Adzine Klassik Rebrush - Newsletter
ADZINE :: Magazin für Online-Marketing ::
ADZINE – MAGAZIN FÜR ONLINE-MARKETING | KONTAKT: REDAKTION@ADZINE.DE | WERBEN AUF ADZINE: TEL 0221 - 7 09 96 61 | MEDIA@ADZINE.DE

AUSGABE KW 36 – 08.09.2011

Twitter  Facebook Fanpage  RSS-Feed

THEMEN

 Pfeil Editorial: Neuen Kanälen fehlt noch die Balance
 Pfeil Social Media Marketing: Massenware - Crowdsourcing im Online-Marketing
 Pfeil Search Marketing: Suchergebnis findet Nutzer
JOBS
TERMINE


Editorial

Neuen Kanälen fehlt noch die Balance

Jens von Rauchhaupt, Redaktion

Neuen Kanälen fehlt noch die Balance
Jens von Rauchhaupt

Dank der weltweiten Nutzungszunahme kostenloser mobiler Apps steigt das Inventarangebot im Mobile Advertising derzeit geradezu exponentiell an. Doch Werbungtreibende zeigen noch immer ein geringes Interesse an mobiler Display-Werbung. Bei anderen Online-Disziplinen, wie etwa dem Video Advertising, erhalten wir ein komplett anderes Bild: hier wären die Ad Spendings noch weit höher, als sie es jetzt schon sind, gäbe es genug Video-Inventar mit Premium-Content. Irgendwie leidet die Branche derzeit an der fehlenden Balance, das gilt auch teilweise für die die Selbstdarstellung der einzelnen Player.


Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk. Dies sollte aber nicht gleich in Lärmbelästigung ausarten. Diese Woche war es der Mobile Advertising Report des US-amerikanischen App-Analytics-Unternehmens Flurry, das zu sehr nach Aufmerksamkeit drängte. Flurry verglich anhand einer Grafik die Bedeutung des App-Ad-Space in den USA mit den etablierten Display-Werbeausgaben. Damit wollten die Kalifornier belegen, dass schon Ende des Jahres in den USA die mobilen Werbeplätze in der Summe einen höheren Wert haben als die Höhe der Display-Werbeausgaben im stationären Web. „With its growth trajectory, it will be able to absorb the entire U.S. online display ad spend by the end of the year“, heißt es dort.

Stellen Sie sich vor, wir machten in Hamburg die PKWs zu mobilen Werbeträgern und jedes Auto könnte für seinen zur Verfügung stehenden Werbeplatz durchschnittlich 3,- € TKP verlangen. Um nun zu verdeutlichen, wie erfolgreich die PKW-Werbung funktionieren könnte, rechnen wir den Wert aller zur Verfügung stehenden Werbeplätze auf den Autos mit den zu erwartenden Sichtkontakten hoch –  und schon haben wir gigantische Werbeerlöse – und vergleichen diese beispielsweise mit den Plakatwerbeerlösen im Stadtgebiet. Macht das Sinn?

Natürlich nicht. Mobile Advertising ist bei allem Schönrechnen noch immer ein zartes Pflänzchen, es befindet sich in einer Art Findungsphase. Das gilt vor allem für den deutschen Markt, wo die Einkaufsseite auch Probleme mit dem unzähligen Content-Trash in den Apps hat, also mit dem, was Fachleute ‚quantitative Reichweite‘ nennen. Trommelnde ‚Flurry-Reports‘ versagen daher als vertrauensbildende Maßnahme genauso wie Abofallen auf mobilen Werbebannern.

Bessere Argumente pro Mobile Advertising bringen vielmehr die zweite Ausgabe der AGOF-Planungsdaten ‚mobile facts‘, die Werbewirksamkeitsnachweise des Mobile-Branding-Barometers von G+J EMS und Plan.Net oder eben die jüngsten Marktforschungsdaten des TNS Convergence Monitor. Letztere belegen: Mittlerweile surfen 26 Prozent der 14- bis 64-jährigen Handybesitzer im mobilen Netz. Das sind 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Von den 14- bis 29-Jährigen sind mittlerweile 40 Prozent übers Handy im Netz, 2009 waren es noch 23 Prozent. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es dieses Jahr 23 Prozent, bei der ältesten Gruppe immerhin 16 Prozent. Dort wo die Nutzer sich aufhalten, werden die Werbungtreibenden ihre Zielgruppen finden. An dieser Tatsache kommt keine Mediaagentur vorbei, selbst wenn die mobile Nutzungssituation noch nicht jeden Mediaeinkäufer überzeugen mag.

