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AUSGABE KW 42 – 19.10.2012

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THEMEN

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Search Marketing

Geht’s noch ohne Google+?

Regina Leuwer, Redaktion

Geht’s noch ohne Google+?
Regina Leuwer
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Etwas mehr als ein Jahr nach dem Start ist noch immer nicht ganz klar, wohin die Reise für Google+ geht. Kürzlich erreichte man nach eigener Angabe 400 Millionen User, davon rund 100 Millionen monatlich aktive. Bei Marken ist Facebook jedoch viel beliebter – denn dort verbringen weitaus mehr Kunden ihre Zeit. Google will das ändern und setzt verstärkt auf Google+, etwa mit einer neuen Google-News-Integration. Doch was heißt das für das Kerngeschäft Suche? Sollten Unternehmen vorsichtshalber ein Google+-Profil anlegen, um ihr Suchmaschinenranking zu verbessern? Wird man ohne Google+ bald gar nicht mehr gefunden?


J. Schmitt
J. Schmitt
Experten meinen: nein. „Google+ hat Einfluss auf die Suchergebnisse, aber es ist noch nicht der Stein der Weisen zur Suchmaschinenoptimierung“, schätzt Julia Katharina Schmitt, Inhaberin der Berliner SEO-Agentur find-konzept, die derzeitige Situation ein. Die Betonung liegt auf noch nicht. Denn die Zukunft könnte durchaus Google+ in Kombination mit personalisierter Social Search gehören.

Google+ ist besser auf Unternehmen zugeschnitten als Facebook

C. Mauer
C. Mauer
„Für Unternehmen hat Google+ gegenüber Facebook viele Vorteile. Vor allem, weil andere Dienste von Google damit verknüpft werden können. Die Verbindung zum Social Commerce liegt bei Google+ viel näher als bei Facebook“, erklärt Christian Mauer, Geschäftsführer des Kölner Suchmaschinenoptimierers Sumo.
Wie viele deutsche Nutzer Google+ inzwischen hat, wird von Google nicht kommuniziert. Laut Comscore-Schätzungen liegt Google+ in Deutschland bereits vor Twitter mit 3,67 Millionen Unique Visitors im August. Aber Facebook erreichte im selben Zeitraum das Zehnfache. Auch die Zielgruppe unterscheidet sich: „Anders als Facebook hat sich Google+ praktisch selbstständig zu einem Businessnetzwerk entwickelt und wird weniger privat genutzt, deswegen ist Google+ vor allem für B2B-Unternehmen interessant“, beobachtet Julia Katharina Schmitt.
Sie findet, dass zurzeit noch nicht alle Unternehmen dringend ein Google+-Profil brauchen, aber schaden kann es auch nicht – denn das soziale Netzwerk wird es noch eine ganze Weile geben, da sind sich die Suchexperten einig. „Uns war schnell klar, dass Google+ nachhaltig ist und, anders als zuvor Buzz oder Wave, auch auf lange Sicht von Google unterstützt werden wird“, berichtet Christian Mauer.

Für Google+ optimierte Profile können den Unterschied machen

Elemente von Google+ halten bereits jetzt Einzug in die Google-Suche, wovon auch B2C-Unternehmen profitieren: „Wenn Marken auf Google+ sehr aktiv sind, kann das Google+ Profil auch neben den normalen Suchergebnissen auftauchen", sagt Christian Mauer.

Und das passiert nicht nur im eingeloggten Zustand: Webseiten, die mit einer Google+ Page verknüpft sind, werden häufiger in den Ergebnislisten gezeigt und neue Posts landen direkt in den Suchergebnisseiten.
Wichtig ist, dass die Google+-Profile mit der Unternehmenswebseite verbunden werden, damit Google weiß, wem die Inhalte zuzuordnen sind. Denn angesammelte soziale Signale sind auch für die eigentliche Domain von Vorteil.
„Optimierte Google+-Profile schaffen es heute mitunter sehr gut, auf mittelschweren Keywords die Konkurrenz zu überholen“, bemerkt Thomas Gruhle, Geschäftsführer von Barketing aus Berlin, einer jungen Agentur, die SEO- und Social-SEO-Beratung anbietet. Personalisierte Suche und Autorenranking werden wichtiger

