video Views – CPM: Videoanzeigen werden pro View abgerechnet. Ein View entspricht einer Impression und wird gezählt, sobald das Video dem Nutzer im sichtbaren Bereich angezeigt wird. CPM ist die von Facebook für dieses Format empfohlene Buchungsvariante.

Video Views – CPV: Bezahlt wird pro View, der länger als 10 Sekunden dauert.

Tägliche Reichweite: Die Abrechnung erfolgt hier ähnlich der CPM-Buchungsvariante pro 1.000 Video Views. Allerdings wird bei dieser Variante auf die tägliche Reichweite gesetzt, geboten wird in diesem Fall auf das Erreichen einer beliebigen Anzahl von Personen pro Tag. Diese Variante ist vergleichbar mit dem TKP-Modell in klassischen Kampagnen.Bei anderen Zielsetzungen, wo das Video eine sekundäre Rolle einnimmt (z. B. App Installs, Website-Klicks etc.) stehen zusätzliche Abrechnungsvarianten basierend auf Klicks oder Interaktionen zur Verfügung. Nicht jedes Video eignet sich für Werbeanzeigen auf Facebook. Wer nun aber mit dem Gedanken spielt, Videowerbung auf Facebook zu schalten, sei vorgewarnt. Die Verwendung des klassischen Spots ist nicht ratsam. Für Videos auf Facebook gelten andere Regeln als im TV. Die meisten Videos werden im News Feed automatisch und ohne Ton abgespielt. Erst ein Klick schaltet den Ton ein. Entsprechend unterscheiden sich Facebook Ads auch von den PreRoll-Ads für YouTube. Die häufige Platzierung auf Smartphones bedeutet, dass der Betrachter im Scroll-Modus entdeckt. Ein Video muss daher innerhalb kürzester Zeit, maximal drei Sekunden, die Aufmerksamkeit des Betrachters gewinnen. Spannende und humorvolle Elemente sowie Kernbotschaften müssen bereits zu einem frühen Zeitpunkt platziert werden, damit ein bestmöglicher Effekt erzielt werden kann. Bei der Produktion muss die Darstellung auf kleinen Bildschirmen berücksichtigt werden.

Video: „7 Tipps für erfolgreiche Videos auf Facebook“

Fazit

Facebook bietet für Werbetreibende unabhängig davon, ob es darum geht, möglichst viele Menschen oder Menschen ganz gezielt zu erreichen, spannende Möglichkeiten im Zusammenhang mit Videos. Eine gute Planung, tolle Werbemittel und definierte Ziele sind aber unabdingbar.

Autor/in:

Thomas Hutter ist CEO der Hutter Consult GmbH und berät mit seinem Team mittlere und grosse Unternehmen rund um digitale Kommunikation und Marketing in und mit Facebook. Er unterrichtet an mehreren Schweizer Fachhochschulen und gibt regelmässige Seminare in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Sein Blog thomashutter.comgehört zu einen der Quellen rund um Facebook Marketing.

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