Überzeugter geben sich Mediaeinkäufer hierzulande von der digitalen Bewegtbildwerbung. Das zeigen jüngste Daten, die uns Nielsen Media Research zur Verfügung stellte. Demnach stiegen die Werbeausgaben in den ersten beiden Quartalen im Vergleich zum Vorjahr von 21,1 Mio. Euro um 125 Prozent auf 47,6 Mio. Euro an. Diese Zahlen beziehen sich nur auf die InStream-Werbung – den sogenannten „linearen“ Pre-, Mid- und Post-Roll-Werbeformaten –, zudem berücksichtigen die Nielsen-Zahlen nicht die Ad Spendings auf YouTube. Tatsächlich sind also die Werbeumsätze beim Bewegtbild noch wesentlich höher, ohne aber dabei annähernd in die Nähe von TV kommen zu können. 

Viele Online Werbeträger und ihre Vermarkter haben die sich bietenden Chancen der Bewegtbildwerbung  erkannt und bauen dazu ihr Contentangebot massiv aus, auch mithilfe von Kooperationen wie das jüngste Beispiel von United Internet Media und Sky zeigt.

Viel Spaß mit Adzine!


jvr@adzine.de   |    Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 



Specific Media bringt Bewegung ins digitale Marketing. Mit Video! Ab sofort bieten wir nicht nur ein Netzwerk für Display und Video, wir produzieren auch Content für Sie. Wir sehen uns auf der dmexco in Köln: Halle 8, Stand C41

Social Media Marketing

Massenware - Crowdsourcing im Online-Marketing

Frank Puscher, Autor

Massenware - Crowdsourcing im Online-Marketing
Frank Puscher

Das Wachstum der Social Networks hat den Boden bereitet für das Comeback von Crowdsourcing. Fünf Jahre nach der ersten Beschreibung durch Wired bahnt sich der Durchbruch an für die Kreativität der Massen. Auch in Deutschland.


Kennen Sie Pug Attack? Vermutlich nicht. Pug Attack ist kein neues Handy-Game von Zynga sondern ein Werbespot von Doritos. Und da Doritos – eine Chips-Marke aus dem Hause Pepsi – in Deutschland nicht wirbt und der Spot während des Superbowl ausgestrahlt wurde, den nur einige Hunderttausend eingefleischte Fans des American Football zu nachtschlafender Zeit sehen, liegt die Vermutung nahe, dass Sie Pug Attack nicht kennen. Vielleicht sollten Sie Pug Attack aber doch einmal anschauen. Der Spot war nicht nur der erfolgreichste Werbefilm auf dem teuersten Werbeplatz der Welt, er wurde auch noch als Crowdsourcing-Projekt realisiert. Ohne starres Konzept, ohne federführende Agentur, als Wettbewerb zwischen Usern.

Und das kam so. Im Herbst letzten Jahres „verschenkte“ Pepsi vier attraktive Werbeplätze während des Superbowl, zwei für Pepsi, zwei für Doritos. Es wurde ein Wettbewerb ausgerufen, bei dem die Nutzer selbst gedrehte Werbefilme einreichen sollten. Um möglichst viele Eingaben in hoher Qualität zu erreichen, schrieb Pepsi ein achtbares Preisgeld aus. Satte eine Million Dollar sollte der Gewinner bekommen. Angesichts der hohen Sendekosten (20 Mio. Dollar pro Minute) fiel diese Prämie im Gesamtbudget allerdings nicht sonderlich ins Gewicht.

Doch damit nicht genug. Sollte der Spot bei den offiziellen Einschaltquotenmessungen einen der ersten drei Plätze erreichen, wollte Pepsi erneut eine Million Dollar ausschütten. Und das mussten sie auch, denn Pug Attack landete auf dem geteilten ersten Platz in Sachen Aufmerksamkeit. Das Autorenpaar darf sich nicht nur über die Prämie, sondern auch über neue Aufträge von Pepsi in diesem Jahr freuen.