In den USA geht Google mit Search, plus your World noch einen Schritt weiter und liefert stark personalisierte Suchergebnisse für Nutzer, die mit einem Google-Konto eingeloggt sind. Dabei wird die Aktivität auf Google+, YouTube und anderen Diensten mit der klassischen Suche vermischt. „Wenn 'Search, plus Your World' irgendwann auch in Deutschland startet, wird das sicher noch mal einen großen Push für Google+ bedeuten", prognostiziert Christian Mauer.

Vor allem für contentlastige Webseiten könnte das Autorenranking („rel=author“-Attribut) von Google+ interessant werden. Google bewertet Autoreninformationen, zum Beispiel Impressionen und Klicks. Es wird also gemessen, wie der Inhalt eines Autors beim User ankommt, was auch den Rankings des Google+-Profils sowie der verknüpften Unternehmenswebseite zugutekommen kann.

„Für News-Seiten, Blogs und ähnliche Websites macht eine „rel=author“-Integration Sinn, denn sie erhöht nachweislich die Click-Through-Rate. Allerdings setzen derzeit noch relativ wenige Seiten auf diese Integration“, erklärt Thomas Gruhle. Für E-Commerce-Unternehmen sei das Attribut dagegen nicht gedacht, trotzdem würden einige Anbieter damit experimentieren, um ihre CTRs zu steigern, so der SEO-Fachmann.

Bedeutung von Social Media für das Search-Ranking ist noch umstritten

T. Gruhle
T. Gruhle
Mittelfristig sollten Webseiten unbedingt Google+ integrieren und die sozialen Signale für sich nutzen. „Es ist aber stark davon auszugehen, dass Google+ nicht den klassischen Linkaufbau ersetzen wird“, glaubt Thomas Gruhle. Überschätzen sollte man den Einfluss von Google+ auf die Suche jedoch nicht, erklärt auch Christian Mauer „Noch ist die kritische Masse an Nutzern nicht erreicht, sodass Google+-Einträge massiv auf den Suchalgorithmus einwirken könnten, dabei wäre die Gefahr der Manipulation zu groß“.

Gleiches gilt für die Signale anderer sozialer Netzwerke, auch wenn der Analyse-Spezialist Searchmetrics Facebook-Share-Raten sogar als ähnlich bedeutsam fürs Google-Ranking einstuft wie Backlinks. Wie schwer der Einfluss von Social Media auf Search tatsächlich ins Gewicht fällt, ist laut Julia Katharina Schmitt unter Experten sehr umstritten. „Aber seit ein, zwei Jahren werden soziale Medien für die Nutzer immer wichtiger und sind deswegen natürlich auch aus einer Suchmaschine nicht mehr wegzudenken.“

„Soziale Signale werden wichtiger, aber weniger in Bezug auf soziale Netzwerke, sondern eher in Hinsicht auf das User-Verhalten, z. B. auf welchem Wege User eine Seite finden und wie lange sie daraufhin dort verweilen“, meint Christian Mauer. In der Regel seien Unternehmen, die eine starke Social-Media-Präsenz haben, auch im Bereich SEO gut aufgestellt und deswegen bei Google höher gerankt, gibt er zu bedenken. Dass Inhalte von Social Networks schon in nennenswertem Ausmaß in das eigentliche Ranking einfließen, hält er für unwahrscheinlich.

Google+ mit Potenzial bei mobiler Suche und YouTube

Ein Vorteil im Rennen zwischen Google+ und Facebook könnte das Android-Betriebssystem werden, in das Google+ nahtlos integriert ist. Google verriet auf Anfrage, dass bereits jetzt mehr User Google+ über mobile Endgeräte nutzen als über das stationäre Internet. Dass das soziale Netzwerk in Zukunft für die mobile Suche an Bedeutung gewinnt, ist also mehr als wahrscheinlich.