Crowdsourcing funktioniert

Fünf Jahre ist es her, dass Jeff Howe für Wired erstmals das Phänomen Crowdsourcing beschrieb. Die schiere Dynamik einer offenen Ausschreibung sollte dazu in der Lage sein, qualitativ hochwertige Ergebnisse zu günstigen Kosten zu erbringen. Vorzeigebeispiel hierfür war der Markt für digitale Fotografie. Anbieter wie iStockPhoto aggregieren den User-Input und die kaufwilligen Kunden freuen sich über einen drastischen Preisverfall durch den Wegfall der früheren Gatekeeper.

Catharina van Delden
Catharina van Delden
In den USA hat sich eine ansehnliche Industrie in diesem Bereich formiert. Einer der Hauptprotagonisten ist Amazon mit der Plattform MTurk, auf der Mikrojobs ausgeschrieben und mit Centbeträgen vergütet werden. 116 000 Aufträge stehen aktuell online. „Die Arbeit mit MTurk funktionierte phantastisch“, meint Catharina van Delden. Die Wahlmünchnerin arbeitet mit ihrer Firma Innosabi an komplexen Innovationsprojekten, die teilweise oder ganz von der Crowd umgesetzt werden.

Deldens jüngstes Kind ist die Plattform unserAller. Man startete zunächst auf Facebook und hat inzwischen eine ansehnliche Community von 2500 Nutzern. Mit diesen Nutzern werden Produkte entwickelt. Von der detaillierten Produktidee bis zur Verpackung und Namensgebung. Die einzelnen Vorschläge werden diskutiert, Rezepturen verglichen und bewertet und ganz am Ende landet das Produkt im Ladenregal. „Wir machen kein Projekt ohne Umsetzungsversprechen seitens des Kunden“, so van Delden.

Im letzten Jahr entwickelte unserAller verschiedene Senfsorten, ein Duschgel für die DM-Marke Bela, Salatdressings und ein Sommertuch für Görtz17. Die User werden vergütet mit einem Punktesystem. Jeder Beitrag zählt, egal ob Vorschlag oder Bewertung. Für van Delden ist die Unterteilung eines Projekts in kleine Portionen der Schlüssel zum Erfolg.

Ville Mietinnen
Ville Mietinnen
Das sieht auch Ville Mietinnen (Foto links: Crowdconvention Berlin 2011) so. Er arbeitete eine Crowdsourcing-Aufgabe in ein Onlinespiel ein. Es ging um die Digitalisierung von Texten aus der finnischen Nationalbibliothek. Da diese Texte teils in Sütterlin geschrieben sind, macht Texterkennungssoftware entsprechend viele Fehler. Die Textschnipsel wurden in einem Online-Spiel als Aufgabe eingeblendet und aus der Masse der Antworten ermittelte die Software die richtige Buchstabenkombination. „Zum Schutz vor Missbrauch haben wir einfache Texte eingeblendet, bei denen wir die Lösung kannten. Wenn die User Unsinn eingetragen haben, kamen sie im Spiel nicht weiter.“ 500 Finnen spielten mit und investierten 3 400 Stunden in das Projekt. Die Texterkennung erreichte eine Genauigkeit von 99 Prozent.

Crowdsourcing im Marketing

Das finnische Projekt profitierte von einer starken Öffentlichkeitswirksamkeit. Mietinnen verkaufte den Ansatz als „Bewahrung der finnischen Kultur“ und erntete entsprechend gute Presse für sein Unternehmen Mikrotask.

Auch Pepsi/Doritos spielen sehr bewusst mit der Öffentlichkeit. Die Aktion im Februar war bereits das dritte Projekt dieser Art. Und so ernteten die Chipshersteller schon zum Kampagnenstart im Herbst Schlagzeilen wie: „Doritos does it again“.

Keine Frage: Mitmachproduktion ist in. Letzten Dezember ließ sich die Telekom für Ihr Gesangsprojekt „Million Voices“ feiern, in dem Fanta4-Rapper ThomasD aus zugeschickten Fangesängen eine Hymne machte. Und soeben erst ließ sich McDonalds dafür feiern, dass 115 000 neue Burger-Kreationen von 15 000 Nutzern eingereicht wurden. Die Burger kommen tatsächlich seit Juli sukzessive in die Filialen.

Alle drei Markenartikler begleiteten ihr jeweiliges Projekt mit hohem Marketingetat. Sie glauben nicht an die virale Kraft der Social Networks, die ein wirklich spannendes Projekt auch ohne Millionenetat populär macht. Es geht aber auch eine Nummer kleiner. Der klassische Startpunkt für ein Crowdsourcing-Projekt könnte zum Beispiel ein Designwettbewerb sein, bei dem das nächste Kampagnenmotiv gesucht wird.

Neben dem eigenen Facebook-Profil sind Plattformen wie Designenlassen, Jovoto oder 12Designer hier die richtige Anlaufstelle. Auch die Recherche von Themen oder das Herstellen von Texten, Linklisten und Ähnlichem funktioniert bereits trefflich im Crowdsourcing-Verfahren, zum Beispiel auf Jomondo oder Clickworker.

Allerdings wird die Aktion nur erfolgreich, wenn man vorher sorgfältig plant. Das gilt für Art und Umfang der gestellten Aufgaben, Vergütung und vor allem das interne Handling und die Betreuung. Überlegen Sie auch, was sie machen, wenn Material auftaucht, das Ihnen nicht gefällt.

Heinz Ketchup erlebte ein kleines PR-Debakel, als man zu einem Videowettbewerb aufrief und vor allem Horrorfilmchen eingereicht bekam. Die Amerikaner zensierten diese Filme und im Handumdrehen erschienen die verbotenen Filme auf YouTube und sind heute noch dort zu finden.

Besser machte es Otto. Letzten Herbst wählte die Community den als Brigitte verkleideten Sascha zum neuen Gesicht für die Facebook-Seite. Der Konzern, der seine Kataloge gerne mit internationalen Top-Models schmückt, reagierte mit Humor und machte Sascha zum Pin-up des Monats und dokumentierte das Fotoshooting auf Video. Unter tosendem Applaus der Fangemeinschaft. 


redaktion@adzine.de   |    Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 



Conversion Rate Forum  --  Die Konferenz zur Optimierung von Online -Marketing-Kampagnen und Umsatzsteigerung im Online-Shop  --  Hamburg 09.11.2011, München 16.11.2011, Düsseldorf 29.11.2011

Search Marketing

Suchergebnis findet Nutzer

Till Spieker, Redaktion

Suchergebnis findet Nutzer
Till Spieker

Ein junges Start-up aus Leipzig will das Internet aufräumen und nebenbei die Websuche revolutionieren. In klassischen Suchmaschinen muss man wissen, was man will, und man braucht Geschick, um mit den richtigen Suchwörtern relevante Inhalte zu finden. Suggy stellt nun mit ihrem Ansatz die Suche auf den Kopf: Die Suchmaschine liefert automatisch Ergebnisse, ohne dass aktiv gesucht wird.


Damit der Content den User findet, muss die Suchmaschine zunächst mit Stichwörtern gefüttert werden. Diese generiert Suggy selbst. Vorausgesetzt man meldet sich bei dem Dienst an und nutzt das dazugehörende Browser Plug-in. Dieses analysiert dann fortlaufend die Browser-History und leitet verschlagwortete Themenschachteln ab.

Die Themenschachteln - mit den vorgeschlagenen Suchergebnissen - kann man sich auf der persönlichen Suggy-Page ansehen. Im Browser Plug-in ist die passwortgeschützte Seite verlinkt. Wer auf die angezeigten Themenschachteln klickt, bekommt Suchergebnisse rund um das jeweilige Thema angezeigt. Das Interessante daran ist, dass die präsentierten Ergebnisse alle neu sind. Dem Nutzer wird also nicht die Zeitung vorgeschlagen, die er am häufigsten liest, sondern andere Zeitungen, die über ähnliche Themen schreiben.