Und auch ein weiterer Google-Kanal dürfte dabei eine zentrale Rolle spielen, denkt Thomas Gruhle: „Wenn zum Beispiel Google+ und YouTube, die zweitgrößte Suchmaschine der Welt, enger aneinander gekoppelt werden, kann Google noch einmal richtig Masse auf die Plattform bringen.“    


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Online-Vermarktung

Blogs: Individualkonzepte vs. Standardvermarktung?

Sandra Goetz, Autorin

Blogs: Individualkonzepte vs. Standardvermarktung?
Sandra Goetz

Es ist schon länger her, dass Blogger von klassischen Medien- und Werbeindustrie belächelt wurden. Einschlägige Blogger werden bei Produkteinführungen und Pressereisen Fachjournalisten gleichgestellt und dürfen mit diesen um die Wette schreiben. Blogger sind gut sehr vernetzte Meinungsmacher und liefern mitunter hervorragenden Content. Sie sind die neuen Trüffelschweine, die gerne zitiert und zunehmend für Werbezwecke genutzt werden.


Ein gutes Beispiel ist der allseits bekannte Rivva Blog von Frank Westphal, seines Zeichens freier Softwareentwickler, der es geschafft hat, BMW als Sponsor ins Boot zu holen. Und zwar weil sein Angebot so gut ist, dass das größte deutsche Blognetzwerk mokono (heute Populis) auf die Seite aufmerksam geworden ist. Seit Juni 2011 wird rivva.de von den Berlinern vermarktet und von den Münchnern gesponsert. Was für die einen der Blogvermarktungstraum schlechthin ist, ist für die anderen eher ein „na ja“. Zum Beispiel für Ulrike Bartos, die mit ihrem Blog miss BARTOZ Furore macht.

Als Blogger (über)leben

U. Bartos
U. Bartos
Ulrike Bartos, ehemalige Marketingfachfrau bei G+J und AOL hat sich, nachdem AOL die Pforten in Deutschland geschlossen hatte, selbstständig gemacht und frönt ihrer großen Leidenschaft: Mode. Modeblogs, das stimmt, gibt es bereits wie Sand am Meer. Nicht aber so ein Modeblog wie das der hochgewachsenen Hamburgerin. Es ist ein Blog für große Größen, Size-Plus- und Plus-Plus-Frauen. „Das Angebot von missbartoz.de ist eine Einladung an alle Frauen, die, unabhängig von ihrer Konfektionsgröße, ihre individuelle Schönheit entdecken und entfalten möchten“, sagt Ulrike Bartos.

Mit ihrem Thema hat die Bloggerin einen Volltreffer gelandet. Neben einem uniquen Content, für den sie verantwortlich zeichnet, bekommt sie noch Unterstützung von einer Webdesignerin. 20.000 PIs hat der Blog monatlich, mehr als 6600 Unique User; über 2000 Fans kommen über Facebook und 3,2 Minuten lang ist die Verweildauer auf der „miss BARTOZ“-Seite. Gezählt wird über Google Analytics. „Wenn ich mit Agenturen arbeite, wird die Reichweite über deren Tools bestätigt“, sagt Bartos.

Aufgrund der kleinen aber relevanten Leserschaft, gilt es für Blogs zum Überleben hohe Werbepreise zu erzielen. Nischenvermarkter und Verticals sollen dabei behilflich sein und mit dem Argument des einzigartigen Contents und der Relevanz für den Werbekunden hohe Preise durchsetzen. „Meine Erfahrung ist, dass viele Spezial- oder Nischenvermarkter eines gemeinsam haben: Sie zahlen unheimlich niedrige Preise für teilweise sehr hochwertigen Content. So wurden mir als Premium-TKP-Kampagne sechs Euro von Glam Media angeboten. Das ist zu wenig, vor allem mit Exklusivvertrag“, sagt Bartos. Das ist natürlich mehr, als der knappe Euro, der für Low-TKP-Kampagnen gezahlt wird, reicht aber dennoch nicht aus, um von seinem Blog zu leben. Und genau das kann Ulrike Bartos mit ihrem Blog.