Bisher haben sich 5.000 Nutzer im Suggy-Netzwerk angemeldet. Bis Ende 2012 soll das Netzwerk deutschlandweit bekannt werden und 150.000 Nutzer registriert sein, so die Zielsetzung der Leipziger. Ab 2013 will Suggy sein Angebot dann auf England und Russland ausweiten. Dazu muss natürlich die Finanzierung für zusätzliche Server stehen. Im Moment befinden sich die Gründer in Verhandlungen mit Investitionspartnern über ein Investitionsvolumen von etwa 1,5 Mio. Euro.

Adzine sprach mit Matthias Schneider, der Suggy zusammen mit Maxim Voronkov und Paul Guscha gründete und die Geschäfte leitet.

Matthias Schneider
Matthias Schneider
Adzine: Was ist die Idee hinter Suggy?

Schneider: Wir haben schon vor der Gründung von Suggy sehr viel mit dem Internet zu tun gehabt. Auch durch die Arbeit in unserer Agentur kreado. Dabei ist uns aufgefallen, dass die Orientierung im Netz nicht leicht ist. Das Angebot ist so groß, dass es oft nicht einfach ist, relevante Dinge zu finden. Hinzu kommt noch, dass Links künstlich gerankt werden. Und in den sozialen Netzwerken steht oft nur Unterhaltung an erster Stelle. Wir wollten ein Tool entwickeln, das es ermöglicht, neue Sachen zu entdecken, die wirklich interessant sind. Und zusätzlich kann man sehr leicht mit anderen Nutzern über relevante Inhalte diskutieren.

Adzine: Sie betreiben die Dienste Suggy und Simpager. Was ist der Unterschied?

Schneider: Simpager ist der kleine Bruder von Suggy, basiert aber auf der gleichen Technologie. Im Prinzip ist Simpager der On-Demand-Service für diejenigen, die sich nicht direkt anmelden möchten. Bei Simpager werden Vorschläge für ähnliche Inhalte nur auf Basis von einer einzigen URL angezeigt. Suggy ist da viel genauer. Mit Suggy werden ähnliche Inhalte angezeigt, die auf der gesamten Suchgeschichte der User basieren. Das ermöglicht eine auf den User zugeschnittene Themenauswahl.

Adzine: Nach welchen Kriterien werden die Themen ausgewählt und priorisiert?

Schneider: Die Themenvorschläge werden auf Basis der Search-History hauptsächlich nach zwei Kategorien ausgewählt: Nach Menge der Links zu einem bestimmten Thema und Dauer der Nutzung einer Webseite. Dabei lesen wir sowohl die Informationen in den URL-Adressen aus als auch den Content einer Webseite

Adzine: Wird wirklich der Content einer Webseite analysiert oder bloß der HTTP-Header und die jeweilige URL?

Schneider: Unser Crawler analysiert die Texte aller besuchten Webseiten und sucht nach Gemeinsamkeiten. Diese Gemeinsamkeiten können geteilte Begriffe sein oder auch Wortketten. Da Substantive oft durch Pronomen ersetzt werden. Auch dies können wir berücksichtigen. Aber die Themenvorschläge von Suggy basieren wirklich auf Textanalyse unseres Crawlers.

Adzine: Auch bis in die Unterseiten?

Schneider: Ja.

Adzine: Funktioniert die Analyse wirklich unabhängig? Oder hängt am anderen Ende Google wieder mit drin?

Schneider: Nein. Wir haben einen eigenständigen Crawler, der nach unseren eigenen Leitfäden läuft. 100 Agenten durchforsten das Netz. Bisher kennt unser Crawler ca. 700 Millionen Webseiten. Das ist natürlich noch sehr wenig. Aber pro Minute kommen ca. 10.000 – 15.000 neue Webseiten hinzu. Suggy ist derzeit ja noch in der Beta-Phase und daher kommen wir mit etwa 25 Servern aus. Das muss in Zukunft natürlich mehr werden. Deswegen stehen wir mit Investitionspartnern in Verhandlung.

Adzine: Bisher ist Suggy werbefrei. Das wird den Usern sogar schriftlich zugesichert und auch dass es so bleibt. Wird Suggy in Zukunft werbefrei bleiben?

Schneider: Ja. Wir wollen den Service sauber halten. Es wird auch in Zukunft keine Displaywerbung in Suggy geben.

Adzine: Und wie wird dann aus Suggy ein Geschäftsmodell?

Schneider: Mit Suggy haben wir ein sehr gutes Targetinginstrument. Suggy kann sehr präzise die Interessen der User herausfinden. Damit wollen wir schließlich unser Geld verdienen. Es wird Premiumeinträge geben, die thematisch passen. Zusätzlich wird es auf Suggy einen Bereich geben, in dem Webseiten Usern vorgeschlagen werden, die ihn interessieren. Und auch Produktvorschläge in den einzelnen Themengebieten sind denkbar. Unsere Werbung wird aber definitiv zu den Interessen der User passen.

Adzine: Wie funktioniert das Targeting?

Schneider: Um unser Targetingtool zu nutzen, muss man in Suggy ein Themengebiet definieren. Das geschieht über die Schlagworte. Grundsätzlich hat man dann zwei Möglichkeiten. Entweder man lässt einen bestimmten Link automatisch von unserem Crawler analysieren. Der Link wird dann einem passenden Thema zugeordnet. Die zweite Möglichkeit ist das manuelle Einspeisen eines Links in ein Thema. In einem Thema können die Links dann auch von uns weiter hochgerankt werden. Das sind dann die erwähnten Premiumeinträge. Das Targeting ist deswegen effektiv, weil auf Suggy den Usern automatisch Themen angezeigt werden, die ähnlich zu ihren eigenen sind. Ihre eigenen Themen sind ja aus ihrem realen Surfverhalten abgeleitet. Das bedeutet, die Links oder Produktempfehlungen werden wirklich nur den Nutzern angezeigt, die sich tatsächlich für ein bestimmtes Thema interessieren.  

Adzine: Suggy verspricht, dass niemand Zugang zu den Daten – also den Browser-Historys – der User hat. Nicht einmal die Administratoren. Wie wollen sie ohne Datenzugriff ein sinnvolles Targetingtool anbieten?

Schneider: Wir benutzen die Suchhistorie der Nutzer nur, um die Themen zu ermitteln. Für uns ist letztendlich nicht relevant, welcher User sich für welches Thema interessiert. Sondern wir liefern die Technologie, aus dem Surfverhalten spezifische Themengebiete abzuleiten. Wenn wir die Themen erst einmal haben, dann gehen wir ja nicht hin und sagen User X hat das und das Thema und bekommt deswegen die und die Werbung. Sondern wir verbinden ein Angebot einer Firma mit den Themenschlagwörtern. Das ist eine Art Sortierung. Wenn bei Suggy z. B. ein Link zu italienischen Lederschuhen eingespeist werden soll, dann ordnet entweder unser Crawler automatisch die Schlagworte zu oder wir pflegen den Link manuell in ein Thema ein, aber eben nur dort wo es passt. Das heißt, wir brauchen gar nicht auf die Userdaten zuzugreifen, sondern wir brauchen die Daten nur für die Themen, die ja ein Service für die Nutzer sein sollen. Das Targeting funktioniert über thematische Zuordnung. Und das garantiert, dass der Nutzer nur Werbung bekommt zu Themen, die ihn wirklich interessieren.

Adzine: Suggy steht und fällt mit dem Vertrauen der User. Daher sind Datenschutzfragen sehr wichtig. Können Sie mehr bieten als nur ein Versprechen, dass die Daten bei Suggy nicht einsehbar sind?

Schneider: Suggy kann vollständig anonym genutzt werden. Alle Angaben der Nutzer sind freiwillig. Natürlich verarbeiten wir die Daten nach strengen Vorgaben des deutschen Datenschutzrechts. Die Daten werden auch an keine externen Anbieter weitergegeben. Wir haben keinen Zugang zu den erhobenen Daten. Die Frage ist, was wir zusätzlich tun sollen? Es gibt ganz unterschiedliche Nutzertypen bei Suggy. Es gibt solche, die sehr freizügig sind und gerne Informationen mit anderen teilen und kontaktfreudig sind. Und es gibt solche, die alles blocken auf ihrer Seite. Auch das ist bei Suggy natürlich möglich. Es wird sich zeigen, wie die Leute uns vertrauen. Da muss man abwarten. Letztendlich sind Datenschutzfragen gerade hier wegen der German Angst ein besonderes Thema. Der englische oder russische Markt ist da viel offensiver. Dort haben die Leute weniger bedenken.