Mit Sheego, einem Online-Retailer für große Größen, geht Bartos genauso Marketingkooperationen ein, wie mit Marken, die aus England und den USA den deutschen Markt mit Plus Size Fashion beliefern. Corporate Stories werden lanciert, Videos vermarktet und die Bloggerin schaut genau hin, wer mit seinem Keyword-Marketing zu ihren Leserinnen passt.

"Ich kann verstehen, dass Werbetreibende ihre Agenturen bitten, hochaffine Umfelder für ihre Produktpräsentation zu buchen, und das sind immer öfter Blogs. Eine Agentur oder ein Vermarkter kann es aber zeitlich nicht abbilden, auf jeden kleinen Blog einzeln einzugehen und bucht eine Zielgruppe, die sie mit einer Werbe-Rotation beliefert. Und mit dieser Art von Gießkannenbuchung macht der Blogger sich seinen so sehr gepflegten Garten kaputt. Meine Leser z. B. sind sehr stark involviert und folgen mir und meinen Empfehlungen. Wenn ich jetzt plötzlich einen Artikel oder Banner zum Thema Online-Poker (oder auch nur Kleidung in "normalen Größen") bringe, werden sie misstrauisch, das nächste Mal sind sie genervt und dann bin ich sie los. Die Werbekunden im Übrigen auch.", erklärt Bartos.

AGOF für Blogs?

Wer Reichweiten messen und vergleichen will, braucht Standardverfahren. Wer bloggen will ein Faible, Emotion und Engagement. Der Aufruf der AGOF Blogs registrieren zu lassen, kommt für miss BARTOZ nicht infrage. Aus dem einfachen Grunde, weil die AGOF so, wie sie aktuell noch aufgestellt ist, nicht ausreichend dafür ausgestattet sei, die Blognutzung adäquat zu beurteilen, meint Ulrike Bartos.


M. Marienfeld
M. Marienfeld
Auf die AGOF setzt Marc Marienfeld, seit 1. Oktober neuer Geschäftsführer bei Populis, ein italienisches Medienunternehmen, das im Mai diesen Jahres den Blogvermarkter mokono übernommen hat und nun zu einem der größten Blogvermarkter Europas zählt: „Wir möchten im Jahr 2013 unter die AGOF-Top 20 kommen. Blogger, die mitziehen, sich exklusiv an uns binden und damit AGOF-relevant werden, sollen am Erfolg beteiligt und bessere Konditionen bekommen.“

Neben Bannervermarktung, Buttons, Search-Traffic, Feeds und Newsletter setzt Populis ebenso auf Affiliate-Programme und Produkttests in der Vermarktung. Kunden wie adidas, L’Oreal, Microsoft, Toyota oder auch BMW buchen in themenrelevante Blogs, d. h., L’Oreal ist im Fashion- und Beautybereich, adidas im Lifestyle- und Sportbereich und Toyota und BMW finden sich in Automotive-Blogs und -Themen. Nur „diejenigen, die ihr Blog professionell betreiben, können davon leben; ab 100.000 Unique User ist das der Fall“, sagt Marienfeld. Doch auch hier mag es Veränderungen geben: Für 2013 wird es eine neue Populis-Preisliste geben, die nach Verticals aufgeteilt ist. Dann bekommen vielleicht auch Blogs etwas von der Vermarktung ab, die vorher nicht wahrgenommen wurden.


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TERMINE

Vom 06.11.2012 bis 07.11.2012

Conversion Conference Düsseldorf


Real-Time-Bidding für Publisher und Vermarkter Am 31.10.2012

Real-Time-Bidding für Publisher und Vermarkter


Real-Time-Bidding für Mediaeinkäufer Am 30.10.2012

Real-Time-Bidding für Mediaeinkäufer



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