Adzine: Versuchen sie für Suggy eine Zertifizierung einer Prüfstelle zu bekommen?

Schneider: Ehrlich gesagt, nicht wirklich. Wir haben uns mal angeschaut, was für ein Aufwand und Kosten es für uns bedeutet, da durchzukommen. Und wir haben uns erst mal dagegen entschieden. Warum auch? Eine zu offensive Zertifizierung könnte auch Verdacht erregen. Wir machen nichts Schlimmes – ganz im Gegenteil, wir wollen den Nutzern was Cooles absolut kostenlos und werbefrei anbieten. Wer will, der kann das gerne nutzen. Und wer nicht – dann halt nicht.

Adzine: Wie geht es jetzt weiter. Wie will Suggy zu mehr Nutzern kommen und die Suchmaschine publik machen?

Schneider:
Momentan sind wir im Gespräch mit diversen Investoren, die unser Projekt unterstützen wollen. Wir würden gerne Suggy bekannter machen, da wir durch Nutzer-Feedbacks jetzt wissen, dass Suggy nur positiv angenommen wird und viel Nutzen bringt. Und genau für die PR und Social-Media-Marketing-Maßnahmen brauchen wir momentan Unterstützung erfahrener Investoren. Als Nächstes möchten wir unsere Community-Features erweitern. Und  natürlich sind unsere Erkennungsalgorithmen stets ein „Key-Scope“ unserer Entwicklung.

Adzine: Herr Schneider vielen Dank für das Gespräch!


ts@adzine.de   |    Artikel weiterempfehlen    Bei Twitter empfehlen  Bei Facebook empfehlen  Bei Delicious empfehlen 



SUMO  - Der Spezialist für Suchmaschinenoptimierung  -- Wenn SEO dann SUMO  --  Besuchen Sie uns auf der dmexco in Halle 8, Stand C19 / D18

JOBS

Kommunikationsprofi (m/w)

Kommunikationsprofi (m/w)

Adcloud GmbH, Köln

Wir starten durch – und suchen dafür Unterstützung. Adcloud ist ein junger, unabhängiger Technologie- und Dienstleistungsanbieter im stark wachsenden Segment des performancebasierten Online-Marketings. Wir betreiben einen der führenden Internetmarktplätze für die optimierte Aussteuerung von digitaler Werbung. Als neutraler Dienstleister unterstützen wir so alle Marktteilnehmer im Online-Werbemarkt bei der Erreichung ihrer Ziele.


Account Manager (m/w) Online-Marketing

Account Manager (m/w) Online-Marketing

Adcloud GmbH, Köln

Wir starten durch – und suchen dafür Unterstützung. Adcloud ist ein junger, unabhängiger Technologie- und Dienstleistungsanbieter im stark wachsenden Segment des performancebasierten Online-Marketings. Wir betreiben einen der führenden Internetmarktplätze für die optimierte Aussteuerung von digitaler Werbung. Als neutraler Dienstleister unterstützen wir so alle Marktteilnehmer im Online-Werbemarkt bei der Erreichung ihrer Ziele.

TERMINE

Seminar: Wie Sie mit neuen Ideen und Strategien Ihr E-Mail Marketing optimieren Am 14.09.2011

Seminar: Wie Sie mit neuen Ideen und Strategien Ihr E-Mail Marketing optimieren


Am 29.09.2011

Erste Google Analytics Konferenz am 29.9.2011 in Wien



Sie können über diesen Link Ihre Newsletter-Einstellungen anpassen oder den Newsletter komplett abbestellen.

IMPRESSUM: Electronic Publishing Corporation Ltd. | 483 Green Lanes | GB - London N13 4BS | Company No. 5506015 | Companies House
Niederlassung Deutschland | Electronic Publishing Corporation Ltd. | NL Deutschland | Feldstraße 36 | 20357 Hamburg | e-mail: info@e-publishing-corp.com